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Großes Interesse am Selbstschlagen der Weihnachtsbäume in Sauen und Radinkendorf

Wälder lockten viele Familien an

Elke Lang / 19.12.2016, 07:46 Uhr
Radinkendorf/Sauen (MOZ) Den richtigen Weihnachtsbaum zu finden, das ist nicht leicht. Bei Sauen und Radinkendorf konnten die Interessenten am Wochenende selbst Beil oder Säge anlegen. Unter den Besuchern waren auch viele Familien.

"Eine Fichte aus brandenburgischem Wald, gewachsen auf Sand", hatten sich Opa Peter Hötzel und Oma Sabine aus Müllrose zufrieden ausgeguckt und gefällt. Die Auswahl auf einer Fläche von etwa vier Hektar in einem Privatwald etwa drei Kilometer von dem Ort Radinkendorf entfernt ist beträchtlich. Bestimmt war der Baum für Sohn Pascal Hötzel und dessen Lebensgefährtin Patricia Riese aus Frankfurt, die ihr erstes Weihnachtsfest mit ihrem am Sonnabend erst zwölf Tage alten Tammo begehen werden. Die Hötzels sind das zweite Mal zum Selbstschlagen eines Weihnachtsbaumes hier, das bereits seit 17 Jahren vom Verein Kolonie-Wilhelmshöhe-Beeskow immer im selben Waldstück angeboten wird. "Es ist die nächste und günstigste Gelegenheit für uns, und hier herrscht eine schöne Weihnachtsstimmung. Nur der Schnee fehlt", erzählt Peter Hötzel.

Manfred Hintz, der Schriftführer des 63-köpfigen Vereins, kennt das Gelände von Anfang an, als es noch eine Schonung mit kleinen Bäumen war. "Die Bäume der ursprünglichen Schonung sind inzwischen durchgewachsen, und entnommen werden jetzt die, welche durch natürliche Versamung nachwachsen", erklärt er. Ursprünglich war das Baumfällen nur als Jahresabschluss für den Verein gedacht. Nach getaner Arbeit kommt immer noch ein gemütlicher Teil in der Kolonie, traditionell mit Linsensuppe und Knacker, Bratwurst und Glühwein.

Das Baumfällen in Sauen fand an zwei Tagen statt und war eine Sache für Naturliebhaber, die auch einer etwas krummen Tanne noch viel abgewinnen können. "Für die Leute ist nicht so sehr der Baum wichtig, den sie mit nach Hause nehmen, sondern das ganze Drumherum beim Selbstschlagen", hat Revierförsterin Monique Müller beobachtet. Das Drumherum war eine rumpelnde Fahrt auf dem offenen Pritschenwagen. Es ging etwa drei bis vier Kilometer im gefühlten Zickzack durch den von der Stiftung August Bier betreuten Wald. An dem Punkt angekommen, von dem aus es mit Beil oder Säge auf die Suche ging, konnte man sich an einem kleinen Imbiss mit Obst, hausgebackenen Keksen und heißen Getränken stärken.

Die Baumernte fand in einem etwa 50 Jahre alten Versuchsstück mit verschiedenen Tannenarten und auch mit Kreuzungen statt. Die Bäume sind "durchgewachsen", also hochgewachsen, lassen sich jedoch noch gut fällen. Sie mussten dann auf die gewünschte Stubengröße gekürzt werden. "Das ideale Aussehen haben sie nicht unbedingt", gibt Monique Müller zu und kündigt an, dass es das letzte Mal war, dass die Bierstiftung solch eine Aktion machen kann. Es gibt dann einfach nicht mehr genug geeignete Bäume. Diesmal war deshalb schon nur eine Tour mit dem Wagen in den Wald geplant. Am Ende waren rund 400 Leute zu fahren gewesen.

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