Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Veterinäramt schreitet in Blasdorf nach Bürgerhinweis ein / Pinnower Halter muss Stall bis Freitag räumen

Rinder wurden vernachlässigt

Völlig entkräftet: Dieses Rind lag am Dienstag neben dem Stall wie tot auf der Seite.
Völlig entkräftet: Dieses Rind lag am Dienstag neben dem Stall wie tot auf der Seite. © Foto: Susanne Klemme
Jörg Kühl / 13.04.2016, 19:55 Uhr
Blasdorf (MOZ) Erneut sorgt ein Tierhalter in Blasdorf für Unmut. Dieses Mal wird ihm die Vernachlässigung von Rindern, die separat im Stall gehalten werden, vorgeworfen. Das Veterinäramt versorgte einzelne Tiere medizinisch. Der Stall muss bis Freitag geräumt werden.

Mitarbeiter der Veterinäramts Dahme-Spreewald haben in einem Stall in Blasdorf mehrere Tiere "in schlechtem Zustand" angetroffen. Mindestens zwei Rinder mussten vor Ort von dem Lieberoser Tierarzt Dr. Bernd Henning unter Aufsicht der Tierschutzbeauftragten des Kreises Dahme-Spreewald, Melanie Schmidt, medizinisch behandelt werden. Dies teilt die Sprecherin des Kreises Gudrun Schaaf auf Anfrage mit. Beide Tiere lagen, offenbar unfähig, aus eigenen Kräften aufzustehen in, beziehungsweise neben dem Stall.

Die schlechten Haltungsbedingungen des Pinnower Landwirts Meinhard S. wird von Dorfbewohnern schon seit mindestens drei Jahren moniert. Den aktuellen Hinweis gaben Susanne Klemme und Michael Zerbst. Sie stört vor allem die Lebensbedingung der Tiere, die der Landwirt in und an den Stallanlagen im Ort, separat von der Herde hält.

Seit mehreren Tagen befindet sich ein junges Rind, das nicht mehr aus eigenen Kräften aufstehen kann, im Stall. Ob es vom Halter bereits tiermedizinisch behandelt wurde, entzieht sich der Kenntnis der besorgten Dorfbewohner, jedenfalls gehört das Rind zu den Tieren, die von dem Lieberoser Tierarzt bei Vor-Ort-Terminen am Dienstag und am Mittwoch notversorgt werden musste. Es machte einen verwahrlosten Zustand, lag teilweise in seinem eigenen Kot. Ein weiteres Rind wurde am Dienstag auf der Seite liegend neben dem Stall aufgefunden. "Es sah aus wie tot, lebte aber noch", so die Kreissprecherin. Auch dieses Tier musste beim Ortstermin behandelt werden.

Susanne Klemme sorgt sich auch um das Wohl eines Haflinger-Pferds, dass bis zum Einschreiten des Veterinäramts an einer kurzen Leine im Stall festgebunden war. "Wir konnten die Haltungsbedingungen der Tiere nicht mehr mit ansehen." Das Paar habe sich an die Behörden und an die Öffentlichkeit gewandt, weil es das Gefühl hat, dass wiederholten Hinweisen nicht ausreichend nachgegangen worden sei.

Nach dem aktuellen Tipp handelt das Veterinäramt entschlossen.Wie die Kreissprecherin zum gegenwärtigen Verfahrensstand mitteilt, wurde der Halter angewiesen, den Stall bis Freitag zu räumen, ein verbot der Stallhaltung werde geprüft. Das Pferd wurde auf Anweisung der Tierschutzbeauftragten bereits am Mittwoch vom Strick befreit und auf die Koppel entlassen.

Warum der Halter einige Rinder abseits der Herde im Stall hält, bleibt einstweilen rätselhaft, Meinhard S. war am Mittwoch telefonisch nicht erreichbar. Der Landwirt hält auf einer Wiese bei Blasdorf etwa 50 Rinder in extensiver Weidewirtschaft. Diese Tiere sehen im Gegensatz zu denen im Stall vital aus. In der Mitte der Koppel ist ein frischer Strohballen ausgebreitet, auf dem die Mutterkühe derzeit abkalben. Die Rinder reagieren auf Fußgänger, die sich der Winterweide nähern, aufmerksam und neugierig.

Im Mai 2013 musste das Veterinäramt schon einmal gegen den Pinnower Halter einschreiten. Damals wurde dem Halter nachgewiesen, mit Kadavern nicht vorschriftsgemäß umzugehen. Er hatte ein totes Tier erst nach Tagen gemeldet und den abgelegten Tierkörper nicht wie vorgeschrieben abgedeckt. Die Dorfbewohner hatten sich damals öffentlich beschwert, weil der Halter ein Tier auf der Gabel eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs durch den Ort transportiert hatte.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG