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Geschenk vom Preußenkönig

Am Geburtshaus von Norbert Lenhardt: Der Beeskower mit den derzeit ältesten Kolonisten, den Geschwistern Erika Uhlig (85) und Reinhard Krüger (87).
Am Geburtshaus von Norbert Lenhardt: Der Beeskower mit den derzeit ältesten Kolonisten, den Geschwistern Erika Uhlig (85) und Reinhard Krüger (87). © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 21.06.2016, 06:27 Uhr
Groß Eichholz (MOZ) Es war in der Kolonie Groß Eichholz ein bisschen wie bei einem Klassentreffen. Immer wieder kamen Autos mit Familien vom Kleinkind bis zur Großmama an. Viele fielen sich in die Arme. Man versammelte sich zum Gruppenfoto, und schließlich ließen sich rund 120 fest oder zeitweise hier Lebende sowie ehemalige Bewohner der rund anderthalb Kilometer abseits von Groß Eichholz gelegenen Kolonie an den festlich gedeckten Kaffeetischen im Freien nieder.

Es galt etwas zu feiern, nämlich den 230. Geburtstag dieser historischen Wohnstätte punktgenau am 19. Juni. Sie wurde 1786 von Friedrich II. als Abfindung für Kriegsinvaliden errichtet mit fünf Doppelhäusern, dazu Scheune und Stall, auch Wiese, Acker und Wald gehörten zu der Gabe. Der Storkower Regionalhistoriker Erich Oehring weiß, "es ist eine total original erhaltene Anlage aus dem 18. Jahrhundert, die errichtet wurde, um die Verluste des Krieges auszugleichen".

Die ersten Bewohner waren zehn Siedler. Heute leben 18 Menschen hier. Bis zur allgemeinen Motorisierung haben die Kolonisten vor allem von der Land- und Forstwirtschaft gelebt. Der einzige Handwerker war ein Schuster auf Grundstück Nummer 5, weiß Norbert Lenhardt, der hier geboren wurde. "Die Leute haben immer unheimlich fleißig gearbeitet und auf den Brandschutz geachtet, so dass in der Kolonie noch viel originale Substanz vorhanden ist. Abgesehen von zwei Häusern haben sie jedoch ihr Eigentum durch Umbauten ihren gewachsenen Bedürfnissen angepasst", erklärt Erich Oehring.

Norbert Lenhardt ist 1973 nach Beeskow umgezogen, aber bis voriges Jahr haben seine Eltern noch hier gelebt. Er ist ein Nachfahre des ältesten Siedlers Martin Grund und im Besitz diverser Urkunden, die von der königlichen Kammer gezeichnet sind. Martin Grund unterschrieb mit drei Kreuzen. Der 67-Jährige ist der Geschichte der Kolonie nachgegangen und hat das Treffen mit einem historischen Spaziergang arrangiert.

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