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Familie Niemann lud zum Kükenfest und "public viewing" auf ihren Straußenhof in Neufriedland / Dort gibt's viel tierischen Nachwuchs

Im "Weideblick" beginnt das große Schlüpfen

Ines Rath / 17.05.2016, 05:04 Uhr
Neufriedland (MOZ) Die großen Laufvögel sind nicht nur für kleine Menschen eine Faszination. Viele Bewohner der Region folgten ganz in Familie der Einladung von Michaela und Holger Niemann zum Kükenfest auf ihren Straußenhof "Weideblick" in den Altfriedländer Ortsteil. Dort hat das große Schlüpfen begonnen.

Das war perfektes Timing: Am Abend vor dem Kükenfest ist am Sonnabend das erste Straußenküken der Saison auf dem "Weideblick"-Hof geschlüpft. Der Strom der Neugierigen, die den niedlichen Nachwuchs der großen Laufvögel sehen wollten, riss am Sonntag nicht ab. Holger Niemann stand den Schaulustigen beim "public viewing" in der Brüterei des Hofes fachkundig Rede und Antwort.

Dort konnten die Besucher durch große Schaufenster sowohl in den so genannten Vorbrüter-Raum sehen, in dem derzeit mehr als 30 der großen Straußeneier liegen. Gegenüber, im Schlüpfbrüter, war zu beobachten, wie sich die nächsten vier Küken mühsam Stück für Stück selbst aus dem Ei heraus "schälen". Sie hacken dabei nicht mit ihren Schnäbeln gegen die Schale, wie es Hühnerküken tun, sondern drücken sich heraus, erklärt der Straußenhof-Farmer. Das Schlüpfen könne sich über 12 bis 24 Stunden hin ziehen, so Holger Niemann.

Kein Wunder, dass das erste Küken, das noch einsam unter der UV-Lampe im "Nest" der Brüterei saß, ziemlich müde war. Noch einen Tag, dann könne es schon recht sicher auf seinen kleinen Beinchen stehen und los laufen, wusste Niemann.

"Und warum ist da unten Wasser im Brutkasten?", wollte ein kleines Mädchen von ihm wissen. "Das erleichtert das Schlüpfen, macht die Eihaut weicher", erklärte der Fachmann.

Niemanns hatten im Frühjahr Wetter-Glück: Ohne die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im März hätten die Zuchthennen auf dem "Weideblick"-Hof noch keine Eier gelegt. Wobei die ersten Eier zu Ostern erst einmal zum Verzehr über den Ladentisch gegangen waren. Erst am Ostersonntag kamen die ersten in den Brüter. Zwischen 40 und 42 Tage dauert es dann, bis die Küken schlüpfen.

Jede der derzeit nur drei Neufriedländer Zucht-Straußenhennen legt bis zu 60 Eier im Jahr. Niemann's wollen den Bestand an Zuchttieren wieder erhöhen. Auswahl gibt's genug: Etwa 25 junge Strauße aus dem Vorjahr wollen sich empfehlen. Die meisten von ihnen landen indes beim Schlachter. Ihr fettarmes, gesundes Fleisch ist als Steak und Schinken bei den "Weideblick"-Kunden besonders beliebt. Um ihnen im wahrsten Sinne des Wortes entgegen zu kommen, hat Michaela Niemann seit Kurzem einen Stand an der B167, in Höhe des Flugplatz Neuhardenberg.

Neuerdings gibt es im "Weideblick"-Hofladen auch Straußen-Seife. Sie wird aus dem Fett der flinken Vögel gewonnen und soll vor allem an Neurodermitis Leidenden wegen der hohen Rückfettung gut tun. Die Fettschicht bildeten die Strauße vor allem als Kälteschutz im Winter, erklärt Holger Niemann. Auf seinem Hof gibt es derzeit auch bei Hühnern, Kaninchen, Wildschweinen und Katzen Nachwuchs.

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