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Weiter Zoff um Rathaus-Neubau

Sabine Rakitin / 15.05.2017, 20:34 Uhr
Bernau (MOZ) Die Auseinandersetzungen um den Bau des neuen Rathauses gehen in die nächste Runde. Die Ankündigung, dass sich die Kosten nach den jüngsten Berechnungen um rund 900000 Euro erhöhen, hat umgehend BVB/Freie Wähler auf den Plan gerufen.

"Die Warnungen von BVB/Freie Wähler zum Bernauer Rathaus-Neubau bewahrheiten sich", triumphierte am Wochenende Fraktionschef Péter Vida. "Mittlerweile liegen wir bei 16,7 Millionen Baukosten zuzüglich 1,4 Millionen Grundstückskaufpreis", rechnet er vor. "Bemerkenswert" findet er, dass die Preissteigerung mit Maßnahmen wie Leitungsverlegungen und detaillierten Planungen begründet wird - "alles Dinge, die bereits zuvor bekannt waren oder zumindest bekannt sein mussten", kommentiert Vida. Für ihn ist das "Wählertäuschung". "Vor dem Bürgerentscheid wurden alle unsere Warnungen, dass es zu weiteren Kostenerhöhungen kommen könnte, vehement zurückgewiesen. Nun zeigt sich: Die Kostenspirale dreht sich weiter", stellt er fest. Dabei sei noch nicht einmal ein Bauantrag gestellt worden, betont Vida vielsagend.

"Angesicht drohender Zusatzkosten in Millionenhöhe müssen jetzt Wege der Einsparung und preiswerter Alternativen in der konkreten Gestaltung gesucht werden" fordern BVB/Freie Wähler von der baubegleitenden Arbeitsgruppe, die durch die Stadtverordnetenversammlung gebildet wurde. Zugleich werde von der Stadtverwaltung erwartet, dass diese endlich für Kostenklarheit sorge, heißt es abschließend in der Presseerklärung der Fraktion.

Doch so hoch die Welle der Empörung bei den Unabhängigen auch schlägt - bei den Bürgern Bernaus hält sie sich offenbar in Grenzen.

Vor mehr als 70 Mitgliedern des Brandenburgischen Seniorenverbandes (BSV) sprach Bürgermeister André Stahl am Montag zu den Vorhaben der Stadt in diesem und im kommenden Jahr. Dabei kam er auch auf das neue Rathaus zu sprechen. Er sei froh, dass sich der Souverän für den Neubau entschieden habe, sagte der Rathauschef. "Auf dem Weg dorthin wird es noch jede Menge Ärger geben", prophezeite er und nannte als Beispiel starke Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt während der Bauzeit. "Wir werden uns aber bemühen, die Bürgermeisterstraße für Fußgänger und Radfahrer durchgängig offenzuhalten, ebenso wie die Tuchmacher-, die Grün- und die Mühlenstraße für den Fahrzeugverkehr", erklärte Stahl. Geplant seien auch möglichst viele Veranstaltungen rund um den Rathausneubau, um dessen Akzeptanz in der Bernauer Bevölkerung zu erhöhen.

Die Baukostenerhöhung um 900000 Euro erklärte das Stadtoberhaupt zum einen mit der zeitlichen Verzögerung, die durch den Bürgerentscheid zum Rathausneubau entstanden sei, zum anderen mit dem Bauboom, der allgemein zu höheren Preisen führe. "Wir werden alles dafür tun, dass es zu möglichst wenigen Kostensteigerungen kommt, und wenn es sie gibt, diese moderat ausfallen", versprach Stahl vor den Bernauer Senioren. "Dennoch, und das habe ich bereits vor dem Bürgerentscheid erklärt, kann es durchaus sein, dass das neue Rathaus 20 Millionen Euro kosten wird", sagte er.

In der anschließenden Diskussion gab es keine kritischen Nachfragen zu den Kosten für das neue Verwaltungsgebäude, lediglich die Anmerkung eines älteren Herren. Die Gegner des Neubaus würden nie Ruhe geben und weiter versuchen, die Stadt zu spalten, stellte er erzürnt fest. Er jedenfalls habe schon wieder ein Schreiben von BVB/Freie Wähler dazu im Briefkasten gehabt, erzählte der Mann. "Ich habe es gar nicht erst gelesen, sondern gleich weggeworfen." Die Senioren-Runde in der Stadthalle quittierte das mit Beifall.

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Uwe Wollin 17.05.2017 - 07:17:36

Es war nur eine Frage der Zeit

Die Herren der Unabhängigen werden nie für etwas sein. Es war doch abzusehen, das die Stimmungsmacherei wieder weiter geht. Es wurde vorher deutlich und mehrfach gesagt, dass das neue Rathaus teuerer werden kann. Die Herren, die hier Gelder aus der Stadtkasse verschleudern und auch dazu beigetragen haben, dass sich der Bau verschiebt, schreien wieder am lautesten. Die Kosten sind ja wegen dem Grundstückskauf für 1,4 Millionen Euro noch teurer, hat Herr Vida immer wieder bewusst nur bei der höheren Bausumme angesetzt, eigenartigerweise bei einem Bau von 9,4 Millionen immer vergessen. Das nenne ich versuchte Wählertäuschung.

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