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Bergfest in Bergsdorfer Kirche

Gelöste Stimmung: Im Gemeindehaus hielt Pfarrer Andreas Domke (unterm Kreuz) eine Andacht.
Gelöste Stimmung: Im Gemeindehaus hielt Pfarrer Andreas Domke (unterm Kreuz) eine Andacht. © Foto: MZV
Inez Bandoly / 26.07.2017, 19:33 Uhr
Bergsdorf (GZ) Die Wetterfahne auf der Kirchturmspitze in Bergsdorf zeigt die Jahreszahl 1300. Am Sonnabend war diese schwer zu sehen, denn dicke graue Wolken vernebelten die Sicht und es regnete sehr stark. Am Nachmittag fand im Gemeindehaus ein Gottesdienst statt. Die Gemeinde war eingeladen, sich anschließend in der Kirche umzuschauen, die derzeit restauriert wird.

Die Wehrkirche in dem Dorf, gebaut aus großen Feldsteinen, zählt zu den kunsthistorisch wertvollen Denkmälern in Oberhavel. In Brandenburg gibt es mit der in Wustrau nur zwei Kirchen dieser Art. Seit April dieses Jahres wird die Decke der Kirche in Bergsdorf restauriert. "Es ist eine Papierdecke, und diese wurde durch Wasser beschädigt", erklärte Pfarrer Andreas Domke. Er hielt die Andacht und ließ danach die Tür des Gotteshauses öffnen. Dort hatten Interessierte die Möglichkeit, einen Blick auf das bisherige Baugeschehen zu werfen. Noch stehen die Gerüste. Decken und Kunststoffplanen schützen Bänke und Fußboden vor Schmutz. Der Altar steht zwar noch, ist aber leergeräumt worden. Das Inventar wie Kreuz und Statuen stehen sicher verwahrt im Gemeindehaus.

Vor 13 Jahren beschloss die evangelische Kirchengemeinde Bergsdorf, die Kirche zu restaurieren und startete eine Spendenaktion. Da das Dach ja ohne Mängel war, lohnte es sich, die Decke wieder in Ordnung zu bringen. Mit Geldern aus dem Haushaltes der Gemeinde vor Ort, des Kirchenkreises Oberes Havelland sowie Zuschüssen der Oberen Denkmalbehörde begannen im April dieses Jahres die Arbeiten. Auch wenn am Sonnabend wenige Menschen der Einladung folgten, durch den starken Gewitterregen verständlich, wurde sozusagen Bergfest gefeiert. Eberhard Dittmann zog kurz vor 18 Uhr am Seil und ließ für fünf Minuten die Glocken erklingen. Seine Frau Erika stand dann als erster Gast im Gotteshaus. "Wenn ich hier geboren bin, dann interessiert mich auch die Kirche", sagte sie.  Die Restaurierungsarbeiten, die insgesamt rund 73 000 Euro kosten und von der Malerfirma Gürtler aus Wolfruh unter Aufsicht des Restaurators Jochen Hochsieder stehen, gehen zügig voran. Der Fertigstellung im Spätssommer steht damit womöglich nichts im Weg. Die Wiedereröffnung der Kirche ist für 17. September ab 14 Uhr geplant. Dann kann sich die ganze Gemeinde an der Schönheit der farbenfrohen Deckenmotive erfreuen. Der Originalzsutand soll wieder hergerichtet werden.

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