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"Hertha" ist zu schwer für Berlin

© Foto: Hauptverwaltung Prignitzer Leasi
Christian Schönberg / 18.05.2017, 07:30 Uhr
Berlin (MOZ) Hertha BSC will seinen 125.Geburtstag im Juli gern mit dem Dampfer "Hertha" feiern, nach dem der Verein benannt wurde. Doch das historische Boot liegt immer noch in Wusterhausen/Dosse. Es erwies sich bislang als viel zu schwer, um es von Ostprignitz-Ruppin nach Berlin zu bekommen.

Mit der zu Beginn des Jahres geplanten Überführung der "Hertha" ist es deshalb nichts geworden, sagte Ingmar Pering vom Hertha-Präsidium. "Die Firmen, bei denen wir angefragt haben, konnten keine Lösung liefern", erklärt der Rechtsanwalt. Das Grundproblem: Die Uferbereiche um den Klempowsee sind zu morastig, um solch ein schweres Wasserfahrzeug auf den Sattelschlepper zu hieven: "Wir können nicht richtig nah ans Wasser ran", sagte Pering.

Der Dampfer ist 23 Meter lang und wiegt so viel wie ein Haus. Zwei Kräne müssen die Last sicher auf das Transportfahrzeug laden. "Dann sind 100 Tonnen über 15 Meter hinweg aus dem Wasser zu heben", sagt Pering. Die Initiatoren aus Berlin hatten auf gefrorenen Boden im Winter gesetzt. Der blieb aber aus. Und das Grübeln begann.

Nun verfolgt man eine neue Strategie: den Bau einer eigenen Slipanlage. Mit ihr soll der Dampfer aus dem Wasser gezogen werden. Pering räumt aber ein, dass der Plan erst mal "theoretisch" ist. "Und auch das wird ein sehr schwieriges Unterfangen sein", sagt er. Die Mammut-Aktion müsse auch das Okay der Naturschutzbehörden bekommen: Der See ist von Wäldern und geschützten Schilfgürteln umsäumt: Bäume wegzunehmen, um den Traum vom Berliner Fußball-Fest mit Ursprungsdampfer möglich zu machen, ist nicht einfach so erlaubt.

Trotz der bislang unüberwindbar scheinenden Hürden hält Pering daran fest, dass der 1886 in Stettin gebaute Dampfer zum 125. Hertha-Jubiläum am Berliner Museumshafen anlegen wird. Dort feiert am 25. Juli der Verein seinen Geburtstag. Damit das Ausflugsschiff aus Wusterhausen bei der Feier dabei sein kann, sind auch keine finanziellen Mühen gescheut worden: Pering und Präsidiumsmitglied Christian Wolter hatten eine Aktiengesellschaft mit 1892 Anteilen - nach dem Geburtsjahr des Klubs - gegründet. Ein Anteilsschein kostete 399 Euro. Der Ankauf für 400 000 Euro, der Transport, die Restaurierung und der Betrieb des Schiffes sollten damit finanziert werden. "Wir haben uns mehr vorgestellt", gesteht Pering, ohne Zahlen zu nennen. Für die Restaurierung fehle immer noch Geld.

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