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Schwere Entscheidung

Klaus-Jürgen Sasse: Seinen Lieblingsplatz am Beetzer See nutzt er zum Entspannen und Krafttanken.
Klaus-Jürgen Sasse: Seinen Lieblingsplatz am Beetzer See nutzt er zum Entspannen und Krafttanken. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 29.10.2016, 03:00 Uhr
Kremmen (OGA) Den Platz auf dem Steg am Beetzer See liebt Klaus-Jürgen Sasse über alles: "Hier kann ich nicht nur die Beine, sondern auch die Seele baumeln lassen." Den Platz im Chefsessel des Kremmener Rathauses muss Sasse allerdings auch lieben. Immerhin tritt der 65-jährige Amtsinhaber zur Bürgermeisterwahl am 6. November erneut an.

"Aber es war wirklich eine schwere Entscheidung, sich noch einmal zur Wahl zu stellen", gibt Sasse unumwunden zu. Schließlich blickt der SPD-Mann auf mittlerweile 23 Jahre als Oberhaupt der Stadt zurück - von 1993 bis 2001 als Amtsdirektor, seit 2001 als hauptamtlicher Bürgermeister. "Und natürlich wird man auch nicht jünger, denkt darüber nach, ob man den Anforderungen, den Belastungen des Amtes noch gewachsen ist".

Denn eines betont er im Gespräch gleich mehrfach: "Das Bürgermeisteramt ist kein Acht-Stunden-Job, das ist eine Lebensaufgabe. Und wenn ich die weiter erfüllen will, dann nur mit hundertprozentigem Einsatz". Letztlich habe bei seiner Entscheidung für eine erneute Kandidatur aber auch das Drängen seiner Partei, noch einmal anzutreten, eine wichtige Rolle gespielt. "Wir wollen die erfolgreiche Sozialpolitik der SPD in Kremmen weiterführen. Und wenn meine Partei meint, dass dies mit mir am ehesten umzusetzen ist, dann kann ich mich dem nicht verschließen", so Sasse. Allerdings gibt er auch zu, im Falle seiner Wiederwahl zunächst an die nächsten vier Jahre und nicht an die volle Amtszeit von acht Jahren zu denken: "In vier Jahren kann man weitersehen".

Bei der Antwort auf die Frage, was er als Bürgermeister in der vergangenen Legislaturperiode erreicht habe und was noch zu erledigen sei, betont Sasse die Rolle des Parlaments: "Als Bürgermeister macht man nie allein Politik, sondern hat vielmehr dem zu folgen, was die Abgeordneten als Prioritäten festsetzen". Natürlich sei das Amt leichter zu bewältigen, wenn die eigene Partei eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung habe oder diese gemeinsam mit anderen Fraktionen finde.

Stolz sei er daher auf die dauerhafte Schwerpunktsetzung im sozialen Bereich, insbesondere bei Kitas und Schulen. Da habe Kremmen in den letzten Jahren viel investiert und einen sehr guten Standard erreicht. "Und da werde ich, wenn ich Bürgermeister bleibe, auch keine Abstriche zulassen", gibt sich Sasse kämpferisch. Doch neben dieser inhaltlichen Kontinuität will er auch Neues, bisher nicht Erledigtes anpacken.

Dazu gehört der Bau von drei die Landesstraßen begleitenden Fahrradwegen. Dieses Thema habe in den vergangenen Jahren, insbesondere seit der Einführung der Lkw-Maut, immens an Bedeutung gewonnen. Seitdem würden immer mehr Schwerlasttransporter auf den Landesstraßen unterwegs sein und Fahrradfahrer zunehmend gefährden. "Da müssen wir handeln und nicht erst warten, bis etwas passiert", stellt Sasse klar. Und verwehrt sich zugleich dagegen, mit den Forderungen nach Radwegen lediglich Wählerfang in den Ortsteilen betreiben zu wollen. Auch die Finanzierung sei machbar. "Für mich gehört der Radwegebau zum Straßenbau. Dafür haben wir pro Jahr 300 000 bis 500 000 Euro im Haushalt. Zusammen mit Fördermitteln und eventuell einzusetzenden Geldern aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb können wir die drei Radwege in drei bis vier Jahren realisieren", rechnet Sasse vor.

Den Zweiflern hält er außerdem das Beispiel der in Eigenregie der Stadt erbauten Häuser für Flüchtlinge vor. Auch da hätten viele gefragt, warum sich Kremmen dieses Riesen-Vorhaben aufgebürdet hat. "Wenn man von einer Sache überzeugt ist, kann man sie auch umsetzen. Und ich war von Anfang an überzeugt, dass das Projekt nicht nur 240 Flüchtlingen, sondern spätestens in drei Jahren vor allem den Kremmenern zugute kommen wird. Nämlich dann, wenn wir die Häuser übernehmen und bezahlbaren Wohnraum mitten in der Stadt zur Verfügung haben".

Wenn also eine Stadt ein Projekt in dieser Größenordnung innerhalb von wenigen Monaten gestemmt habe, brauche man auch vor drei, zugegebenermaßen anspruchsvollen, Radwegen nicht zurückzuschrecken. Und schließlich, so Sasse abschließend, sei er Optimist und könne mit Misserfolgen sehr schlecht umgehen: "Ich gehe stets lieber vom Gelingen aus."

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