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Firma plant acht Windräder südlich von Biegen

Andreas Wetzel / 04.02.2016, 07:42 Uhr - Aktualisiert 04.02.2016, 07:45
Biegen (MOZ) Acht große Windräder der neuesten Generation, auf freiem Feld zwischen Biegen und Dubrow - das ist das Projekt, in das die Wiesbadener ABO Wind AG investieren will. Für einen ersten Bauabschnitt mit fünf Windkrafträdern läuft seit Mittwoch die öffentliche Auslegung der Planunterlagen; die Planer haben beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucheschutz (LUGV) einen Vorbescheid nach § 9 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes beantragt.

Im vergangenen Jahr hatten gleich mehrere Investoren beim Biegener Ortsbeirat angeklopft und ihre Kooperation angeboten - nach dem Muster "Wir schränken die Rundumsicht aus dem Ort nicht mehr als unbedingt möglich ein, dafür baut aber auch kein anderer außer uns seine Windräder hier auf". Schnell zeigte sich, dass sich die Projektanten längst Grundstücke in allen Himmelsrichtungen vertraglich gesichert hatten, so dass solche Abmachungen nie funktioniert hätten; von juristischen Fragen mal ganz abgesehen.

Die ABO Wind AG verweist explizit darauf, dass ihr geplanter Windpark in dem Windeignungsgebiet liegen würde, den die Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree zwischen Biegen und Dubrow entlang der L37 vorgeschlagen hat; der Entwurf ist gerade in der öffentlichen Auslegung. Zwischen dem Windpark und dem südlichen Ortsrand von Biegen sowie dem nördlichen Rand von Dubrow lägen jeweils deutlich mehr als 1000 Meter.

Auch wenn die Windräder nicht gleich am Zaun des Biegener Dorfgemeinschaftshauses stehen sollen: Ihre Höhe ist schon bemerkenswert. Der Rotorkopf sitzt laut Plan auf einem 139 Meter hohen Mast und hält einen Rotor mit drei jeweils 61 Meter langen Flügelblättern. Das ergibt eine Gesamthöhe von 200 Metern; jede einzelne Turbine kann 3,2 Megawatt erzeugen. Dass die Firma zunächst nur ein Verfahren für einen Vorbescheid angeschoben hat, begründet sie mit dem alten, noch gültigen Regionalplan. Ute Simon, Niederlassungsleiterin von ABO Wind in Berlin: "Nach dem alten Plan bekämen wir an diesem Standort niemals eine Baugenehmigung."

Für den eigentlichen Bauantrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz müsse man also ohnehin auf die Rechtskraft des neuen Regionalplans warten. Die Fragen des Natur- und des Immissionsschutzes bis hin zur Umweltverträglichkeitsprüfung könne man aber jetzt schon abarbeiten. Auch die der luftfahrtrechtlichen Zulässigkeit von Windrädern. Simon: "Wir kennen das Risiko bei randständigen Anlagen." In Biegen wären die projektierten Windmühlen zwar außerhalb der 15-Kilometer-Schutzzone rund um das UKW-Drehfunkfeuer bei Steinhöfel - innerhalb derer ein Veto gesetzlich gestützt ist -, aber angehört wird die Deutsche Gesellschaft für Flugsicherung auch in diesem Fall.

Die Projektbeschreibung ist bis zum 2. März während der Dienststunden im Amt Odervorland (Bauamt) in Briesen, Bahnhofstraße 3-4, einsehbar. Einwendungen müssten bis 16. März beim LUGV oder beim Amt Odervorland schriftlich eingereicht werden. Sie werden dann am 26. April um 10 Uhr in der Sporthalle Pillgram erörtert.

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