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Sabine und Peter Rossa können sich so gut auf Kinder einlassen, dass sie ihnen Großteil ihrer Arbeit widmen

Zu Gast in der Traumfabrik

Mandy Timm / 02.08.2016, 19:05 Uhr
Altmädewitz (MOZ) Ein Wandbild, Tischlein deck dich heißt es, haben die Kinder der Kita "Traumland" in Schönwalde schon. Ab nächster Woche ziert ein zweites eine Wand in ihrem Haus. Erneut haben es erfahrene Künstler aus dem Oderbruch geschaffen: Sabine und Peter Rossa aus Altmädewitz

Osterhühner, Schweinchen, Grashüpfer, Hase, Fisch: Bei Rossas wimmelt es nur so vor süßen Tierchen. Überall sind die verstreut im Haus. Hier als Hasenschaukel, da als Mücke auf ellenlangen Beinchen. Der Fisch oben auf dem Schrank scheint gerade abzutauchen. Bei Sabine und Peter Rossa fühlt sich wohl, was vier Beine hat und in der Natur zuhause ist - aber nicht nur. Dass vor allem Kindern die Augen überlaufen, ist kein Wunder. Nur wenige verstehen es, Kunst für Nachwuchs so zu verpacken wie das Ehepaar. Ihre Werkstatt gleicht einer Traumfabrik.

Gerade war wieder eine Kindergartengruppe zu Besuch. Aus Schönwalde kam die, das liegt bei Bernau. Ein Wandbild für ihre Einrichtung haben Rossas bereits geschaffen. Ein überdimensionales Tischlein deck dich ist es geworden für den Essbereich. Mit Gabel, Messer, fröhlichem Obst und Gemüse, das hin- und herkippelt. "Die Kinder finden es toll", versicherte Erzieherin Daniela Petzold am Dienstag. Da war die AWO-Kita "Traumland" zu Besuch. Zur Stippvisite sozusagen. Sie wollten sehen, wie ihr nächstes Wandbild entsteht.

Das haben Rossas im alten Kuhstall aufgestellt. Es ist so gut wie fertig, muss nur noch montiert werden. Die handwerklichen Arbeiten, sagt Sabine Rossa, dauern vielleicht noch einmal einen Tag. Insgesamt haben sie und ihr Mann seit der ersten Skizze ein halbes Jahr an den übergroßen Ästen und Zweigen, Knospen, Blättern und Früchten gearbeitet, die nun die Wand verschönern werden. "Das Bild soll die Fantasie der Kinder anregen", wünschen sich Rossas. "Oder dem Traumland als Traumbild dienen." Dieses Gegenüber des ersten Wandbildes, dem fliegenden Tischtuch, schmiegt sich reliefartig an die Wand und prägt den grafischen Charakter. Altes und neueres Holz haben Rossas für die Einzelteile verwendet. Sogar Pressholz, das die Künstler eher selten verwenden, kommt auf einmal, hübsch angemalt, groß raus.

Rossas beschäftigten sich schon zu DDR-Zeiten mit "Kunst am Bau", vor allem im Innenbereich von Kindereinrichtungen. Wartebereiche von Polikliniken haben sie mit ihren zeitlosen Wandspielen und Bildern gestaltet, später den Treppenbereich der Altreetzer Grundschule farblich mitgeprägt, die Stephanuswerkstätten in Altranft und Falkenberg. Am liebsten hat es das Künstlerpaar, wenn ihre Werke in der Region bleiben. Da, wo das Holz zum großen Teil herkommt, mit dem sie arbeiten. "Altes Holz oder besonderes vom Maulbeerbaum etwa suchen wir immer", sagt die Künstlerin.

"Dass wir uns einmal mit Kinderspielsachen etablieren werden", so ihr Mann, "hätten wir uns nie träumen lassen." Unglücklich scheint der Künstler auf jeden Fall nicht darüber zu sein. Auch nicht über seinen Wohnort, an den es ihn einst aus Berlin zog. Die Region sei längst ihre Heimat geworden, versichern Rossas. Nächstes Jahr sind sie seit 20 Jahren im Bruch zuhause.

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