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Faire Derbys, schwere Beine

Kraftraubendes Programm in Langen: Vier Mannschaften spielten am Sonnabend im Modus "jeder gegen jeden" den Sieger aus. Hier verfolgte Langens Marius Bachmann MSV-Kicker Sören Grashoff.
Kraftraubendes Programm in Langen: Vier Mannschaften spielten am Sonnabend im Modus "jeder gegen jeden" den Sieger aus. Hier verfolgte Langens Marius Bachmann MSV-Kicker Sören Grashoff. © Foto: MZV/Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 06.08.2017, 21:05 Uhr - Aktualisiert 07.08.2017, 09:04
Langen (MZV) Die Fußballer des Langener SV haben sich als Gastgeber die Krone beim traditionellen Landsportfest aufgesetzt. In den beiden Jahren zuvor hatte der SV Union Neuruppin triumphiert. Am Sonnabend bei der 57. Auflage behielten die Hausherren vor dem MSV II, Union II und Wustrau die Nase vorn.

Dass die Veranstalter vom LSV bereits vor dem Turnierbeginn enttäuschte Mienen aufsetzten, lag an der kurzfristigen Absage des SV 90 Fehrbellin am Freitagabend. Bereits am Mittwoch hatte der Lindower SV seine Absage verkündet. "Wir haben der Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes bewusst auf Vereinsfreundschaften und den lokalen Aspekt Wert gelegt und etablierte Teams eingeladen. Da hatte ich schon mehr Zuverlässigkeit erwartet", zeigt sich LSV-Vereinschef Andreas Bernhardt von den Absagen tief enttäuscht. Somit verblieben nur vier Teams im Starterfeld. Der Spielmodus musste erneut geändert werden. Im Modus "jeder gegen jeden" arbeiteten am Sonnabend die Teams jeweils über 45 Minuten an ihrem Fitnesszustand im Rahmen der laufenden Saisonvorbereitung. Mit kleineren Blessuren hatten alle Mannschaften zu kämpfen. Schwere Verletzungen gab es nicht. Jedoch trübte eine längere Regenphase die Gemüter. So mussten sich die Organisatoren als auch die Fußballer statt mit einer prächtigen, zusätzlich motivierenden Zuschauerkulisse mit einer eher überschaubaren Anzahl an Besuchern begnügen.

Zum sportlichen Geschehen: In der Auftaktpartie kam es zum Neuruppiner Stadtduell zwischen den Reserven des SV Union und des MSV. Die Gildenhaller Zweite vertrat die erste Mannschaft des Clubs. Der Titelverteidiger weilte zeitgleich im Trainingslager in Sachsen.

Nach der Führung des MSV II nach knapp 30 Minuten verpasste es der Kreisliga-Aufsteiger mehrfach, den Sack zuzumachen. In der Schlussminute feuerte Unions Patrick Block einen Eckball scharf in den Strafraum, Sören Grashoff lenkte die Kugel unglücklich ins eigene Netz - 1:1.

Im folgende Derby Langen gegen Wustrau traf die Hausherren bereits mit dem ersten Angriff zur Führung. Fortan war meist Marius Bachmann nicht von den TSV-Verteidigern zu halten. Er bereitete den zweiten Treffer vor und traf selbst zum 3:0-Endstand.

Im Spiel gegen Union II tat sich der LSV allerdings lange Zeit schwer. Die Gildenhaller verteidigten geschickt - und konterten gefährlich. Vor allem der dribbelstarke Murat Yagobi war kaum zu halten. Er traf auch zur Führung. Langen kam fünf Minuten vor dem Ende zum 1:1. Fast mit dem Schlusspfiff erzielte Nico Wagner per Freistoß, wobei die Kugel flach im Torwarteck einschlug, den Siegtreffer.

Nach zwei Nullnummern stand vor der abschließenden Turnierpartie mit dem LSV der Sieger bereits fest. Gegen den MSV II, der per Konter früh in Führung ging und anschließend verbissen verteidigte, fanden die Langener kaum Lücken. Es blieb beim 1:0 für den MSV II.

Der "Pott" blieb am Ende aber in Langen. Passend zum Siegerfoto kam bei Turnierende auch wieder die Sonne heraus.

Tradition seit 1960:

Die Geburtsstunde des Langener Landsportfestes geht auf das Jahr 1960 zurück. Damals staatlich gesteuert, wurde dieses Fest ins Leben gerufen. In den Städten gab es zu dieser Zeit bereits viele Aktivitäten, und so sollte auch auf dem Lande die sportliche Gemeinschaft gestärkt werden. Langen war eines der Dörfer, das die Gelegenheit beim Schopf packte und ein solches Sportfest im Juni 1960, kurz vor der Ernte, ausrichtete. In Langen war ein Fußballverein ansässig, zudem spielten die Feuerwehr, der Anglerverein und die Volkssolidarität tragende Rollen im Ort. Der damalige Bürgermeister Otto Kujoth, der Vorsitzende der BSG Traktor, Erwin Konrad, und der Kulturvereins-Vorsitzende Lehrer Dieter Wokeck sowie das VEG Langen waren federführend. Wie überall, leitete die Wende 1990 auch beim Langener Sportverein eine Umorientierung ein. Aus der BSG Traktor Langen wurde der Langener SV 02. Viele Dinge in der Struktur und im Vereinsleben wurden der neuen Zeit angepasst. Unverändert blieb aber die Begeisterung für das Landsportfest, das auch nach 1990 weiter ohne Unterbrechung stattfand. "Und darauf sind wir alle sehr stolz", bringt es, Andreas Bernhardt, der seit 2004 als Vereinsvorsitzender fungiert, auf den Punkt. Das 58. Landsportfest sei bereits in Planung.(gü)

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