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Zahn der Zeit nagt an Golzows Gotteshaus

In Golzow bröckelt's: Der größte Abbruch im Mauerwerk ist in den Wintermonaten dazugekommen. Bianka Wrensch vom Gemeindekirchenrat rechnet nun damit, dass die veranschlagten 10000 Euro für die Sanierung nicht ausreichen werden.
In Golzow bröckelt's: Der größte Abbruch im Mauerwerk ist in den Wintermonaten dazugekommen. Bianka Wrensch vom Gemeindekirchenrat rechnet nun damit, dass die veranschlagten 10000 Euro für die Sanierung nicht ausreichen werden. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 08.04.2016, 07:20 Uhr
Golzow (MOZ) 14 Jahre dauert die Sanierung der Golzower Kirche mittlerweile an. Ein Langzeitprojekt, das scheibchenweise umgesetzt wird, schon aufgrund der Fördertöpfe und des Denkmalschutzes. Das nächste Kapitel ist die Nordseite der Kirchenmauer - und die Zeit drängt.

"Ruhe sanft", ist noch zu lesen auf einem der heruntergebrochenen Feldsteine. Sie liegen verstreut am Rand des Kirchsteigs, der am Golzower Gotteshaus vorbeiführt. "Dieses Stück ist unser Problemstück", sagt Bianka Wrensch vom Gemeindekirchenrat und blickt auf den Durchbruch, der an diese Stelle überhaupt nicht hingehört. Eigentlich sollte die Kirchenmauer den Friedhof vom Kirchsteig trennen. Doch der Zahn der Zeit hat an der Begrenzung genagt.

Drei der vier Mauerseiten sind bereits wiederhergestellt: Mit ihnen hat die Sanierung der Golzower Kirche im Jahr 2002 begonnen. Mittlerweile hat das Projekt insgesamt rund 700000 Euro gekostet - und es ist noch längst nicht abgeschlossen. Es gibt viele Baustellen: die Reparatur des Uhrwerks, Salpeter-Befall im Eingangsbereich, die Balken im restaurierten Inneren des Hauses, die farblich angepasst werden müssen. Das dringendste Problem jedoch stellt die Nordseite der Mauer dar.

"Derart akut ist es seit dem vergangenen Jahr", berichtet Bianka Wrensch. Damals hat der Gemeindekirchenrat drei Kostenvoranschläge für eine Sanierung eingeholt. Der kostengünstigste kam von der Baugesellschaft Ringenwalde: 10000 Euro. Doch das war vorm Winter. "Wir haben Befürchtungen, dass es jetzt sogar noch mehr werden wird", sagt die Golzowerin.

Der Winter war zwar nicht übermäßig kalt, aber feucht. Dann hat schon ein wenig Frost gereicht, um die Mauer zu sprengen. Noch besteht keine Gefahr für Passanten. Aber wenn erst die Stützpfeiler im vorderen Bereich der Nordseite wegbrechen, dann spitzt sich die Lage zu. "Wenn nichts passiert, würde die Mauer komplett herunterbrechen", sagt Bianka Wrensch.

Gut 120 Meter ist diese Seite der Mauer lang. Während vorne die Fugen erneuert und die Stützpfeiler verstärkt werden müssen, steht dem hinteren Teil, im Rücken des Gotteshauses, eine Komplettsanierung bevor. "Das wird ein schönes Stückchen Arbeit", kommentiert sie.

Da die Mauer zwischen Friedhof und Kirchsteig auf einen Hang gebaut worden ist - vermutlich zum Zeitpunkt der Errichtung des Gotteshauses im 13. Jahrhundert -, walten dort besondere Kräfte. Auf der Innenseite drückt das Erdreich unterhalb der wesentlich höheren Grasnabe gegen die Feldsteine. "Da herrscht ein Riesendruck", erläutert Bianka Wrensch.

Doch bevor die Arbeiten beginnen können, müssen die Finanzen geklärt sein. Bereits im Herbst hat der Gemeindekirchenrat einen Förderantrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde gestellt, die dem Landkreis untersteht. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen: "Voraussetzung für die Förderung ist die Erteilung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis", heißt es vonseiten des Kreises. "Das Verfahren dazu ist noch nicht abgeschlossen." Nächste Woche soll es eine Ortsbegehung geben.

Eine erste Hürde haben die Antragssteller aber schon genommen: "Der Denkmalbeirat hat die Empfehlung ausgesprochen, für das Vorhaben Fördermittel der Denkmalpflege zur Verfügung zu stellen", teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Das Gremium habe für die Bereitstellung von 4000 Euro votiert.

Eine begrüßenswerte Summe, klar. Das sieht auch Bianka Wrensch so. Der größere Teil der Sanierungskosten würde aber selbst im Falle einer Förderung weiter fehlen. Also ist der Kirchenkreis auf Hilfe angewiesen. "Jede kleine Spende ist willkommen", sagt sie.

Spendenkonto: Empfänger ist die Kreiskirchliche Kasse, DE 75 100 900 00 3594 1100 04, BEVODEBBXXX, Zweck: KG Golzow Kirchenmauer.

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