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Völlig verplant

09.02.2017, 21:41 Uhr
Dallgow-Döberitz ((red/pat)) Gemeindeverwaltung in der Kritik: Als vollkommen unzureichend hat die Elternkonferenz der Grundschule Dallgow-Döberitz die neuen Entwurfspläne der Gemeinde für die Schulerweiterung am Standort Steinschneiderstraße am Mittwochabend abgelehnt. Die Konzeptionen wurden in einer gemeinsamen Sitzung von Bau-, Verkehrs- und Sozialausschuss vorgestellt und fielen bei den wieder zahlreich erschienenen Eltern, Lehrern und Hortmitarbeitern ebenso durch wie bei den Gemeindevertretern selbst. Auch Hort- und Schulleitung lehnten die Planung mit Verweis darauf ab, dass diese in keiner Weise dem zuvor mit Verwaltung und Gemeindevertretung abgesteckten Rahmen entsprach. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Ralf Böttcher, zeigte sich gar "entsetzt" und sagte: "Das war peinlich und hat bei vielen Kommunalpolitikern für Fremdschämen gesorgt."

Die Pläne müssen also erneut überarbeitet werden. Die Schaffung zusätzlicher Klassenräume sowie die Vermeidung von Doppelnutzung durch Schule und Hort, die mit Verweis auf das Bildungsministerium ohnehin nicht genehmigungsfähig ist, sind nunmehr das klar formulierte Ziel. Eigentlich hatte bereits vor der Sitzung Konsens bestanden, wie Böttcher bestätigte, der, wie Theodor Hölscher (SPD) und etwa Hans-Peter Pförtner (Freie Wähler), mit Kopfschütteln reagierte. "Das, was in den Planungsgesprächen im Vorfeld der Sitzung abgesprochen war, war auf einmal Makulatur. Die Verwaltung hatte einen klaren Auftrag gehabt, diesen aber nicht abgearbeitet. Das geht gar nicht", kommentierte Böttcher am Donnerstag. "Es ist desaströs: Wir haben alle mit viel Energie an einer guten Lösung gearbeitet, damit unsere Kinder endlich ausreichend Platz zum Lernen und Spielen haben. Und nun kommt solch ein völlig inakzeptabler Vorschlag", meinte auch Peter-Paul Weiler, Grünen-Fraktionsvorsitzender. Die Vorsitzende der Elternkonferenz, Andrea Lampe, sagte: "Das war schon eine überraschende Wendung - man einigt sich auf die Schaffung von 15 neuen Räumen für Schulunterricht und Hort und die nachhaltige Vermeidung von Doppelnutzungen, und dann präsentiert die Verwaltung eine Nullösung." Durch Abriss des derzeit alten Flachbaus an der Wilmsstraße fallen fünf Klassen- und Horträume weg. Nach der neuen Planung entstünden wiederum nur fünf Klassenräume und diese auch noch - wie bisher - in Doppelnutzung. "Im Ergebnis führt eine solche "Erweiterung' also nur zur Erhöhung der Anzahl der Horträume, obwohl eine Vergrößerung der Unterrichtskapazitäten ebenfalls dringend notwendig ist", kritisierte Lampe. Die aktuelle Planung sieht nun ein zwei- statt dreigeschossiges Gebäude vor mit insgesamt elf Räumen, davon sechs Horträume und fünf Räume zur Doppelnutzung. Der Multifunktionsbau mit bisher vier Fachräumen soll während der Bauphase und auch danach in Klassenräume umfunktioniert werden. "Auch das wird nicht funktionieren", warnte Lampe, denn dieser Bau sei mit Fördermitteln errichtet worden, die eine Zweckbindung hätten. "Durch eine solche dauerhafte Zweckentfremdung läuft die Gemeinde Gefahr, dass sie Fördermittel zurückzahlen muss", erklärte sie. Im Namen der Elternkonferenz forderte sie Verwaltung und Gemeindevertretung auf, "endlich ausreichend Platz für Bildung in Dallgow zu schaffen". Dallgows stellvertretender Bürgermeister, Peter Kristke, war für eine Stellungnahme indes nicht zu erreichen. Für Mittwoch, 15. Februar, ist um 19 Uhr nun wieder eine gemeinsame und öffentliche Sitzung aller Ausschüsse geplant. Ort: Standort Weißdornallee.

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