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Kulinarische Genüsse aus der Mülltonne

Frisch geräuchert: Als Ofen hat sich die eiserne Mülltonne bewährt. Karl-Heinz Bitter hat alles im Griff.
Frisch geräuchert: Als Ofen hat sich die eiserne Mülltonne bewährt. Karl-Heinz Bitter hat alles im Griff. © Foto: MZV/Ingmar Höfgen
Ingmar Höfgen / 19.06.2017, 09:39 Uhr - Aktualisiert 19.06.2017, 10:15
Klein-Mutz (GZ) Für so ein Wildschwein braucht man seine Zeit. Um es zu erlegen, können einige Stunden des Wartens ins Land gehen. Und um es dann in einen genussfertigen, saftigen Zustand zu bringen, musste Sven Baade am Sonnabend früh aufstehen. Seit dem Mittag, als die Vorbereitungen zur Klein-Mutzer Sommersonnenwendefeier am Bismarckturm noch liefen, drehte sich das ausgenommene und immer noch 50 Kilogramm schwere Tier in Silberpapier eingewickelt auf dem Timpenberg um seine eigene Längsachse. Mehr als sechs Stunden später, und noch bevor die Sonne untergegangen war, hatten die meisten Mutzer sehr zur Freunde von Baade und dem Co-Griller Stefan Josef Grün zugeschlagen und nur noch die Knochen übriggelassen. Da war das Areal unterhalb des Bismarckturms dann auch schon gut gefüllt. Viel Applaus gab es für den Männerchor unter der Leitung von Christian Volkmann, und wenig später sangen Sabine Brand und Band aus Oranienburg mit eingängigen, gecoverten Schlagern schnell eine gefüllte Tanzfläche herbei. Unterdessen wurde schon das große Lagerfeuer vorbereitet. Und wer wusste, wohin er genau zu gucken hatte, konnte bei einer Turmbesichtigung sogar ein noch berühmteres Bauwerk, nämlich den Berliner Fernsehturm, entdecken, so klar war das Wetter.

Das Schwein war übrigens nicht die einzige hausgemachte Leckerei bei der Feier. Geräucherte Forellen wurden ebenso gern gegessen, zumal sie aus einer ganz ungewöhnlichen Fischräucherei stammten: Eine der schon seit Jahrzehnten weitgehend aus dem Straßenbild verschwundenen Metall-Mülltonnen hatte Karl-Heinz Bitter zum Räucherofen umgerüstet und war somit gern gesehener Gast auf dem Fest.

Bernd Gotthardt, rühriger Ortsvorsteher und Fördervereins-Vorsitzender, freute sich über die tatkräftige Unterstützung der Vereins-Mitglieder und Gewerbetreibenden, die sogar einen Shuttle zum Ort organisiert hatten, damit niemand Autofahren und Alkoholgenuss in Einklang bringen musste. "Wichtig ist das Miteinander", sagte Gotthardt - und damit haben die Klein-Mutzer am Sonnabend wieder ein gelungenes, fröhliches Fest auf die Beine gestellt. Im kommenden Jahr fällt die Sommersonnenwendefeier wohl aus. Denn das Fest auf dem Gipfel des Timpenberges findet im jährlichen Wechsel mit dem Dorffest auf dem Alten Anger statt.

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