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Die überwucherte Müllkippe

Unter den Bäumen die Altlasten: Wolfgang Mischewski, Ortsvorsteher von Birkholzaue, zeigt die Müllkippe.
Unter den Bäumen die Altlasten: Wolfgang Mischewski, Ortsvorsteher von Birkholzaue, zeigt die Müllkippe. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Tatjana Littig / 25.11.2015, 06:50 Uhr
Birkholzaue (MOZ) Ist sie gefährlich oder ist sie es nicht, die wilde Müllkippe aus DDR-Zeiten in Birkholzaue? Darüber gingen die Meinungen in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses weit auseinander. "Diese Müllkippe ist eine tickende Zeitbombe", befeuerte Andreas Neue (Bündnis für Bernau) die Diskussion und stellte sich auf die Seite von Klaus Labod (Bündnis 90/Die Grünen). Dessen Parteikollege Thomas Dyhr hatte beantragt, 40 000 Euro im Haushalt des kommenden Jahres für die Sanierung der Bürgermeister-Kippe - im Sprachgebrauch werden damit wilde Müllkippen auf öffentlichen Flächen bezeichnet - einzustellen.

Die Müllkippe in Birkholzaue, um die es geht, liegt in der Nähe der Pferdekoppel. Seit 25 Jahren ruht die Kippe bereits. Bäume und Sträucher haben sich ausgebreitet. Die Altlasten lagern auf einer Gesamtfläche von rund 11 000 Quadratmetern, wobei der Kernbereich mit geschätzten 2000 Quadratmetern deutlich geringer ausfällt. Das Abfallvolumen wird in einem Gutachten, das Anfang 2013 im Auftrag der Stadt erstellt wurde, mit etwa 2300 Kubikmetern angegeben.

Die größte Gefahr wäre eine Beeinträchtigung des Grundwassers, sagte André Stahl (Die Linke) in der Ausschusssitzung. In dem Gutachten wird jedoch keine Gefahr für Grundwasser und Luft gesehen. Auf dieser Grundlage plädierte Stahl für weiteres Monitoring. "Wir sind verpflichtet, die Kippe irgendwann abzudecken", gab er zu, für den Moment fehle ihm aber die Verhältnismäßigkeit.

Wie zuvor schon im Finanzausschuss stimmten auch die Mitglieder des Hauptausschusses mehrheitlich gegen den Sachantrag.

"Uns als Ortsteil stört die Kippe weniger", bekräftigte Ortsvorsteher Wolfgang Mischewski. Stattdessen benannte er Vorteile: Die Bäume schützen vor dem Lärm der angrenzenden Windräder und verhindern, dass mit dem Wind Dreck von der Koppel in den Ort geweht wird. Er forderte ein verbindliches Schreiben, in dem die Gefahr fürs Grundwasser ausgeschlossen wird. Darüber hinaus müsse der Zaun um die Müllkippe erneuert und Hinweisschilder aufgestellt werden. Auch solle weiterhin der Abfluss in Richtung Birkholz gewährleistet bleiben, sagte er.

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