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Solarbetreiber eröffnet Flächen in Bliesdorf, Kunersdorf, Metzdorf, Schulzendorf und Möglin / Energieproduktion für rund 3500 Haushalte im Jahr möglich

Sonnenenergie aus fünf Anlagen

Die Photovoltaikanlagen von oben: Die Solarfelder befinden sich in Bliesdorf, Kunersdorf, Möglin, Metzdorf und Schulzendorf. Hinzu kommen sollen drei Flächen in Frankenfelde, Herzhorn und eine weitere in Kunersdorf. Auch das kürzlich in Betrieb genommene
Die Photovoltaikanlagen von oben: Die Solarfelder befinden sich in Bliesdorf, Kunersdorf, Möglin, Metzdorf und Schulzendorf. Hinzu kommen sollen drei Flächen in Frankenfelde, Herzhorn und eine weitere in Kunersdorf. Auch das kürzlich in Betrieb genommene © Foto: privat
Katrin Hartmann / 20.07.2017, 06:38 Uhr
Bliesdorf (MOZ) In Bliesdorf, Kunersdorf, Metzdorf, Möglin und Schulzendorf speisen die Solaranlagen nun offiziell Energie aus Sonnenstrahlen. Am Mittwoch wurden die Anlagen in Anwesenheit von Bürgern und Beteiligten feierlich eröffnet.

So richtig sehen lassen wollen sich die Skudden zwischen den Solarpanelen nicht. Wenn die Kamera ihnen näher kommt, flüchten sie in die kleinen Senken unter den schräg aufgestellten Platten. "Sie sind halt noch etwas scheu", sagt Tatjana Rosenthal vom Solaranlagenbetreiber, der Tochtergesellschaft der Castus GmbH in Bliesdorf. Auf dem Gelände finden die Tiere beste Voraussetzungen zum Grasen, erklärt ihr Mann, Alexander Rosenthal, Leiter des Projekts. "Wir haben uns entschieden, die Schafzucht mit unseren Solarfeldern zu verbinden", sagt der Unternehmer. Die Fläche in Bliesdorf ist dabei nicht die einzige, wo das Unternehmen Schafe hält. Auch auf dem Schulzendorfer Marienberg befinden sich weitere Tiere. "Dort haben wir Kamerunschafe", erklärt Tatjana Rosenthal. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen die Tiere auf die Flächen gelassen. "Bislang haben wir 85 Schafe, es sollen aber mal 350 werden", sagt Alexander Rosenthal.

Die Castus GmbH verfolgt damit eine Idee, die bereits mehrere Solarfirmen realisiert haben. "Auf dem Gelände haben die Tiere genügend Futter und unser Gras wird regelmäßig gestutzt. Für beide Seiten ein Gewinn", sagt der Bliesdorfer. Die Schafe sind allerdings nur ein kleiner Teil des flächendeckenden Projekts.

Am Mittwoch hat die Castus GmbH Bliesdorf bei strahlendem Sonnenschein nun ihre fünf bislang fertiggestellten Solarfelder in Betrieb genommen. "So soll die Sonne mindestens auch die nächsten 25 Jahre scheinen", sagt Alexander Rosenthal bei der kleinen feierlichen Eröffnung, zu der das Unternehmen Bürger, Gemeindevertreter, Parteizugehörige, Mitarbeiter und Vertreter anderer mitwirkender Firmen eingeladen hat. "Wenn ich heute zurückdenke, liegt doch schon eine längere Zeit hinter uns", sagt Alexander Rosenthal. "2014 hatten wir die ersten Gespräche. Jetzt haben wir 2017 und können verfolgen, wie unsere Flächen ans Netz gehen", so der Projektleiter und bedankt sich bei den mehr als 50 beteiligten Firmen. "Die Größe und Zahl der Beteiligten ist für das Oderbruch schon eine Hausnummer."

Mit dem Standort in Bliesdorf konnten zusätzlich fünf neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die die Anlagen pflegen und technisch unterhalten.Das Unternehmen bewirtschaftet damit nun fünf Felder: in Bliesdorf, Schulzendorf (Marienberg), Möglin, Kunersdorf und Metzdorf. Das private Kabeltrassennetz für die Photovoltaik-Anlagen ist etwa 10,5 Kilometer lang, erläutert Rosenthal. Es verbindet die Solarfelder mit dem erst kürzlich ans Netz gegangenen Umspannwerk in Metzdorf. Dort hat der Stromversorger edis AG auch einen Netzverknüpfungspunkt errichtet. Mit der an den Anlagen entstehenden Energie können rund 3500 Haushalte im Jahr mit Strom versorgt werden, sagt Alexander Rosenthal. Vom Stromkonzern wird die Energie ins öffentliche Netz gespeist. "Wir freuen uns natürlich, wenn die Energie in der Region bleibt", sagt Rosenthal, aber er weiß auch, dass die Abnahme in bevölkerungsärmeren Gegenden höhere Kosten nach sich zieht.

Im kommenden Jahr will die GmbH noch drei weitere Anlagen in Betrieb nehmen - in Frankenfelde, eine weitere in Kunersdorf und eine in Herzhorn. Zusätzlich werden die bereits laufenden Flächen nach naturschutzrechtlichen Richtlinien mit Büschen und kleinen Bäumen begrünt. "Wir stehen bei diesem Prozess in engem Kontakt mit der unteren Naturschutzbehörde, die die Anlagen sehr gründlich prüft", sagt Alexander Rosenfeld.

Auf der Bliesdorfer Anlage sind demnach unter anderem Habitate für die Zauneidechse sowie zwei Brut- und Nisttürme entstanden. Die Fläche hier in Bliesdorf gehörte mal zu einer Tabakanlage, wo sich auch Nistplätze für Vögel oder Fledermäuse befanden. Die Türme bieten jetzt dafür den entsprechenden Ersatz.

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