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Lea Streisand mit Alltagsgeschichten

Radiokolumnistin liest bei Mühlenhaupt

Begeisterte das Publikum: Lea Streisand (links) mit ihrem Buch "War schön jewesen".
Begeisterte das Publikum: Lea Streisand (links) mit ihrem Buch "War schön jewesen". © Foto: MZV
Ingmar Höfgen / 26.03.2017, 22:51 Uhr
Bergsdorf (GZ) Wer Lea Streisand anschaut, während sie "Tach" sagt, der könnte denken "Bild und Ton passen nicht zusammen". Und er bliebe mit der Meinung nicht allein: Tontechniker hätten die Autorin und Radio-Eins-Kolumnistin schon ungläubig angeschaut, wenn aus ihr, der zierlichen Frau, ihre unerwartet tiefe Stimme gedrungen sei, erzählt sie. Am Sonnabend im Bergsdorfer Kurt-Mühlenhaupt-Museum macht die Berlinerin das zum Thema, während sie unterhaltsam ihre Geschichten vorträgt.

Diese Authentizität ist zugleich die Stärke der Erzählungen, die Lea Streisand aus ihrem aktuellen Buch "War schön jewesen" vorliest. Die 120 Zuhörer, darunter offenbar viele Berliner, bekommen Erlebnisse von ihr - beziehungsweise der Ich-Erzählerin - und drei anderen Berliner Protagonisten serviert, die so passiert sein könnten, aber nicht müssen, jedoch so gut aufgeschrieben und gelesen sind, dass sie immer wieder ohne zu ruckeln wie ein harmonischer Film vor dem eigenen Auge ablaufen.

Lautes Lachen begleitet die vorgetragenen Texte - zum Beispiel, als die Autorin dem Pilz im Wald narzisstisches Verhalten vorwirft. "Such mich, such mich! Ich bin ein Pilz." Oder wenn sie fast minutenlang das ungeschickte Hinfallen und die tausend Gedanken, die einem dabei durch den Kopf schießen könnten, beschreibt.

Wer öfter auf Lesebühnen in Berlin unterwegs ist, kennt diese Art Texte, wenn sie auch selten von so guter Qualität sind - aus dem Leben, oft mit mehr lustigen Wendungen gespickt als die Realität, um auch die Aufmerksamkeit beim Publikum hochzuhalten.

Nach mehr als einer Stunde in Bergsdorf und mehreren Zugaben singt Lea Streisand noch die Ode an den Fernsehturm - neun Strophen auf die Musik von Beethovens Ode an die Freude. Dann ist der kurzweilige Nachmittag zu Ende. Gern würde sie noch einmal wiederkommen, dann privat, sagt Lea Streisand, die mit dem Zug angereist ist, später. "Ist schön hier", sagt sie kurz, und man mag ihr gern glauben.

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