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Gartenbauverband verteidigt Rauschendorfer Spargelanbau

Der Verkauf von Spargel aus Rauschendorf  beginnt schon heute.
Der Verkauf von Spargel aus Rauschendorf beginnt schon heute. © Foto: Mandy Oys/GZ
Mandy Oys / 30.03.2017, 21:10 Uhr
Rauschendorf (GZ) "Die Spargelsaison naht, da wird es wieder Zeit für die "Aufklärung' des Verbrauchers durch die Erzeuger, bald kommen dann auch wieder die Bilder der glücklichen Erntehelfer." So lautet der kritische Kommentar des Rauschendorfers Martin Sauer, nachdem Spargelbauer Gregor Hufmann über seine Anbaumethode aufgeklärt hat (wir berichteten). Sauer glaubt weder an die maßvolle Verwendung von Pflanzenschutzmitteln noch den Sinn der Folienabdeckungen.

Pünktlich zum heutigen Beginn des Spargelverkaufs in Rauschendorf meldet sich der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg zu Wort und fordert eine Versachlichung der Debatte. Der Boden weise erwiesenermaßen unter Folienabdeckungen eine hohe Vielfalt auf, erklärt Gartenbauverband-Geschäftsführer Dr. Andreas Jende. "Intakte und nicht erosionsgefährdete Böden sind eine wesentliche Voraussetzung für eine natürliche Bodenfruchtbarkeit und sorgen damit für gesunde Nahrungsmittel." Der Folieneinsatz im Spargelanbau sei also auch aus ökologischen Gründen sinnvoll, so Jende. Den Spargelpflanzen bleibe unter Folie eine ausreichende Regenerationszeit, Assimilate für die Folgesaison könnten eingespeichert werden, was zu vitaleren Pflanzen führe und damit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringere, erklärt Jende. Dieselbe Sicht vertritt auch der Rauschendorfer Spargelbauer Gregor Hufmann. Sauer hingegen kommentiert: "Auf den Spargelfeldern gibt es keine Pflanzen außer dem Spargel, wie auch immer der Landwirt das hinkriegt."

Dass auf seinen Feldern kein Glyphosat zum Einsatz komme, darüber hatte Hufmann auf Nachfrage informiert. Er setze Herbizide ein, bevor die Hügel geordnet und abgedeckt werden. Martin Sauer entgegnet: "Glyphosat ist sicher nur ein kleiner Teil des Problems." Es sei bewiesen, dass in Regionen, in denen über einen längeren Zeitraum Spargel angebaut wird, die Nitratwerte im Grundwasser steigen. Hufmann zufolge sind seine Böden von diesem Problem kaum betroffen, denn auch Gülle, die maßgeblich verantwortlich gemacht wird für Nitraterhöhungen im Grundwasser, lande nicht auf seinen Feldern.

Der Gartenbauverband verteidigt die Methoden der Brandenburger Spargelbauern. Angesichts der steigender Lohnkosten müssten zunehmend spezialisierte Betriebe mit geeigneter Technisierung gegenüber ausländischer Konkurrenz wettbewerbsfähig bleiben. "Wesentlicher Faktor für einen wettbewerbsfähigen Spargelanbau ist das Folienmanagement", so Jende.

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Martin Sauer 01.04.2017 - 11:30:49

A wie Argument

Sehr geehrter Herr Winkler, ich habe von Ihnen noch nie einen sachlichen Beitrag lesen dürfen. Können und wollen Sie mangels Bildung und Wissen sich nicht mit Argumenten an den Diskussionen beteiligen? Stattdessen hetzen Sie, wohlversteckt hinter Pseudonym ?, mit Verleundungen und Unterstellungen gegen Menschen, die eine andere Meinung haben.

Waldemar Winkler 31.03.2017 - 09:00:03

Viel Erfolg

bei der bevorstehenden Spargelernte. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Es ist schon abartig und unerträglich wie man versucht Sie als Umweltschänder darzustellen. So ist es wenn Nörgler selbst nie investieren aber über andere herziehen.

Martin Sauer 30.03.2017 - 22:29:54

Wieder die Hälfte verschwiegen

Liebe Frau Oys, vielleicht fragen Sie mich bitte vorher, bevor Sie mich falsch zitieren - das ist schlechter Stil. Meine Kritik richtet sich von Anfang an nicht gegen den Spargelanbau im Allgemeinen und nicht gegen die Verwendung von Folien. Die Besonderheit, die Sie, Herr Hufmann und der Gartenbauverband hier verschweigen ist: Der Anbau um Rauschendorf findet zu einem grossen Teil im EU-SPA "Obere Havelniederung" statt. Nicht am Rand, wie in dieser Zeitung schon mal zu lesen war, sondern mitten drin. Dieses SPA habe nicht ich herbeigerufen, sondern es existiert seit 2004. Nach Ansicht eines renommierten Umweltjuristen ist dieser Anbau weder mit dem Bundesnaturschutzgesetz, noch mit den EU-Vorgaben für die Natura 2000-Gebiete in Einklang zu bringen. Der Anbau der Sonderkultur "Spargel" um Rauschendorf wurde vom Landwirt weder vorher bei der Unteren Naturschutzbehörde angezeigt, wie es das Bundesnaturschutzgesetz vorschreibt, noch wurde bis heute eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt oder beauflagt. Aufgrund der Unterlassunghaltung des Landkreises und der Landesregierung ist der Anbau um Rauschendorf ebenso wie ein gleichgelagerter Anbau um Mötzow nunmehr Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens in Brüssel und demnächst wohl auch Gegenstand von gerichtlichen Verfahren in Brandenburg. Ich bin gespannt... Im letzten Jahr gab es zwei konstruktive Versuche, in sachlichen Diskussionen von Spargelbauern und Naturschutzverbänden einen Konsens zu finden - auf Initiative der Grünen Liga und des Umweltministeriums - an beiden Veranstaltungen haben Herr Hufmann und Herr Lohner nicht teilgenommen. Das spricht eine eigene Sprache. Wer Flächen in einem Schutzgebiet erwirbt und dort unter Umgehung entsprechender Vorschriften Spargel im industriellen Ausmass anbaut, kann sich schlecht beschweren, wenn das zu Konflikten führt. Meine kritischen Äusserungen haben die Herren Hufmann und Lohner bereits durch eine Unterlassungklage versucht zu unterbinden - das Landgericht Neuruppin hat mir das Recht auf freie Meinungsäusserung bestätigt und die Klage abgewiesen.

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