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Schweinricher Straße im September fertig

Das letzte Stück: Knut Kleemann und Michael Berndt (im Bagger) sorgen derzeit für den Einbau des Regenwasserablaufs. Nur noch rund 250Meter Fahrbahn müssen gebaut werden. Zehn Mitarbeiter der Eurovia VBU sind damit noch beschäftigt.
Das letzte Stück: Knut Kleemann und Michael Berndt (im Bagger) sorgen derzeit für den Einbau des Regenwasserablaufs. Nur noch rund 250Meter Fahrbahn müssen gebaut werden. Zehn Mitarbeiter der Eurovia VBU sind damit noch beschäftigt. © Foto: MZV
Christian Schönberg / 09.08.2016, 17:28 Uhr
Schweinrich (MZV) Nur noch 250Meter Straße sind zu bauen. Dann ist sie fertig: die Ortsdurchfahrt Schweinrich. Zwischen Flecken Zechlin und Wittstock verkürzt sich dann wieder die Fahrt um rund 20Kilometer.

Doch schon jetzt nutzen mehr Autofahrer als erlaubt den kurzen Weg in die Dossestadt. Denn es gibt eine Behelfsstrecke mit Ampelregelung - über Rosenecker Straße und Kleingasse. Diese Nebenstrecke ist zwar ausdrücklich nur für Einheimische gedacht. Sie hat sich aber weit herumgesprochen: Ein Auto mit Schweriner und eines mit Nordwestmecklenburger Nummernschild stehen an der Ampel aus Richtung Wittstock. Von der anderen Seite aus Rheinsberg kommt sogar ein Wohnmobil aus den Niederlanden. Der Fahrer muss einen zufällig des Weges kommenden Schweinricher nach dem Weg fragen.

Gerade diese Ortsunkundigen sorgen dafür, dass die Ampelregelung nicht funktioniert, ärgert sich Dirk Grunert, Bauleiter von Eurovia VBU. "Die Strecke ist nur für die Schweinricher und den Bus da", sagt er. Die Fremden verfahren sich, biegen falsch ab und kehren verunsichert wieder um. Derweil kommt schon der andere Verkehr entgegen. Im Dorf gab es schon die Annahme, die Ampel sei falsch geschaltet. "Das ist aber nicht richtig", sagt Grunert. Er habe es selbst noch einmal überprüft: Die 25-sekündige Grünphase auf beiden Seiten ist optimal für einen Tempo20 bis 25 fahrenden Verkehr geschaltet. Wenn sich niemand verfährt, könne eigentlich nichts passieren.

Den Eurovia-VBU-Bauleiter ärgern die Beschwerden deshalb, weil die Behelfsstrecke ein Entgegenkommen war - "in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Stadt Wittstock". Und weil ansonsten alles zeitlich so optimal verläuft: Im November vorigen Jahres war die Baustelle im Beisein von Landesverkehrsministerin Kathrin Schneider(SPD) offiziell eröffnet worden (RA berichtete). Schon damals hieß es, im Oktober 2016 ist die Straße fertig. Und das wird jetzt auch geschafft, betont Grunert. 750Meter sind bereits erneuert und in der zweiten Septemberwoche dürfte auch die Trag- und Deckschicht für den letzten Viertelkilometer aufgetragen werden. Ende September erfolgt die Abnahme. Und wenn dann alles in Ordnung ist, könnten die Verbotsschilder schon wieder weg. Angesichts des regelmäßigen Baurapports dürften am Ende noch allzu viele Entdeckungen nach Fertigbau die Freigabe verzögern.

Bisweilen sind die Verbotsschilder sogar völlig missachtet worden. Die Polizeidirektion Nord bestätigte, dass auf Wunsch der Anwohner verstärkt kontrolliert worden ist - mit Erfolg. Wer die Durchfahrt missachtet hat, bekam ein Bußgeld in Höhe von mindestens 20Euro aufgebrummt, so Polizeisprecherin Dörte Röhrs. "Wer sichtbar den Verkehr behindert hatte, musste auch mit einer höheren Strafe rechnen", betont sie. Wie häufig kontrolliert wurde und wie viele erwischt werden konnten, konnte Röhrs aber nicht sagen. Die Kontrollen seien je nach Lage von verschiedenen Stellen - Revierpolizist, Wachwechseldienst oder Verkehrspolizei - unternommen worden. "Da führen wir keine Statistik."


■ 40Jahre lang war es offiziell nicht möglich, über die L15 von Flecken Zechlin nach Wittstock zu kommen. Die Straße war wegen des Schießplatzbetriebs gesperrt und wurde erst am 10.November 1992 für den Verkehr freigegeben.
■ Die L15-Ortsdurchfahrt in Schweinrich blieb derweil weitere zweieinhalb Jahrzehnte in einem erbärmlichen Zustand. Das Land schob Investitionen immer wieder auf - auch weil die Strecke zu den vergleichsweise gering genutzten Landesstraßen gezählt hat.
■ Die Bürgerinititiative "Leben ohne Beben" erreichte ab 2014 ein Umdenken beim Land. Schäden an den Gebäuden wegen des Schwerlastverkehrs auf der rumpeligen Maut-Ausweichstrecke sprachen für den Neubau. Investiert werden nun 1,42Millionen Euro. (crs)

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