Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Sommerfest zum Feuerwehrjubiläum

80 Jahre Feuerwehrgeschichte erforscht: Kiehnwerders Ortsvorsteher Peter Hübner und Anita Hanne freuen sich am Sonnabend ab 15.15 Uhr auf viele Gäste zur Ausstellung im Gemeindezentrum Alte Schule . Vor allem aus der Zeit bis zur Wende werden noch Fotos u
80 Jahre Feuerwehrgeschichte erforscht: Kiehnwerders Ortsvorsteher Peter Hübner und Anita Hanne freuen sich am Sonnabend ab 15.15 Uhr auf viele Gäste zur Ausstellung im Gemeindezentrum Alte Schule . Vor allem aus der Zeit bis zur Wende werden noch Fotos u © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 31.05.2016, 06:43 Uhr
Kiehnwerder (MOZ) Das Sommerfest Kiehnwerder steht am Sonnabend ganz im Zeichen des 80. Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr. Um 14.45 Uhr startet der Festumzug vom Spritzenhaus. Anita Hanne hat alles für eine Ausstellung zusammengetragen, was mit der Feuerwehr zusammenhängt.

So klein die Kiehnwerderaner Feuerwehr mit ihren derzeit zwölf Mitgliedern auch ist, sie hat auch einige Superlative zu bieten. Zum einen gehört sie zu den wenigen im Land, die kein eigenes Löschauto haben. Zur Gründung am 7. März 1935 posierten die Gründerväter mit Erich Gustav Müller an der Spitze noch vor einer pferdegezogenen Handdruckspritze, wie sie im ländlichen Raum üblich war. Wer bei Alarm als Erster da war, musste für die Anspannung sorgen. Das gute Stück musste lange ausreichen, ehe es vor 51 Jahren vom Tragkraftspritzenangänger 8.8 samt Spritze abgelöst wurde. "Für den TSA gab es zu DDR-Zeiten immer einen Traktor der LPG. Jetzt hängen wir ihn, wenn nötig, an einen Kleintransporter an. Oder wir nehmen die Spritze gleich mit ins Auto, wie zum Beispiel beim Brunnenspülen", erzählt Ortsvorsteher Peter Hübner. Wie seine Vorfahren ist auch er in der Feuerwehr.

Für die Ausstellung im ehemaligen Klassenraum der alten Schule hat Anita Hanne mit vielen Brandschützern gesprochen, Fotos gesammelt und sorgsam scannen lassen. Zwei Belege gibt es für die Feuerwehrgründung: einen Zeitungsartikel, in dem alle Ereignisse des Jahres 1935 erwähnt werden, und eine Notiz auf einem alten Foto.

Der zweite Superlativ betrifft den Kiehnwerderaner Wehrführer. Seit 1977 hat Karl-Heinz Krüger (63) diese Funktion inne. Das dürfte auch im Landkreis Märkisch-Oderland eine Seltenheit sein. Bereits der erste Leiter der Wehr, die auch für Neu Rosenthal zuständig ist, war lange im Dienst: Von 1935 bis 1954 fungierte Erich Müller, der Schmiedemeister des Dorfes, als Chef der Feuerwehr. Bereits im ersten Jahr hatten die Blauröcke einen großen Löscheinsatz. Aber die größten Einsätze waren mit dem Oderbruchhochwasser 1947 verbunden, als Kiehnwerder überschwemmt wurde und die Bevölkerung mit Kähnen in Sicherheit gebracht werden musste. Bis zur Wende gehörte Kiehnwerder zum Wirkungsbereich Neutrebbin.

Beim Sommerhochwasser 1997 war die Feuerwehr ebenfalls im Einsatz. Während der Evakuierung zeigte die Wehr für die Sicherung des Dorfs zuständig. Im Feuerwehrsport waren die Blauröcke, die jetzt größtenteils über 50 Jahre alt sind, bis vor zehn Jahren auch aktiv. Davon zeugen viele Urkunden in der Jubiläums-Ausstellung, die am Sonnabend um 15.15 Uhr in der alten Schule eröffnet wird. Zudem kann man alte Ausrüstungs- und Uniformteile bestaunen und erfährt Aktuelles zum Thema Brandschutz.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG