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Explosiver Fund im Wald bei Hohensaaten / Zünder russischer Bauart entfernt und gesprengt

Polizei entschärft Splitter-Bombe

Steffen Göttmann / 26.01.2017, 20:47 Uhr
Hohensaaten (MOZ) Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei hat am Donnerstag in einem Waldstück bei Hohensaaten eine 70 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Sie war bei einer Suchaktion im Auftrag des Landesforstbetriebes entdeckt worden.

Lediglich ein dumpfer Knall war zu hören, als die Beamten den Zünder sprengten, berichtete Jens Schmoldt, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt Bad Freienwalde. Sehen konnten er sowie Stadtbrandmeister René Erdmann und Marco Knoll von der Bad Freienwalder Feuerwehr am Rand des abgesperrten Gebietes nichts. Denn der Fundort der Bombe lag ein Meter tief im Erdreich in einem Waldstück des Forstreviers Breitefenn nordöstlich von Hohensaaten. Dorthin durften nur die erfahrenen Beamten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei.

Eine halbe Stunde habe die Entschärfung gedauert, die für drei Stunden angesetzt war, sagte Jens Schmoldt. Der Sprengmeister habe den Zünder entfernt und ihn anschließend gesprengt. Dann habe er die Bombe mit seinem Auto abtransportiert, berichtete der Fachdienstleiter aus dem Rathaus

Bei dem explosiven Fund handele es sich um eine deutsche Sprengbombe vom Typ SD (Splitter dickwandig) 70 mit einem Gewicht von etwa 70 Kilogramm und einer Länge von 70 Zentimeter ohne Leitwerk, teilte Virginia Dürr vom Direktionsbüro des Zentraldienstes der Polizei in Zossen mit. Zur Sprengkraft könne keine Aussage getroffen werden. Die Bombe sei mit einem " allseitig mechanisch wirkenden Universalzünder AW 1 russischer Herkunft" ausgestattet gewesen, führte die Polizeisprecherin weiter aus. Der Zünder sei wegen seiner "allseitigen Wirkung" gesprengt worden. Die Beamten des Munitionsbergungsdienstes stuften ihn als nicht transportfähig ein.

Ob für die Bombe für Pilzsucher oder Spaziergänger hätte zu einer Gefahr werden können, konnte Behördensprecherin nicht beantworten. "Es kann keine Einschätzung dahingehend erfolgen, ob chemische Prozesse die Empfindlichkeit von Zündsystem und Sprengstoffen verändert haben", so die Polizei.

Die Bombe war bei der Munitionssuche im Auftrag des Landesbetriebs Forst Brandenburg entdeckt worden. Die Försterei hatte Spezialisten beauftragt, weil in dem Wald Pflegemaßnahmen geplant sind. Die Forstbehörde will dafür einen Harvester einsetzen. Diese Erntemaschine fällt Bäume und schneidet sie gleich zurecht. Der Wald liegt direkt am Deich, der im Krieg stark bombardiert worden war.

Jens Schmoldts Aufgabe war es, einen Absperrkreis von 500 Meter um den Fundort der Bombe zu ziehen. Menschen mussten nicht evakuiert werden, weil der Sprengkörper weit genug vom Ort entfernt lag.

Zur Sicherheit sei ein Rettungswagen angefordert worden, sagte Schmoldt. Polizisten des Reviers Bad Freienwalde sicherten die Absperrung am Ende der Straße "Neuer Zoll". Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hohensaaten sperrten den Radweg entlang der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, insoweit er sich innerhalb der Absperrzone befand. Die Bad Freienwalder Feuerwehr stellte ihren neuen Einsatzleitwagen mit der digitalen Funkstation bereit, um die Arbeiten koordinieren zu können.

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