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"Versprechungen halte ich für unseriös"

"Einer von hier, einer wie wir": Mit diesem Slogan geht der 52-Jährige in das Rennen um den Bürgermeister-Posten.
"Einer von hier, einer wie wir": Mit diesem Slogan geht der 52-Jährige in das Rennen um den Bürgermeister-Posten. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 26.10.2016, 03:00 Uhr
Kremmen (OGA) Das Plakat an der Laterne direkt vor seinem Wohnhaus im Kremmener Ortsteil Orion nimmt Eckhard Koop mit Humor. Es zeigt den amtierenden Bürgermeister und Konkurrenten Klaus-Jürgen Sasse (SPD). "Dafür habe ich ihm eines meiner Plakate direkt vors Rathaus gehangen.Da kann er aus seinem Fenster täglich drauf schauen", so Koop verschmitzt.

Ob der Ortsvorsteher von Kremmen zur Wahl des Bürgermeisters der Ackerbürgerstadt überhaupt antreten würde, war bis Mitte des Jahres noch offen. "Ich hatte da schon seit Monaten viele Anfragen von Bürgern aus Kremmen, aber auch aus den Ortsteilen, die mich zu einer Kandidatur bewegen wollten", betont der selbstständige Malermeister. Aber so eine Entscheidung, so ein Einschnitt in die Lebensplanung habe Zeit gebraucht, betont der dreifache Vater und Chef von drei Angestellten: "Ich habe seit 27 Jahren meine Malerfirma, und ich liebe den Beruf. Da bedarf es guter Gründe, um das aufzugeben."

Diese guten Gründe sieht er in der Kandidatur für den Bürgermeisterposten gegeben. "Einer von hier. Einer wie wir" - dieser Slogan schmückt Koops Wahlplakate. "Das ist für mich kein Spruch, ich lebe tagtäglich diese Worte, und das wissen die Leute", sagt der 52-Jährige, der, so betont er, seit 52 Jahren in Kremmen lebt. Tatsächlich ist Eckhard Koop in der Ackerbürgerstadt, aber auch in den Ortsteilen omnipräsent. Für seine Plakatmotive, die ihn in jedem Ort zusammen mit Einwohnern vor dem jeweils prägenden Gebäude zeigen, habe er nicht lange zum Fototermin bitten müssen: "Die Leute haben sich gern mit mir fotografieren lassen, weil sie wissen, das ist einer von uns", nimmt er seinen Wahlspruch noch einmal auf.

Seit 1998 Abgeordneter in der Stadtverordnetenversammlung, hat Koop insbesondere in den vergangenen beiden Jahren, seit er Ortsvorsteher von Kremmen ist, immer wieder mit Ideen, Themen und Kampagnen auf sich aufmerksam gemacht. Am meisten mit seinem Namen ist wohl das Ringen um die Sanierung des Klubhauses am Kremmener Markt verknüpft. Eine von ihm initiierte Unterschriftensammlung für die vom Ortsbeirat favorisierten Ausbaupläne, die auch ein Seniorenzentrum beinhalten, unterzeichneten weit mehr als 1 000 Kremmener. Trotzdem wehrt sich Koop dagegen, das Klubhaus als sein wichtigstes oder gar einziges Thema im Wahlkampf anzusehen. Auf seinem Info-Flyer sind zehn Schwerpunkte aufgelistet. "Aber Sie werden dort, im Gegensatz zu anderen Kandidaten, keine Wahlversprechen finden", betont Koop. "Denn solche Versprechungen halte ich bei der gegenwärtigen Haushaltslage der Stadt für unseriös", legt er nach. Daher würde seine erste Amtshandlung als Bürgermeister auch ein Kassensturz im Rathaus sein. "Ich glaube, dass momentan keiner der Abgeordneten die wahre Haushaltssituation Kremmens kennt", betont Koop. Fakt sei aber, dass die Stadt stark mit Krediten belastet ist und allein die Tilgungsrate riesige Summe des jährlichen Haushalts verschlinge. "Wer dann bei einer jährlichen Investitionssumme von vielleicht einer Million Euro diverse Radwege verspricht, die jeder allein so um die 1,5 Millionen kosten, der macht den Bürgern etwas vor", teilt er noch einmal in Richtung des amtierenden Bürgermeisters aus. Aufgrund des angespannten Haushaltes müsse sich ein zukünftiger Bürgermeister auch viel mehr als bisher um die Erhöhung der Einnahmen, um die bessere Auslastung der Gewerbegebiete und um die Unterstützung der ortsansässigen Firmen kümmern. "Auch da wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel versäumt. Es gibt hier Gewerbetreibende, die den Bürgermeister in dessen gesamter Amtszeit nicht einmal gesehen haben", kritisiert Koop. Sich selbst traut er den Job des Bürgermeisters definitiv zu. "Ich verfüge über genügend Lebens- und Berufserfahrung, um das zu stemmen. Und dank meiner 27 Jahren Selbstständigkeit macht mir beispielsweise beim Thema Vergaberecht keiner etwas vor", so der Kandidat selbstbewusst. Auf die obligatorische Frage, welche Chancen er sich bei der Wahl am 6. November selbst einräumt, antwortet Koop allerdings eher bescheiden: "Ich hoffe natürlich auf ein gutes Ergebnis, aber bei vier Kandidaten hat erst Mal jeder die Chance auf 25 Prozent. Etwas anderes vorherzusagen, halte ich für arrogant".

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