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Löwenberger SV verliert 0:16 gegen Hansa Rostock

Bekam mehrfach Szenenapplaus: Löwenbergs Torhüter André Schwahn klärte mehrfach stark gegen die Hansa-Offensive. In dieser Situation fischt er einen Ball vor dem heranstürmenden Hansa-Spieler Tim Väyrynen aus der Luft.
Bekam mehrfach Szenenapplaus: Löwenbergs Torhüter André Schwahn klärte mehrfach stark gegen die Hansa-Offensive. In dieser Situation fischt er einen Ball vor dem heranstürmenden Hansa-Spieler Tim Väyrynen aus der Luft. © Foto: MZV
Steffen Kretschmer/Stefan Zwahr / 24.06.2017, 00:10 Uhr
Löwenberg (GZ) "Ein Tor machen und unter zehn Gegentoren bleiben": Dieser Wunsch des Löwenberger SV erfüllte sich am Freitagabend gegen Hansa Rostock nicht. Beim 0:16 gegen den sieben Klassen höher spielenden Drittligisten wurden aber viele andere Vorgaben umgesetzt. Innerhalb des Teams gab es vor dem Freundschaftsspiel verrückte Pläne.

"Das beste Erlebnis für mich war, als Andreas Sohny den Rostocker Christopher Quiring getunnelt hat", erzählt Robert Glass, Kapitän der Löwenberger. "Er hatte vor dem Spiel gesagt, dass er einem Hansa-Kicker durch die Beine spielen wird, und es hat tatsächlich geklappt." Später habe dann Amaury Bischoff vom Drittligisten versucht, wohl auch, um sich für die Aktion gegen Quiring zu revanchieren, Sohny zu tunneln. Doch das sei schief gegangen.

Für Glass selbst war die Partie "gegen eine läuferisch starke, taktisch und spielerisch gute Mannschaft ein großartiges Erlebnis". In der ersten Viertelstunde lief viel richtig in der Defensive um den LSV-Spielführer. Die Abwehr des Kreisligisten hatte sich einiges vorgenommen, das war zu sehen. Immer wieder wurden Angriffe der Rostocker durch beherzten Einsatz der Löwenberger gestoppt. "Alle unsere Verteidiger wollten mal einen Gegner sauber abgrätschen. Auch das hat funktioniert", freut sich Glass.

Bestnoten verdienten sich die beiden Keeper des Gastgebers. "Sie waren überragend", betonte Trainer Holger Bartel. Dieser vertraute zunächst auf André Schwahn, brachte dann in der 56. Minute (es stand 0:9) Thomas Fielitz. Sein Fazit: "Ein Torwartproblem haben wir auf jeden Fall nicht."

Das wusste Fielitz schon vor der Partie gegen den letzten DDR-Meister. "Unser Problem ist einfach, dass wir beide oft nicht können. André arbeitet Schicht, ich bin Landwirt. Da ist oft keine Zeit für Fußball", so der 22-Jährige. Dieser stand wie auch sein Teamkollege im Mittelpunkt - und genoss es in vollen Zügen. "Es war ein schönes Gefühl." Dabei habe er in dem Moment, als er zur Einwechslung an der Linie stand, schon ein Zittern in den Beinen verspürt. "Hansa habe ich schon immer viel verfolgt. Fußballerisch ist dieses Spiel für mich das absolute Highlight gewesen." Mit der eigenen Leistung sei er zufrieden, mit der seiner Vorderleute auch. "Wir haben uns überhaupt nichts vorzuwerfen. In der zweiten Halbzeit waren bei uns Leute auf dem Feld, die so noch nie zusammengespielt haben."

Das wussten auch die gut 700 Zuschauer einzuschätzen und bedachten die Löwenberger bei jeder gelungenen Aktion mit Applaus. Denn nahezu jeder Herren-Fußballer des Löwenberger SV bekam seine Chance und haute sich rein. Für Michael Wendorf war genau das "absolut faszinierend. Es ist einfach unglaublich und richtig schön, dass ein Verein an alle Spieler denkt. Genau das macht Vereinsleben aus."

Ein Liebesbekenntnis zum LSV gab auch Keeper André Schwahn ab. "Hier werde ich alt und beende meine Laufbahn", verspricht der 29-Jährige, der seit einem Jahr in Löwenberg spielt. Ich wollte schon immer mal mit Trainer Bartel arbeiten. Er macht tolle Arbeit." Dass er nach dem Hansaspiel viel Lob kassiert, ehrt Schwahn. Aber er wiegelt ab: "Ich hätte noch besser sein können. Wir haben eine gute Verteidigung und können in der nächsten Saison was reißen." Er habe es genossen, gegen Rostock oft gefordert zu sein. "Die wollten uns von Anfang an ärgern."

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