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Neubarnimer wollen Allee retten

Sammelt Unterschriften für den Erhalt der Lindenallee in Neubarnim: Ortsbeiratsmitglied Gunhild von Blücher hat schon viele Unterschriften gesammelt.
Sammelt Unterschriften für den Erhalt der Lindenallee in Neubarnim: Ortsbeiratsmitglied Gunhild von Blücher hat schon viele Unterschriften gesammelt. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 11.05.2017, 06:37 Uhr
Neubarnim (MOZ) Sie gilt bis heute als eine der imposantesten innerörtlichen Alleen, die Linden-Allee in Neubarnim. Dies auch aufgrund ihrer Besonderheit. Denn die Allee säumt nicht eine Durchfahrtstraße, sondern einen Fußweg. Auf alten Postkarten ist der als echter Prachtweg zu sehen. Mittlerweile wächst er immer mehr zu, da ihn kaum jemand nutzt.

Doch die Neubarnimer wollen ihre Allee, die 1855 anlässlich "100 Jahre Trockenlegung Oderbruch" angelegt worden war, auch für kommende Generationen erhalten. "Die Lindenallee ist ein Wahrzeichen unseres Kolonistendorfes", sieht es Ortsbeiratsmitglied Gunhild von Blücher. Sie sammelt eifrig Unterschriften unter einem Papier, das die Nachpflanzung der Bäume fordert.

Wobei es bezüglich der Zuständigkeit ein Kurriosium gibt. Der am Angerbereich stehende nördliche Teil der Allee gehört der Kommune Letschin. Die direkt an der Straße stehende Alleereihe gehört dem Landkreis als Baulastträger der Kreisstraße K 6408, die durch Neubarnim führt. Und das auf 2,7 km. Es ist die längste Lindenallee in ganz Brandenburg, hat damit ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Gemeinde Letschin hat schon erste Nachpflanzungen vorgenommen, allerdings halbherzig. Denn in die Erde kamen keine verschulten Bäume, sondern kleine fingerdünne Pietschen, die ein Jahrzehnt brauchen, ehe sie als Baum überhaupt erkennbar sind. Auf der kommunalen Seite fehlen 47 Bäume, auf dem Teil, für den der Landkreis zuständig ist, sogar 77. "Wir haben den Kreis aufgefordert, hier wieder Linden zu pflanzen. Es gab bisher nicht mal eine Reaktion", ärgert sich Gunhild von Blücher. Mehr als 100 Frauen und Männer haben bereits auf den Listen unterschrieben. Sie sollen dann an Kommune und Kreis gehen.

Der Kreis indes ist bereits eingestellt: Die Kommune habe sich im April bereits an den Kreis gewandt, erklärte der beigeordnete Rainer Schinkel auf MOZ-Anfrage. "Wir haben uns grundsätzlich bereit erklärt, gemeinsam mit der Gemeinde diese Allee durch Neupflanzungen zu ergänzen" sagte er. Allerdings sei für 2017 das dafür zur Verfügung stehende Budget  für andere Neupflanzungen verplant. Inzwischen habe es Gespräche mit der Gemeinde gegeben, diese Maßnahme im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung für das nächste Jahr vorzubereiten und 2018 zu pflanzen. Ortsbeirat und Bürgerinitiative würden dazu beteiligt.

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