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Solarpark statt Mondlandschaft

Raupen werden die Kraterlandschaft planieren: Noch 2016 sollen die Baumaschinen anrücken, um das Areal zu nivellieren und anschließend die ersten Solarmodule zu installieren.
Raupen werden die Kraterlandschaft planieren: Noch 2016 sollen die Baumaschinen anrücken, um das Areal zu nivellieren und anschließend die ersten Solarmodule zu installieren. © Foto: Thomas Gutke
Martin Risken / 30.09.2016, 21:00 Uhr
Großwoltersdorf (GZ) Noch in diesem Jahr will die Hamburger Enerparc AG mit der Errichtung von Solarmodulen auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube bei Großwoltersdorf beginnen. Schrittweise soll auf 35 Hektar Fläche eine Anlage mit einer Gesamtleistung von bis zu 30 Megawatt installiert werden.

Das kündigte Hendrik Schramm von Enerparc am Donnerstagabend im Sportlerheim Großwoltersdorf an, wo eine von der Gemeinde einberufene Bürgerversammlung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes einberufen worden war. Auch muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Nach Angaben von Mirko Leddermann vom Büro für Städtebau und Tiefbau Neubrandenburg, das mit der Erarbeitung der Pläne beauftragt worden ist,

gibt es aber nicht nur planerische Hürden. Der Investor hat beim Landesbergamt in Cottbus die Entlassung des stillgelegten Kiestagebaus aus dem Bergrecht beantragt. Eine Antwort dazu werde in den nächsten Tagen erwartet. Außerdem benötigt Enerparc die Genehmigung, im Landschaftsschutzgebiet zu bauen, was eigentlich tabu sei. Aber auch in diesem Punkt zeigte sich Schramm überzeugt, die Genehmigung zu erhalten. Auf die Belange des Naturschutzes soll Rücksicht genommen werden, eine etwa kreisrunde Fläche in mitten des Plangebietes soll ausgespart werden. Dort entdeckte ein vom Planungsbüro eingesetzter Biologe die Zauneidechse und seltene Vögel, die geschützt werden müssen. Zwei weitere kleinere Flächen am Rande bleiben deswegen ebenfalls ausgespart.

Die Gemeinde Großwoltersdorf mit ihrem Bürgermeister Ingo Utesch (BI Wolfsruh) befürwortet das Vorhaben. Auch unter den anwesenden Bürgern gab es keine generelle Ablehnung, dafür aber viele Fragen. So soll die Mondlandschaft nivelliert werden, ohne die Verwendung von zusätzlichem Material. Das Gelände werde planiert, aber nicht völlig eingeebnet. Leichte Hügel sollen bleiben, auf denen die Solarmodule aus Silizium in einem Zeitraum von vier Jahren errichtet werden sollen. All das geschehe nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise. Das Gelände - von den 50 Hektar Plangebiet werden rund 35 Hektar bebaut - wird mit einem zwei Meter hohen Zaun mit Überstiegsperre gesichert. Per Erdkabel soll der Solarpark mit dem zehn Kilometer entfernten Umspannwerk Rheinsberg verbunden werden, um dort den Strom einspeisen zu können. Später will der Investor noch ein eigenes Umspannwerk in der Nähe des Solarparks bauen. Den Strom will Enerpark über die Strombörse Leipzig verkaufen.

Schon am 14. März 2012 fassten die Gemeindevertreter von Großwoltersdorf den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Ein anderer Investor zeigte damals Interesse an einem Solarpark in der Kiesgrube. Dann änderten sich aber die Regeln für die Einspeisevergütung, und der Investor nahm Abstand von seinen Plänen. Jetzt ist das Verfahren wieder aufgenommen worden. Die Beteiligung der Behörden läuft zurzeit, außerdem soll der Plan für vier Wochen in der Amtsverwaltung Gransee zur Einsicht ausgelegt werden. Wenn alle Stellungnahmen eingegangen sind, gibt es eine Abwägung per Gemeinderatsbeschluss. Danach muss der Plan nochmals öffentlich ausgelegt werden, bevor auf seiner Grundlage die Baugenehmigung beantragt werden kann.

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