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Winterzeit auf spanischer Müllhalde verbracht?

Der Storch ist da! In Garlitz ist der wohl erste Storch im Westhavelland vor einigen Tagen gelandet.
Der Storch ist da! In Garlitz ist der wohl erste Storch im Westhavelland vor einigen Tagen gelandet. © Foto: Jürgen Ohlwein
Sandra Euent / 06.03.2017, 12:14 Uhr
Garlitz (MOZ) Wie auch schon in den vergangenen Jahren hatte der Garlitzer Storch wohl besonders starkes Heimweh und ist schon vor einigen Tagen wieder in seinem Horst gesichtet worden. Auch 2015 und 2016 war er schon vor dem meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März im Havelland gesichtet worden.

Für einen Storch ist der Garlitzer damit ein echter Zu-früh-Kommer. Normalerweise ziehen die in Ostdeutschland beheimateten Störche auf der Ostroute über den Bosporus, die Türkei, den Sinai (Ägypten) und den Nil runter bis in den Sudan und in den Tschad südlich der Sahara. Durch ein Besenderungsprojekt des NABU lässt sich über die Internetseite www.nabu.de im Strochenblog die Route von mehreren ostwärts ziehenden Störchen aus Norddeutschland verfolgen. Diese waren am Montag alle noch weit von der Heimat entfernt und brauchen noch einige Tage, bis sie den Bosporus erreichen.

Auf dem NABU-Blog und auch in einem Schweizer Projekt, das auf projekt-storchenzug.com einsehbar ist, sind aber nicht nur die Ostzieher unter den Störchen vertreten. Denn es gibt in Europa auch die Westzieher, die über Spanien und die Sahara bis in den Tschad beziehungsweise die Sahelzone südlich der großen Wüste fliegen.

Mittlerweile beenden viele der Vögel aber ihren Zug schon in Spanien und überwintern dort auf offenen Mülldeponien. Diese Vögel legen einen weitaus kürzeren Weg zurück und sind, wie die NABU- und Schweizer Daten zeigen, größtenteils schon zurück in ihrer deutschen oder schweizerischen Heimat.

Einst führte die Grenze der Ost- und Westzieher direkt durch die Mitte Deutschlands. Aus dem NABU-Projekt ist abzulesen, dass Vögel aus der selben Region, ja sogar Nestpartner, durchaus in unterschiedliche Richtungen ziehen können. Vielleicht gehört auch der Garlitzer Storch zu den Spanienziehern und ist deshalb immer so zeitig zurück aus seinem Winterquartier. Vielleicht zieht er aber auch gen Osten, macht sich aber nicht die Mühe, bis südlich der Sahara zu fliegen, sondern verbringt seine Winter schon in der Türkei. Da dieser Storch nicht besendert ist, wird es wohl sein Geheimnis bleiben, wo er die kalte Jahreszeit verbringt.

Was der Storch allerdings in Garlitz treibt, ist dank der Webcam, die auf seinen Horst gerichtet ist, für jedermann zu sehen. Momentan wartet er auf seine Partnerin, die traditionell erst später eintrifft. Wer einen Blick ins Nest werfen will, klicke sich im auf www.rathenow24.de/storchenkamera-garlitz-havelland.html.

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