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Netzwerk für landschaftliche Bildung realisiert Projekte mit Schulen und Kindergärten mit Bezug zur Region

Lernen aus nächster Nähe

Ein Mammut in Neuenhagen: Die Schüler der Insel-Grundschule in Neuenhagen erlebten im Rahmen ihrer Projektwoche zum Thema Eiszeit das längst ausgestorbene Tier - daher nur aus Stoff - aus nächster Nähe..
Ein Mammut in Neuenhagen: Die Schüler der Insel-Grundschule in Neuenhagen erlebten im Rahmen ihrer Projektwoche zum Thema Eiszeit das längst ausgestorbene Tier - daher nur aus Stoff - aus nächster Nähe.. © Foto: MOZ/Birte Förster
Birte Förster / 12.01.2017, 07:25 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Mit der Region über die Region lernen: Mit Hilfe des Netzwerks für landschaftliche Bildung wird an Schulen und Kitas ein Bezug zum Oderbruch hergestellt. Über viele praktische Projekte lernen die Kinder die Besonderheiten ihrer Heimat kennen.

Mit einer Mischung aus Faszination und Freude blicken die Kinder zu dem riesigen Mammut auf. Das flauschige Tier mit seinem langen Rüssel blickt zurück. Zu der Begegnung kam es nicht in freier Wildbahn, sondern in einem Klassenraum der Insel-Grundschule in Neuenhagen. Mit Interesse lauschen die Schüler der Geschichte des Mammuts und seines Lebens in der Eiszeit, die über Lautsprecher zu hören ist.

Das Projekt zum Thema Eiszeit wurde im Dezember in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für landschaftliche Bildung, das seit vorigem Jahr an das Museum Altranft angebunden ist, realisiert. Mit dem Projekt wolle man die Schüler nicht nur über die Eiszeit im allgemeinen informieren. "Wir möchten im Unterricht einen Bezug zum Oderbruch herstellen", erklärte Pia Klüver, Koordinatorin im Netzwerk für landschaftliche Bildung, das 2015 entstanden ist und Fördermittel aus dem Programm TRAFO-Modelle für Kultur im Wandel erhält, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Ziel sei es daher auch, dass "man mit Menschen ins Gespräch kommt, die ihr Leben in der Region gestalten", so Klüver.

Mittlerweile arbeitet das Netzwerk mit etwa acht Schulen und einem Kindergarten im Oderland zusammen. Darunter sind neben der Insel-Grundschule in Neuenhagen das Brecht-Gymnasium in Bad Freienwalde, die Grund- und Oberschule sowie das Johanniter-Gymnasium in Wriezen, die Grund- und Oberschule in Neutrebbin sowie der Kindergarten auf dem Land in Altranft.

"Es geht darum, das Oderbruch als Raum wahrzunehmen", sagt die Kunstpädagogin, die seit einem halben Jahr als Koordinatorin im Netzwerk arbeitet. Viele Projekte würden sich dazu anbieten, bestimmte Aspekte in der Region über künstlerische Methoden zu beschreiben. "Bildung, die versucht, die Landschaft mit einzubeziehen", beschreibt es die 28-Jährige.

In einem Projekt zum Thema Holz arbeitete das Netzwerk vor Kurzem auch mit der Allende-Grundschule in Wriezen zusammen. In szenischen Lesungen hätten sie und andere Beteiligte den Kindern Interviews mit Handwerkern aus der Region vorgetragen. Im Rahmen des Projekts schufen die Kinder auch eigene Werke aus Holz. "Eine Schülerin sagte uns, dass sie selbst Tischlerin werden wollte", erzählte Klüver von den Reaktionen der Schüler. Der Schulalltag werde mit derartigen Projekten durchbrochen und komme bei den Kindern daher gut an, hat sie die Erfahrung gemacht.

Der Kindergarten auf dem Land in Altranft hatte sich im vergangenen Jahr laut der Kunstpädagogin mit verschiedenen Bauformen und dem Handwerk auseinandergesetzt. Der Kindergarten plant nun, sich jedes Jahr in einem Projekt mit dem Jahresthema des Museums Altranft auseinander zu setzen. Für dieses Jahr sei rund um das Thema Wasser und Oderbruch ein Theaterstück geplant, so Klüver. Dazu wolle der Kindergarten auch mit einem Theaterpädagogen zusammenarbeiten. "Viele Schulen wollen das Jahresthema Wasser aufgreifen", sagte die Kunstpädagogin. "Unser Ziel ist, dass Schulen und Kindergärten Formate finden, die sie im Alltag etablieren können". Jedes Schulfach biete sich dafür an, einen Bezug zum Raum herzustellen, so Klüver.

Am 24. Januar findet das nächste Netzwerktreffen statt, an dem auch einige der Projektpartner aus der Region teilnehmen. Pia Klüvers Aufgabe ist es, für einzelne Projekte Bildungseinrichtungen und Künstler oder Handwerker aus dem Oderbruch zusammenzubringen. Entweder die Schulen wenden sich mit konkreten Projekten an sie, oder sie kontaktiert die Schulen und macht Vorschläge. "Es gibt immer mal die einen oder anderen, die mit Ideen zu uns kommen", ist bisher ihre Erfahrung.

Wichtig sei es auch, an den Einrichtungen in der Region erst mal die Idee für das Bildungsprogramm greifbar zu machen. So soll das Oderbruch künftig besonders in den Fokus gerückt werden. "Und alles, was die Landschaft formt - auch die Menschen, die dort leben."

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