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Protest und braune Windbeutel

Bunte Demonstranten: Das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" hatte zur Gegenkundgebung vor der Brandenburghalle aufgerufen. Die Grüne Jugend beteiligte sich mit selbstgemalten Plakaten.
Bunte Demonstranten: Das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" hatte zur Gegenkundgebung vor der Brandenburghalle aufgerufen. Die Grüne Jugend beteiligte sich mit selbstgemalten Plakaten. © Foto: MOZ/Sonja Jenning
Sonja Jenning / 10.04.2017, 09:58 Uhr - Aktualisiert 10.04.2017, 11:57
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mehr als 60 Menschen demonstrierten am Sonnabendvormittag an der Ecke Kieler Straße/Stendaler Straße friedlich gegen den Landesparteitag der AfD in der Brandenburghalle. Aufgerufen hatte das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)".

Mit der Kundgebung wolle das Bündnis ein deutliches Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen, erklärte dessen Sprecher Janek Lassau und fügte hinzu: "Wir wollen zeigen, dass so ein Parteitag in unserem schönen Frankfurt nicht hingenommen wird und gleichzeitig dafür werben, dass die Bürger keine Parteien wählen, die rechts außen auf Stimmenfang gehen."

Vor der Frankfurter Brandenburghalle fand am 8. April eine Gegenkundgebung mit mehr als 60 Teilnehmern statt. Dazu hatte das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" aufgerufen. Auf dem Parteitag wählten die Delegierten Andreas Kalbitz zum neuen Vorsitzenden.
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AfD Landesparteitag und Gegendemonstration

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Die AfD stehe für eine eine Gesellschaft der sozialen Kälte und der Ausgrenzung, sie befördere eine rassistische Politik gegen Geflüchtete, vertrete ein antiquiertes Geschlechterbild und Geschichtsrevisionismus. "Wir aber wollen in einer Gesellschaft leben, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung zusammenleben können und in der Herausforderungen solidarisch gelöst werden", machte Janek Lassau deutlich. Er geht davon aus, dass der Landesparteitag im Jahr der Bundestagswahl nur der Auftakt für weitere AfD-Veranstaltungen in Frankfurt sei. "Wir werden einen langen Atem brauchen, nicht nur um diese Veranstaltungen weiter zu begleiten, sondern auch, um eigene Akzente zu setzen und uns als Bündnis klar zu positionieren."

An der Kundgebung beteiligten sich auch der Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen und die Grüne Jugend. "Menschenrechte statt rechte Menschen" oder "Blau ist das neue Braun" stand auf ihren Plakaten zu lesen. "Als Grüne Jugend stehen wir für Weltoffenheit, daher ist es uns wichtig, bei dieser Aktion dabei zu sein und zu zeigen, dass die AfD in Frankfurt nicht willkommen ist", bekräftigten Ricarda Budke, die Sprecherin des Landesverbandes und Robert Gideus von der Frankfurter Ortsgruppe. Ebenfalls vor Ort waren der DGB Ostbrandenburg, das Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Frankfurter Stadtverband der Satirepartei Die PARTEI. Dessen Vorsitzender Philipp Hennig verteilte Windbeutel mit brauner Füllung - als Symbol für die Politik der AfD.

In der Brandenburghalle betonte Wilko Möller, der Vorsitzende des Frankfurter AfD-Stadtverbandes, dass dieser nicht daran denke, sein Parteibüro in der Oderstadt aufzugeben. "Wir halten durch", erklärte Möller, der auf dem Parteitag als Beisitzer im Landesverband wiedergewählt wurde. Seit Mitte März ist die AfD ihren Fraktionsstatus in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung los, nachdem die Abgeordnete Ute Spallek aus dem Zusammenschluss ausgetreten war.

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Paul Müller 11.04.2017 - 23:03:51

@Peter, Verdi hat für euch Vorzeigedemokraten so lustige Broschüren erstellt ...

... nutzt die doch einfach, Tradition verpflichtet ;) http://blog.mobbing-zentrale.de/mobbing/verdi-greift-zu-stasi-methoden.html

Peter Hauptmann 11.04.2017 - 00:28:51

Prozentrechnung @Karl Napp

Ich verstehe den Sinn Ihrer Ausführungen nicht, es sei denn, Sie wollten anderen die Prozentrechnung beibringen. Die übergroße Mehrheit der AfD-Gegner kam aus Frankfurt (Oder). Vielleicht drei oder vier von auswärts. Allerdings macht diese Unterscheidung keinen Sinn, schließlich handelte es sich bei der AfD auch um einen Landesparteitag, dessen Teilnehmer aus ganz Brandenburg kamen. Und Gäste darüber hinaus, z.B. aus Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bayern. Wieviel Prozent einer Stadtbevölkerung müssen demonstrieren, bis der Protest in Ihren Augen legitim ist? Ich käme jedenfalls nicht auf die Idee, die 214 anwesenden Brandenburger AfD-Mitglieder ins Verhältnis zu den 2.484.826 Einwohnern zu setzen (0,0086%) und daraus die Relevanz der AfD abzuleiten. Es war wichtig, öffentlich zu zeigen, dass der extrem rechte Kurs der AfD auch in Frankfurt nicht unwidersprochen bleibt. Darauf kam es an. Und fünf kluge Rednerinnen und Redner haben das sehr deutlich gemacht.

Karl Napp 10.04.2017 - 23:34:20

@Peter Hauptmann

Nehmen wir mal an, dass Ihre Zahl von 80 Teilnehmern korrekt ist. Bei einer Einwohnerzahl in FF von 58.000 (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_%28Oder%29) würden 0.14% der Bürger von FF protestiert haben. Soweit klar? Okay, dann weiter. Wer von den Teilnehmern ist wirklich ausFrankfurt (Oder)? Wer ist hier wahlberechtigt? Ich ziehe von o.g. Teilnehmern pauschal 50% ab, es verbleiben also noch 40 Demonstranten. Das macht - bezogen auf die vorgenannte Einwohnerzahl - eine Protestquote von 0,07%. RESPEKT !!!!

Kurt Crampmeyer 10.04.2017 - 20:15:20

@Peter Hauptmann

Keine Ahnung woher sie ihre optimistischen Zahlen beziehen. Ich habe mir selbst ein Bild gemacht. Es waren höchstens 30 "Protestierende" gleichzeitig vor Ort. Das Foto trifft recht gut das Gesehene. Einige Satirepartei-Freaks, Linksjugend, die Grünen-Kinder mit ihren infantilen Zeichnungen und ein paar Punkfrisurenträger. Wenn das den "Frankfurter Widerstand gegen NAZIS" darstellen soll, dann Gute Nacht.

Paul Müller 10.04.2017 - 20:09:22

Gab es mal keine Randale ? :) ...

... na dann Gratulation den Linkengruppen, zu diesem grossartigen Erfolg !

Peter Hauptmann 10.04.2017 - 19:13:52

Liebe Vorkommentatoren ...

@Herr Crampmeyer: Wenn Sie vor Ort gewesen wären, hätten Sie mindestens 70-80 Protestierende zählen können. Wenn Sie aber der Meinung sind, anhand eines Bildausschnitts die ganze Wahrheit zu erkennen, dann müssten Sie auch behaupten, zum AfD-Parteitag seien null Mitglieder gekommen: http://www.moz.de/galerie/uebersicht/g3/565587/565601/ @Frau Lamme: Ist mir entgangen, dass der AfD-Parteitag verboten wurde? Oder wieso kommen Sie auf die Idee, es sei nur eine Meinung zugelassen? Dass die Brandenburger AfD sehr weit am rechten Rand agiert, wurde übrigens auch wieder auf diesem Parteitag klar: Ein Ex-Republikaner neuer Landeschef, Höcke im Präsidium… Die Einschätzung, jener Höcke habe »eine übergroße Nähe zum Nationalsozialismus« stammt übrigens von der AfD-Spitze. Sind das linke Chaoten?

Janine Lamme 10.04.2017 - 18:46:04

60 feine Bürger

Wenn die AFDler als "Nazis" betitelt werden, sind die Demostranten meiner Meinung nach aber auch linke Chaoten. Tolle Demokratie wenn nur eine linke Meinung zugelassen wird !

Kurt Crampmeyer 10.04.2017 - 18:12:30

Mehr als 60 Menschen demonstrierten ...

wer zählen kann, ist klar im Vorteil http://www.moz.de/bild-ansicht/dg/0/3/1565799/1027649285/

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