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Wenzel in Oranienburg: Ein Mozart der politischen Lyrik im Gespräch

Frühlingsfest in der Friedrich-Musikalischer Gesprächsgast: Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel teilte mit dem Publikum amüsante Anekdoten aus Leben und Karriere.
Frühlingsfest in der Friedrich-Musikalischer Gesprächsgast: Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel teilte mit dem Publikum amüsante Anekdoten aus Leben und Karriere. © Foto: MZV
Aileen Hohnstein / 28.05.2017, 23:15 Uhr
Lehnitz (OGA) "Wir haben das Fest umgewidmet. Ich finde, wir sollten heute ein schönes Sommerfest haben", begrüßte Paul Werner Wagner, Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, mit einem Augenzwinkern die zahlreichen Gäste in Lehnitz. Die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte hatte am Sonnabend zum Frühlingsfest eingeladen. Bei schönstem Sonnenwetter lauschten die Besucher dem Festprogramm. "Manche Themen vergehen auch nach 50, 80 und 100 Jahren nicht", sagte Wagner. Deutschland habe die Aufgabe, den Frieden zu wahren. "Und wir laden Gäste ein, die sich dieser Aufgabe gewidmet haben." Hans-Eckardt Wenzel, Liedermacher, Regisseur und Autor, war in diesem Jahr prominenter Gast im Moderatorengespräch mit Paul Werner Wagner. Er brachte schon nach kurzer Zeit mit launigen Geschichten aus seinem Leben das Publikum zum Lachen. Schon in der zweiten Klasse habe er in Wittenberg Gedichte geschrieben und sich mit Werken zum Frauentag oder zum Tag der NVA hervorgetan. "Ich galt als Mozart der politischen Lyrik, als Wunderkind", spaßte Wenzel. Erst der Schriftsteller Hans Lorbeer holte ihn vom hohen Ross und schlug ihm seine Texte um die Ohren. Nur ein Gedicht wusste zu überzeugen - das über seinen Teddybären. Lorbeers Tipp: Poesie fängt da an, wo jemand über etwas schreibt, das ihn bewegt.

Dieses Credo befolgt Wenzel noch heute. Unermüdlich schreibt er Lieder, veröffentlicht, zeigt politische Missstände auf. "Es ist mir ein Bedürfnis, geschichtliche Gerechtigkeit herzustellen", sagte Wenzel. Die Einordnung der DDR-Zeit, dass es nicht nur Gut und Böse gab, sei ihm wichtig. Im kommenden Jahr wird ein gemeinsames Projekt mit der Grünen-Politikerin und Autorin Antje Vollmer veröffentlicht, in dem die beiden sich mit den Filmen von Friedrich Wolf auseinandersetzen.

Unterhielt Wenzel das Publikum bestens mit seinen Anekdoten, ließen seine Lieder, die er mal mit Akkordeon, mal mit Gitarre begleitete, Bravo-Rufe ertönen. Das gelang auch der Gruppe "manifest". Rund um Harald Petzold, Bundestagsabgeordneter der Linken, gab die Band Klezmer-Musik zum Besten. Petzold, der sang und Geige spielte, gab kurze Erklärungen zu den jiddischen Liedern, die trotz oft melancholischer und ernster Geschichten eine mitreißende, zum Tanzen einladende Spritzigkeit hatten. Dass niemand tanzte, konnte nur den heißen Sommertemperaturen geschuldet sein.

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