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Neubarnimer Landwirtschaftsbetrieb hat in Altbarnimer Rinderanlage investiert

Noga trotzt der Milchkrise

Investition in Altbarnim: NOGA-Geschäftsführer Andreas Schmidt-Frielinghaus (links) und Alexander Franke, Leiter der Pflanzenproduktion, vor dem neuen Güllebehälter.
Investition in Altbarnim: NOGA-Geschäftsführer Andreas Schmidt-Frielinghaus (links) und Alexander Franke, Leiter der Pflanzenproduktion, vor dem neuen Güllebehälter. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 01.12.2016, 19:08 Uhr
Neubarnim (MOZ) Der Landwirtschaftsbetrieb Noga will trotz schlechter Rahmenbedingungen weiter Milch produzieren. Das betonte Geschäftsführer Andreas Schmidt-Frielinghaus bei der Übergabe eines neuen Güllebehälters an der Altbarnimer Milchviehanlage.

Hinter den 31 Mitarbeitern der Noga Neubarnim und der Agrarproduktion Zelliner Loose liegt eine zweijährige Durststrecke. Bei Erzeugungskosten von 32 Cent je Liter Milch haben sie zeitweise nur 20 Cent für den Liter erhalten. Mit einer Jahresproduktion von 4,5 Millionen Liter Milch musste der Betrieb erheblich zusetzen. Aktuell liegt der Preis wieder bei 33 Cent. "Das bestätigt uns im Bemühen, an der Milchproduktion festzuhalten", so Schmidt-Frielinghaus. In der schwersten Zeit habe niemand nachgefragt, wie der Betrieb die Situation meistert, beklagt er.

Während die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung sehr gut sei, schätzt der Landwirt die Einflussnahme der Politik überwiegend negativ ein. Die Preiserholung jetzt habe nichts mit politischer Einflussnahme zu tun, die ohnehin nur zur Profilierung genutzt worden sei, meint der Landwirt. Den Erzeugern würden immer wieder Steine in den Weg gelegt und es werde alles getan, um die Verkaufspreise zu senken. Wie beim Wegfall der Milch- wirke sich auch der der Zuckerrübenquote negativ aus. "Wir waren gute Rübenproduzenten. Auf 40 Hektar haben wir jetzt letztmals Rüben angebaut. Mit guten Ergebnissen. Aber die Transportkosten zur Zuckerfabrik können wir nicht mehr übernehmen", sagt der Gusower.

Seine Noga hat über die Milchkrise hinweg den Bestand von 520 Milchkühen und insgesamt 1700 Rindern gehalten. Während andere Betriebe nach dem Wegfall der Milchquote ihre Rinder abschafften, setzt die NOGA weiter auf den Produktionszweig. "Wir haben sogar kontinuierlich in den Bereich investiert", erklärt Schmidt-Frielinghaus. Um die jährlich 4,5 Millionen Liter Milch zu verkaufen, brauche der Betrieb allerdings verlässliche Partner. Doch bislang sei er einer Molkerei auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, kritisiert der Landwirt. Viel besser wäre es, wenn man drei Molkereien als Abnehmer hätte und somit auf die Versuche reagieren könnte, den Preis zu senken, weiß er. Von der Idee, die Milch über Milchtankstellen zu vermarkten, hält Schmidt-Frielinghaus für seinen Betrieb nichts. Das würde Zeit und Kapazität kosten, die dann anderenorts wieder fehlt, meint er.

Der eben fertiggestellte Güllebehälter hat ein Volumen von 4000 Kubikmetern. Die darin gelagerte Gülle dient als Dünger. Sie könnte auch für die Fütterung von Biogasanlagen genutzt werden. Wobei der neue Behälter den Betrieb unabhängiger macht. Die Erfahrung habe gelehrt, dass einige Biogas-Anlagenbetreiber nicht so zuverlässige Partner sind, erklärt der Geschäftsführer. Zusätzlich sind in der Nachbarschaft mit einem Anbau an einen der Rinderställe weitere 40 Plätze für Rinder geschaffen worden.

"Dafür haben wir keine Fördermittel in Anspruch genommen", betont der Geschäftsführer. Baustellen dieser Art sorgen in der Noga traditionell dafür, dass niemand im Winter entlassen werden muss. Zum einen werden die im Sommer aufgehäuften Überstunden abgebaut und zum anderen werden solche Arbeiten durchgeführt, für die sonst keine Zeit wäre, erklärt der Chef.

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