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Venke Nürnberg eröffnete mit 22 Jahren ein Café

Aus Gästen werden Freunde

Venke Nürnberg (stehend) versorgt Bianca Nürnberg, Servicekraft Vanessa Kliem aus Sophienstädt und die Gäste Gabi und Wolfgang Herter aus Biesenthal (v.l.).
Venke Nürnberg (stehend) versorgt Bianca Nürnberg, Servicekraft Vanessa Kliem aus Sophienstädt und die Gäste Gabi und Wolfgang Herter aus Biesenthal (v.l.). © Foto: MOZ/Olav Schröder
Olav Schröder / 07.07.2017, 07:50 Uhr
Sophienstädt (MOZ) Mit dem Café Sophiengarten hat Venke Nürnberg gezeigt, dass auch unkonventionelle Ideen verwirklicht werden können, selbst wenn diese von manchem mit Skepsis gesehen werden. Das Café wurde ein beliebter Treffpunkt und feiert heute seinen zehnten Geburtstag.

Ungewöhnlich war bereits der Anfang. Die Idee, ein eigenes Café zu eröffnen, wurde während einer Autofahrt auf der A 9 geboren. Venke Nürnberg hatte im Münsterland bereits die Ausbildung als Hotelfachfrau absolviert und anschließend drei Jahre im Schwarzwald gearbeitet. Die damals 22-Jährige telefonierte mit ihren Eltern und sprach über ihren weiteren beruflichen Werdegang. Der Gedanke, sich selbstständig zu machen, lag dabei nicht ganz fern. Sowohl Mutter Bianca als auch Vater André sind es. Sie als Versicherungsvermittlerin, er im Bauhandwerk.

Die Idee zur Eröffnung eines Cafés war geboren. Mit dem elterlichen Grundstück in Sophienstädt gab es auch einen Standort. Dort befanden sich nur ein paar Tannen, ein Grillplatz und eine alte Garage für den Trabi. Vielleicht war das der Grund, dass es manch skeptische Stimme zu dem Plan, ein Café zu eröffnen, gab.

Venke Nürnberg ließ sich nicht bremsen. Sie absolvierte ein Existenzgründerseminar. Noch bevor die Baugenehmigung für das Café vorlag, kaufte sie 50 Stühle für das neue Haus. Im Februar 2007 erfolgte der Abriss der Garage, und am 7. Juli konnte die Eröffnung gefeiert werden. Dass der Vater vom Baufach war und viele Freunde beim Bauen halfen, hatte dieses Tempo möglich gemacht. Blieb die Frage nach einem ansprechenden Namen für das Café. Es war damals noch nicht lange her, dass Sophienstädt den Status einer Gemeinde aufgeben musste, erinnert Bianca Nürnberg und fügt hinzu: "Wir wollten mit "Sophiengarten' den Namen lebendig erhalten."

Auch wenn der Sophiengarten von Anfang an ein Café werden sollte - es gibt am Tresen daher keine Barhocker - so sollte insbesondere den männlichen Gästen auch Herzhaftes geboten werden. Aus dem Schwarzwald hatte Venke Nürnberg hierfür den Flammkuchen "mitgebracht", der bei den Gästen wie erhofft "einschlug".

Doch nicht nur das. Als ein Anwohner aus Sophienstädt wie nebenher einmal den Wunsch äußerte, seine Geburtstagsfeier im Sophiengarten mit einem guten Mahl zu feiern, reagierte die Familie und kredenzte dem Jubilar und seinen Gästen ein schmackhaftes Schnitzelessen. Dabei blieb es nicht. Der Sophiengarten entwickelte sich als Feststätte für Familienfeier jeder Art. Spätestens von da an wurde die Unterstützung von Bianca Nürnberg in der Küche unverzichtbar. Hausgemachte Speisen wurden Programm, der Venke-Blechkuchen zum Renner. Die Kartoffelsuppe lockt zum Beispiel ein Ehepaar aus Rüdnitz nach dem regelmäßigen Ausflug in den Sophiengarten.

Veranstaltungen wie das Hüttengaudi im September, das Weihnachtsbüfett und der Osterbrunch kamen hinzu. Das Café entwickelte sich so gut, dass vor drei Jahren eine feste Stelle für eine Mitarbeiterin geschaffen werden konnte. Zeitweise kommen weitere Servicekräfte hinzu. Bis zu zehnköpfige Teams entstehen so, beispielsweise beim Hüttengaudi. "Das Schöne ist, dass auch ganz kurzfristig Freunde aushelfen, wenn einmal Not am Mann ist", freut sich Venke Nürnberg.

Der Standort hat sich allen Unkenrufen zum Trotz bewährt. Zwei Mal musste die Terrasse erweitert werden. Eine Ferienwohnung kam hinzu. "Aus vielen Gästen wurden in dieser Zeit Freunde", sagt Venke Nürnberg. Unter den Gästen sind Ausflügler und Familien, deren Kinder sich auf dem öffentlichen Spielplatz gleich neben an die Zeit vertreiben können. Ein Motorradfahrer aus Ratzeburg ist in dem Café ebenso anzutreffen wie die Mehr-Tages-Wanderin, die mit ihrem Hund Kurs auf Rügen genommen hat und eine Pause einlegt. Und etliche Camper aus der Umgebung kommen in den Sophiengarten, der so das touristische Angebot der Region bereichert.

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