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Fürstenwalder Steinmetzmeister hat Porträtplatte in Granit-Findling aus Libbenichen eingepasst

Von Haerlem am Deich gewürdigt

Ausschnitt eingemessen: Der Fürstenwalder Steinmetzmeister Torsten Schulz passt die Fläche ein, in die die Porträtplatte später eingelassen wird. Der gesamte Stein erhielt einen Schutz vor Graffiti-Schmierereien.
Ausschnitt eingemessen: Der Fürstenwalder Steinmetzmeister Torsten Schulz passt die Fläche ein, in die die Porträtplatte später eingelassen wird. Der gesamte Stein erhielt einen Schutz vor Graffiti-Schmierereien. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 01.09.2016, 06:29 Uhr
Sydowswiese/Nieschen (MOZ) Am 4. September startet die dritte Kleine Friedensfahrt über den Neuen und Alten Deich zwischen Sydowswiese und Nieschen. Die Aktion der Gemeinden Letschin und Bleyen-Genschmar sowie der Märkischen Oderzeitung wird vom Gewässer- und Deichverband sowie der Arbeitsinitiative Letschin unterstützt.

Die Vorbereitungen für die Kleine Friedensfahrt am Sonntag sind so gut wie abgeschlossen. Am Montag und Dienstag passte der Steinbildhauermeister Torsten Schulz die Porträt-Platte in den Von-Haerlem-Stein ein. Diesen Findling hatte der Deichverband im vorigen Jahr der Gemeinde Letschin geschenkt. Das Landesumweltamt gestattete, ihn auf dem Dammstummel des Neuen Deiches aufzustellen. Der rötliche, alkalifeldspatreiche Granit stammt aus Südschweden und ist im Pleistozän während der letzten Eiszeit mit den Gletschern ins Oderland transportiert worden. Ein Mitarbeiter des Deichverabandes hatte ihn bei Arbeiten in Libbenichen entdeckt und dem Gedo übergeben. Zunächst lagerte der Stein in Reitwein, dann an der Manschnower Mühle, von wo er nach Sydowswiese kam. Dort war er zuletzt von der Feuerwehr Letschin noch einmal gründlich gesäubert worden.

Torsten Schulz stand lediglich eine zeitgenössische Zeichnung des Oberdeichinspektors Von Haerlem als Vorlage für die Radierung, die er auf schwarzes Hartengestein aufgetragen hat, zur Verfügung. Bei dem schwarzen Stein handelt es sich um Syenit. Syenite sind reich an Feldspäten, aber im Vergleich zu Graniten arm an Quarz.

Der Fürstenwalder Steinmetzmeister, der bereits vielerorts Gedenk- und Erinnerungsteine bearbeitet hat, brauchte zwei Tage, um die schwarze Platte genau in den rötlichen Findling einzupassen. Dafür wurde eine glatte Fläche in den unebenen Natur-Stein geschnitten. Der gesamte Stein ist zum Abschluss noch mit einer Schicht versehen worden, die ihn vor Schmierereien und Graffiti schützt.

Auskunft über die Persönlichkeit Von Haerlems gibt eine der Info-Tafeln, die die Arbeitsinitiative Letschin gemeinsam mit der Gemeinde Letschin, der MOZ, dem Landesumweltamt und dem Gedo erstellt hat. Simon Leonard von Haerlem wurde am 5. Dezember 1701 in Hitzacker an der Elbe geboren und verstarb 1775 in Berlin. Der Alte Fritz hatte ihn für sein Projekt Trockenlegung des Oderbruchs zum Oberdeichinspektor gemacht. Bereits 1732, da war Friedrich noch als Kronprinz in Küstrin gefangen, wurde Von Haerlem von Friedrich Wilhelm I. als Gutachter für die Stromregulierung von Oder und Warthe herangezogen. Am 12. April 1746, also vor 270 Jahren, erfolgte seine Ernennung zum Kriegs- und Domänenrat bei der Kurmärkischen Kammer.

Mit der Würdigung des Oberbaudirektors der Trockenlegung will die Gemeinde Letschin an die kulturhistorische Bedeutung des Vorhabens erinnern. Das Ensemble am "Von Haerlem-Blick", das am Sonntag eingeweiht wird, ist ein beliebter Rastplatz für Touristen und auch einheimische Spaziergänger oder Radler. Sie erhalten dort nun auch einige Informationen zur Geschichte des Oderbruchs und speziell dieses Deichabschnittes .

3. Kleine Friedensfahrt, 4. September: Treff 9.50 Uhr am Parkplatz Dorfeingang Sydowswiese, Radfahrt/Lauf über Alten oder Neuen Deich nach Nieschen, zurück nach Sydowswiese, Einweihung Von-Haerlem-Blick, Fahrradbestellung unter Tel. 033633 69080, per Mail: unter info@oderlandrad.de oder www.oderlandrad.de

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