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Großer Andrang bei Gartenführung in Rauschendorf

Rosenduft: Wilfried Schramke aus Gransee hatte es diese Rose angetan. Er wollte wissen, ob und wie sie duftet und wie sie heißt.
Rosenduft: Wilfried Schramke aus Gransee hatte es diese Rose angetan. Er wollte wissen, ob und wie sie duftet und wie sie heißt. © Foto: Petra Wolf
Petra Wolf / 10.07.2016, 17:01 Uhr
Rauschendorf (GZ) Mit offenen Gärten hatte Margitta Kloos bisher wenig Erfahrung. Ihr Garten war einer breiten Öffentlichkeit verborgen geblieben, andere hat sie selten besucht. "Wenn ich mal bei jemandem im Garten gewesen bin, muss dort gerade wenig los gewesen sein", überlegte sie laut. Seit vergangenem Sonnabend weiß die Rauschendorferin jedenfalls, dass es auch ganz anders sein kann. Mit so vielen Gartenfreunden hatte sie nicht gerechnet. Im Rahmen unserer Serie "Menschen und ihre Gärten" durften unsere Leserinnen und Leser ihren Garten besichtigen.

Von 11 Uhr bis zum späten Nachmittag riss der Strom der Besucher nicht ab. Sie kamen aus Zehdenick, Fürstenberg, Gransee, Kyritz, Rheinsberg, Oranienburg und Berlin. Ein Rheinsberger hatte sogar seinen Besuch aus Salzgitter mitgebracht. Mehr als 80 Göäste wurden gezählt.

Alles war aufs Beste vorbereitet: Brote mit Schmalz und Kräuterbutter geschmiert, die selbstgebackenen Kuchen aufgeschnitten und der Kaffee gekocht. Freundin Birgit Standfuß wurde nicht müde, den Gästen immer wieder von den Köstlichkeiten anzubieten.

Die ließen sich auch nicht lange bitten, setzten sich an eines der lauschigen Plätzchen am Teich oder auf der Wiese und ließen es sich wohl sein, aber nicht, ohne vorher einen ausführlichen Gartenrundgang gemacht zu haben.

Immer wieder wurde die Dunkelrote Blasenspiere bewundert, die auch noch im verblühten Zustand eine gute Figur macht. Eine Dame staunte über die herrlichen Funkien: "Die habe ich noch nie blühen sehen!" Die ersten Herbstanemonen öffneten ihre Blüte und machten dem Wetter alle Ehre. Es war frisch und ein kühler Wind wehte über den Garten. Das Mammutblatt wurde von manchen für einen Riesen-Rhabarber gehalten. Zwar sieht es so aus, ist aber keineswegs mit ihm verwandt.

Wenn Margitta Kloos in der Natur etwas gefällt, holt sie es sich manchmal in ihren Garten. So geschehen mit der Königskerze, die wegen des Umzugs noch etwas den Kopf hängen ließ. "Die Pflanze hilft gut gegen Frauenleiden", wusste eine Oranienburgerin, die Drogistin gelernt hat. Wilfried Schramke aus Gransee steckte seinen Kopf tief in eine Rose - um ihren Duft einzuatmen und das Namensschild zu lesen. Jemand hatte es der Perückenstrauch angetan.

Bereitwillig schnitt Reinhard Kloos ein Stück "Perücke" ab. Nun kann es zu Hause gepresst werden und so manche Glückwunschkarte verzieren.

Es wurde fotografiert, gefachsimpelt und viel gelacht. Auch für die Bilder der Kunstmalerin interessierten sich viele Gäste. Margitta Kloos hatte ihre Kunstwerke in einem kleinen Holzschuppen untergebracht, in den auch die Schwalben immer wieder hineinflogen.

Bis vor kurzem hatten sie dort ihr Nest mit fünf Jungen, die allerdings der Hitze zum Opfer gefallen waren. Einige Besucher hatte Margitta Kloos schon jahrelang nicht mehr gesehen. Der Gartentag war ein guter Anlass, sich mal wieder zu treffen und zu verabreden.

Im Rahmen unserer beliebten Serie "Menschen und ihre Gärten" öffnen im August Brigitte und Rainer Lux aus Wolfsruh ihren Garten für unsere Leserinnen und Leser. Sie haben eine Wiesenlandschaft in ein großes Labyrinth verwandelt. In der Zeitung vorgestellt wird der Garten am 30. Juli.

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