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Der Startschuss fällt bei Umetec

Stippvisite: Alexandra Walter (l.) führt unter anderem Alexandra Bläsche und Ronald Vieweg (2. v. l) vom Arbeitsministerium übers Gelände. Auch Peter Ernsdorf von der IG Metall sieht sich das Rotorbauteil für eine Windkraftanlage an.
Stippvisite: Alexandra Walter (l.) führt unter anderem Alexandra Bläsche und Ronald Vieweg (2. v. l) vom Arbeitsministerium übers Gelände. Auch Peter Ernsdorf von der IG Metall sieht sich das Rotorbauteil für eine Windkraftanlage an. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 19.07.2017, 06:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das Land Brandenburg will seine Unternehmen fit für die Zukunft machen. Unter anderem mit einem Förderprojekt, an dem auch Metallbaubetriebe teilnehmen können. Mit dabei ist die Eberswalder Firma Umetec, die für den Aktionsstart nun den Schauplatz geboten hat.

Als Alexandra Bläsche am Dienstag ihren Rundgang durch die Produktionshallen von Umetec beendet, ist sie angetan: "Man sieht, wie hoch innovativ das ist", sagt die Mitarbeiterin des Brandenburger Arbeitsministeriums. Genau genommen ist sie Referatsleiterin für Berufliche Bildung und Fachkräftepolitik und wenn sie den Eberswalder Metallbaubetrieb besucht, geht es genau um diese Punkte.

Anlass ist der Start eines Projektes, das Firmen wie Umetec die Möglichkeit bietet, sich "maßgeschneidert" beraten zu lassen. Da dieses Programm durchs Land gefördert wird - aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds -, ist Alexandra Bläsche nach Eberswalde gekommen. "Was wir uns am grünen Schreibtisch im Ministerium ausdenken, muss auch funktionieren", sagt sie.

Das, was sich das Arbeitsministerium in diesem Fall ausgedacht hat, nennt sich Sozialpartnerrichtlinie. Der Name sagt es bereits: Nach dieser Richtlinie wird gefördert, dass die Betriebe sich in Sachen Modernisierung beraten lassen und ihre Mitarbeiter in diesen Prozess miteinbeziehen.

Laut Referatsleiterin Bläsche müsse man sich als Unternehmen Gedanken machen: "Was muss ich meinen Arbeitgebern bieten und wie rechnet sich das noch für mich?" Insgesamt rund 200 Betriebe werden teilnehmen, aus vollkommen unterschiedlichen Branchen: zum Beispiel Logistik, Pflege, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Metallbauer wie Umetec.

Umetec, diese 2004 gegründete Firma mit aktuell 37 Mitarbeitern und vier Azubis, hat bereits von 2014 bis 2015 beim dazugehörigen Pilotprojekt mitgemacht. Deswegen fällt der offizielle Startschuss zur nächsten, auf drei Jahre angelegten Phase nun im Technologie- und Gewerbepark Eberswalde, der Heimat von Umetec.

Alexandra Walter, die im Unternehmen fürs Marketing zuständig ist, nutzt die Gelegenheit, um den Gästen von den bisherigen Erfahrungen zu berichten. So hätten die Mitarbeiter in Workshops die Gelegenheit gehabt, über etwaige Probleme im Betrieb zu berichten - zum Beispiel in der Arbeitsorganisation. "Daraus entsteht dann ein Maßnahmenplan", sagt Alexandra Walter.

Ein weiterer Schwerpunkt sei das Lohnsystem gewesen, das möglichst transparent gestaltet werde. "Zum Beispiel bekommen bei uns alle Schweißer den selben Lohn", erläutert sie. Gleichzeitig sei es ums Thema Weiterbildung gegangen. "Eine gute Karriere kann man auch im Mittelstand machen", sagt Alexandra Walter.

In diesem Punkt pflichtet ihr Dietrich Bester vom Eberswalder Netzwerk der metallverarbeitenden Unternehmen bei. "Qualifizierung ist das A und O", erklärt er. Das Netzwerk stellt nicht nur innerhalb von Eberswalde Kontakte her, sondern tauscht sich auch mit Partnern in anderen Teilen Brandenburgs aus. Zum Beispiel mit dem Qualifizierungs-Centrum der Wirtschaft in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree), kurz QCW. Dieses QCW wiederum fungiert beim Förderprojekt als Träger für die Metallbaubetriebe.

"Wir versuchen, unsere Unternehmen da einzufädeln", erklärt Dietrich Bester vom Eberswalder Metall-Netzwerk. Zum Beispiel eben Umetec, aber auch weitere Metallbaubetriebe wie Rothe Erde und Finow Automotive. "Wir haben noch mehr in petto", kündigt Bester an.

So speziell das Ganze klingen mag - das Ziel des Förderprojektes ist ein ganz grundlegendes: "Es geht um die Standortsicherung für Brandenburg", sagt Holger Schulz vom QCW. Dafür müssen die Unternehmen eben zukunftstauglich sein und die Mitarbeiter vor allem eins: zufrieden.

Interessierte Betriebe können noch immer teilnehmen; mehr Infos im Internet: arbeit.wfbb.de.

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