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Wohnbau stellt Umbau- und Sanierungspläne für die Blöcke in der Großen Scharrnstraße vor

Stil der DDR-Postmoderne bleibt erhalten

Unscheinbar und verschlafen: So wirkt die Große Scharrnstraße heute - das soll sich mit der Sanierung ändern
Unscheinbar und verschlafen: So wirkt die Große Scharrnstraße heute - das soll sich mit der Sanierung ändern © Foto: Heinz Köhler
Sonja Jenning / 18.01.2018, 21:23 Uhr
Frankfurt (soj) 2021 will die Wohnungsbaugenossenschaft die Sanierung ihrer Gebäude an der Großen Scharrnstraße abgeschlossen haben. Darüber informierten die Vorstandsvorsitzende Michaela Schmitz-Schlär und Vorstand Olaf Runge am Donnerstagnachmittag im Stadtteilforum Mitte.

In diesem Jahr erfolgt die Sanierung des Wohnblocks 14a. Baubeginn ist im Mai. 2019 folgen die 11a und die 23a, im Jahr darauf die 8 und die 20a, 2021 schließlich die 17a und die 26a. Pro Block investiert die Genossenschaft rund 2 Millionen Euro, umgerechnet sind das 1400 bis 1500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, sagte Olaf Runge. In den sanierten Häusern wird die Nettokaltmiete bei 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen, hinzu kommen 3 Euro Betriebskosten pro Quadratmeter.

Ziel der Sanierung sei es, sowohl die Identität der Straße mit ihren baugebundenen Kunstwerken - unter anderem von Michael Voll und Walter Kreisel - als Beispiel für ein Ensemble der DDR-Postmoderne zu erhalten, als auch dem wachsenden Leerstand zu begegnen. Als Nachteile hat die Genossenschaft hohe Heizkosten, die fehlende Barrierefreiheit, dunkle Gewerbeflächen und zu viele Ein-Raum-Wohnungen, die nur knapp 28 Quadratmeter groß sind, ausgemacht. "Wohnungen dieser Größe werden nur sehr spärlich nachgefragt", so Olaf Runge.

Im Rahmen der Sanierung werden die Grundrisse daher so verändert, dass es nach Abschluss weniger, dafür aber größere Wohnungen mit einer Fläche zwischen 42 und 90 Quadratmetern gibt, erläuterte der mit den Planungen beauftragte Architekt Bernhard Schuster. Aufzüge und größere Bäder sorgen für Barrierefreiheit. Die Hauseingänge werden Richtung Große Scharrnstraße verlegt. Die Energieeffizienz wird durch Innendämmung und neue Fenster verbessert. Eine Außendämmung ist nicht geplant, um die Gebäude in ihrer Außenwirkung nicht zu verändern, betonte der Architekt. Die Sanierung der Fassade erfolgt in Anlehnung an ihren Entstehungszeitraum 1987/88, um dieses Zeitfenster der Stadtgeschichte zu dokumentieren und zu erhalten. Aus diesem Grund bleiben auch die Kolonnaden im Erdgeschoss bestehen, die überdies als Tragwerk für die darüber liegenden Loggien dienen. Um die Gewerbeflächen im Erdgeschoss flexibler zu gestalten, werden diese innen auf den Rohbau zurückgesetzt, das heißt, alles was nicht tragend ist, wird abgerissen und später mit Trockenbauwänden neu konstruiert.

Für die Sanierung müssen die Mieter die Häuser verlassen. Das Umzugsmanagement wird ein Jahr vor Baubeginn durchgeführt. "Wir bieten allen eine Wohnung an und übernehmen die Umzugskosten", erklärte Olaf Runge.

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