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Erika Krinke lebt bis heute in ihrem Geburtshaus / Das Gehöft teilen sie und ihr Mann sich mit der ganzen Familie (Teil 6)

Drei Generationen unter einem Dach

Caroline Reul / 18.06.2016, 07:25 Uhr
Treppeln (MOZ) Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, werden aber von ihren Bewohnern in diesem Sinne erhalten: schöne alte Bauernhäuser. In einem solchen wohnt Familie Krinke mit gleich drei Generationen.

Wo Erika Krinke ihren Gästen heute Kaffee und Tee serviert, da waren früher Schweine, Pferde und Kühe untergebracht. Sie selbst erinnert sich noch gut an diese Zeit. "Früher war das hier eine richtige Landwirtschaft", berichtet sie über ihr Heim im Neuzeller Ortsteil Treppeln. Am kommenden Montag vor 65 Jahren wurde sie in diesem Haus geboren. Sie ist dort aufgewachsen und hat, abgesehen von ein paar Jahren, die sie in Eisenhüttenstadt gewohnt hat, ihr gesamtes Leben dort verbracht.

Das Gehöft, zu dem ein Wohnhaus, die Stallungen und eine Scheune gehören, ebenso wie zehn Hektar Agrarfläche und 17 Hektar Wald, stammt etwa aus dem Jahre 1900. Der Großvater von Erika Krinke hat es später gekauft. Von ihm hat es ihr Vater übernommen. Tiere gab es dann noch bis etwa 1990. Vier Jahre später haben Erika Krienke und ihr Ehemann Ehrenfried, der aus Eisenhüttenstadt stammt, beschlossen, das Gehöft zu sanieren. "Die Scheune war so marode, dass sie drohte einzustürzen", berichtet die Treppelnerin. Vor allem die Balken waren betroffen. Ihr Mann hat dann selbst begonnen, sie neu zu beplanken. Heut lagern die Krinkes in der Scheune Holz zum Heizen und es gibt einen Hobbyraum. Aus den Stallungen hat die Familie Garagen - und eben die schöne große Landhausküche, die als Treffpunkt dient - entstehen lassen. Auf das alte Bauernhaus haben sie ein weiteres Geschoss aufsetzen lassen, bewohnen nach dem Tod von Erika Krinkes Eltern aber nur noch das Obergeschoss. "Aber Besuch von auswärts freut sich immer über den vielen Platz und das eigene Bad im Untergeschoss", berichtet die Hausherrin. Den ehemaligen Heuboden hat sich mittlerweile Sohn Enrico für seine Familie ausgebaut.

"Er wollte gern hier bleiben", berichtet die Mutter und zweifache Oma. Auch Enkel Marvin fühlt sich auf dem Dorf sehr wohl. "Ich kenne es nicht anders und ich kann es mir auch nicht anders vorstellen", sagt der 13-Jährige. Langweilig ist ihm nicht. Er geht regelmäßig in den ortsansässigen Jugendclub, spielt Fußball und besucht die Musikschule. Und auch das Leben mit drei Generationen - zur jüngsten gehört neben ihm auch seine 7-jährige Schwester Josi - gefällt ihm. "Er packt auch regelmäßig mit an", freut sich seine Großmutter. Ob Rasenmähen oder Holz machen, auf Marvin ist in dieser Hinsicht Verlass.

"Auf so einem Gehöft ist schon viel zu machen", erzählt die Seniorin. Im Sommer sei sie den ganzen Tag auf den Beinen, um alles in Ordnung zu halten. Auf dem Innenhof gilt es die blühenden Blumen zu pflegen, im hinteren Bereich befindet sich noch ein kleiner Gemüsegarten, in dem unter anderem Salat, Gurken und Zucchini gedeihen.

"Gärtnern ist nicht so meins", sagt sie dennoch bescheiden. "Meine Mutter war da anders, die hat immer gesagt: "Ich geh mal in den Garten, mich erholen.' Und dann kam sie zwei Stunden nicht wieder", erinnert die Treppelnerin sich. Ihre Welt seien Blumen gewesen, die auch nicht gepflückt werden durften, ergänzt Erika Krinke.

Neben der Arbeit, die sie mit dem großen Grundstück haben, genießen die Krinkes aber vor allem ihr schönes Leben auf dem Gelände. "Mein Mann und ich sitzen viel auf unserer Terrasse. Wir genießen am Abend dort unser Bierchen, wenn es kühler wird, dann auch schon mal mit dem Heizstrahler", erklärt sie. Es kam für sie nie in Frage, das Gehöft ihrer Eltern nicht zu übernehmen. Und wie man ihr anhört, hat sie auch nie bereut, es getan zu haben.

Haben Sie auch ein schönes altes Bauernhaus? Dann melden Sie sich. Telefon: 03364 403850 oder eisenhuettenstadt-red@moz.de

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