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Vom Festgottesdienst zum Menuett

Dagmar Martin hat die erfolgreiche Spenden-Aktion mit ins Leben gerufen.
Dagmar Martin hat die erfolgreiche Spenden-Aktion mit ins Leben gerufen. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 20.09.2016, 05:00 Uhr
Bärenklau (OGA) Kaum ist das Erntefest vorbei, darf in Bärenklau schon wieder groß gefeiert werden: Am Sonntag wird die kleine, aber baulich in der Region so besondere Kirche des Ortes 350 Jahre alt.

Zum Jubiläum wird das Bärenklauer Gotteshaus selbstverständlich fein gemacht: Momentan sind sämtliche Fensterbögen der auf einem ungewöhnlichen, weil sechseckigen Grundriss errichteten Kirche eingerüstet. "Bis zum Sonntag wird die Farbe hoffentlich trocken sein", bemerkt Pfarrer Thomas Hellriegel von der Evangelischen Dreieinigkeitskirchengemeinde Vehlefanz schmunzelnd und mit Blick auf die Arbeiten.

Dass die aus vielen Dutzend kleinen gerahmten Scheiben bestehenden Fenster aufgearbeitet und neu gestrichen werden können, ist maßgeblich dem Evangelischen Frauenkreis Bärenklau zu verdanken. Die höchst aktiven Kirchenfrauen regten eine Spendenaktion an, bei der jeder Sponsor eine kleine Scheibe symbolisch erwerben konnte - beginnend beim Preis von zehn Euro. Mittlerweile sind so mehr als 5 700 Euro zusammen gekommen. Stolz verweist Dagmar Martin vom Evangelischen Frauenkreis auf die beiden im Kirchenschiff aufgehangenen Plakate mit den Namen der Spender. Darunter sind viele Privatpersonen, aber beispielsweise auch die Bärenklauer Jagdgenossenschaft oder das Vehlefanzer Kirchencafé. "Ein bisschen Platz ist noch", betont sie lachend und lädt dazu ein, sich am Erhalt der Kirche zu beteiligen.

Als das kleine Gotteshaus vor 350 Jahren, anno 1666, erbaut wurde, war der architektonische Stil für damalige Verhältnisse sehr modern. Initiiert von Louise Henriette von Oranien, befand sich die Kanzel an zentraler Stelle des sechseckigen Backsteinbaus. "In den Niederlanden haben viele Kirchtürme einen sechseckigen Grundriss. Das wurde dann hier auf die gesamte Dorfkirche übertragen", weiß Pfarrer Hellriegel, der sich schon sehr auf den Festgottesdienst und die anschließenden Feierlichkeiten am Sonntag freut. Um 14 Uhr wird der Superintendent des Kirchenkreises Oberes Havelland, Uwe Simon, eine Festpredigt halten. Danach sind alle Festgäste und Besucher in den Bärenklauer Dorfkrug eingeladen. Dort soll es ein buntes Programm geben, das viele Akteure aus dem Pfarrsprengel seit Wochen vorbereiten. Neben kurzen Grußworten mehrerer Ehrengäste gibt es auch einen Vortrag zu den baulichen Besonderheiten der Kirche. Spannend und unterhaltsam zugleich dürfte der Auftritt der Theatergruppe der Kirchengemeinde werden. Diese haben sich vorgenommen, die dreieinhalb Jahrhunderte seit dem Bau der Kirche in drei szenischen Bildern auf die Bühne zu bringen. Und auch der Seniorentanzverein Bärenklauer Spätlese hat sich etwas Besonderes zum Kirchenfest einfallen lassen. So werden die in historische Kostüme gekleideten Tänzer ein Mozartsches Menuett und ein Concerto Grosso von Händel aufführen. Musikalisch umrahmt wird das Fest vom Posaunenchor, dem Flötenkreis und dem Bärenklauer Chor "Die Bären".

Bei aller Vorfreude auf die Jubiläums-Feierlichkeiten vergisst Pfarrer Hellriegel jedoch nicht, auf den weiteren Sanierungsbedarf der Bärenklauer Kirche hinzuweisen. Insbesondere immer wieder auftretende Wasserschäden im Sockelbereich machen dem altehrwürdigen Bau zu schaffen. "Hier müssen wir in den kommenden Jahren unbedingt eine grundlegende Sockel-Sanierung hinbekommen", so Hellriegel. Und wenn die einst geschafft sein sollte, wäre eine neue Ausmalung des Kirchenschiffs die Krönung der seit vielen Jahren andauernden Sanierungsbemühungen.

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