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Alte Försterei in Briescht veranstaltete am Sonntag Antikmarkt / Hunderte Besucher kamen

Auf der Suche nach alten Schätzen

Tatjana Littig / 13.08.2017, 19:54 Uhr - Aktualisiert 14.08.2017, 12:30
Briescht (MOZ) Viermal im Jahr laden die Betreiber der Alten Försterei in Briescht, Kai-Uwe Rettig und Sindy Koba, zu einem Antikmarkt ein. Am Sonntag war es wieder so weit: Bei einem Mix aus Wolken und Sonne schlenderten Hunderte über den Markt auf der Suche nach alten Schätzen.

Alte Försterei, Briescht
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Trödelmarkt in Briescht

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Bücher, Lampen, Geschirr, Gemälde, Zinkwannen, Werkzeuge, Globusse, Aktentaschen: Es gibt kaum etwas, das es auf dem Antikmarkt in Briescht nicht zu kaufen gibt. Auch Petra und Sven Witt auf Gröditsch im Landkreis Dahme-Spreewald sind fündig geworden. Vier Bücher nehmen sie am Sonntag mit nach Hause. Eines davon: Die große Burda Nähschule. "Ich möchte wieder anfangen zu nähen", klärt Petra Witt lachend auf. Gerne kommen sie und ihr Mann zum Antikmarkt nach Briescht. "Mir gefällt das Flair, es ist wirklich wunderbar", schwärmt die 57-Jährige. Zustimmung kommt von ihrem Mann: Man könne hier beim Anblick der oftmals alten Stücke in Erinnerungen schwelgen.

Auch anderen Besuchern des Marktes ergeht es so. Arnold Vanselow aus Trebatsch hat es auf altes Werkzeug abgesehen. In seiner Tasche landen eine Eisensäge, zwei Drahtbürsten und ein Schrotbeil. Letzteres würde benutzt, um Eisen zu spalten, informiert er kundig. Begleitet wird er bei seinem Ausflug nach Briescht von Ehefrau Bärbel. Richtiger Trödelfan sei aber er, nicht sie, erzählt die 62-Jährige während einer Pause. Denn: "Der Platz zu Hause ist begrenzt."

Begrenzter Platz? Davon kann Ingrid Hoschack aus Frankfurt (Oder) ein Lied singen. Vor rund drei Jahren fing sie an, auf Märkten alte Sachen zu verkaufen. Erst sei ihre Schwester gestorben, dann der Schwiegervater ins Pflegeheim gekommen - innerhalb kurzer Zeit mussten zwei Haushalte aufgelöst werden, klärt die 64-Jährige die Anfänge auf. "Meine Schwester hat Matroschkas gesammelt." Auf rund 200 Stück habe sie es gebracht. Einige hat Ingrid Hoschack behalten, die anderen verkauft sie peu à peu auf Märkten in der Region. In Briescht sind vier Modelle auf dem Tisch von ihr und Ehemann Klaus Diethardt zu finden. Auf mehr Interesse stoßen jedoch das Geschirr, die Textilien und die Schuhe. Ein Paar schwarzer Absatzschuhe hat am Stand des Ehepaars Werner Uhlig für drei Euro ergattert. Ein Volltreffer: "Solche Schuhe in Größe 40 findet man selten", sagt er. Wofür er sie braucht? Er und Ehefrau Inge sind Teil einer Truppe aus Fünfeichen, die Sketche auf Geburtstagen und Seniorenfeiern beispielsweise aufführt - natürlich kostümiert. "In unserer Region gibt es viel zu wenig Trödel", bedauert Inge Uhlig. Schon seit drei, vier Jahren besuchen Ehemann Werner und sie den Markt in Briescht.

Auf ganz so viele Jahre bringt es Steffi Pape nicht. Im vergangenen Jahr war die 35-Jährige aus Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark zum ersten Mal auf dem Gelände der Alten Försterei gelandet. Dieses Mal hat sie ihren Besuch bei der Familie in Beeskow und Lieberose absichtlich so gelegt, dass sie mit ihrer achtjährigen Tochter Wilhelmine den Markt besuchen konnte. Neben Kinderbuch und Bilderrahmen landen auch zwei Kaffeekannen in der Tasche. Schon beim ersten Besuch war ihre Suche nach alten Schätzen erfolgreich: Neben DDR-Brotdose in Stullenform kaufte sie ein Buch mit Reparatur-Anleitungen für einen Ford Taunus.

Zu jedem Markt wird parallel auch eine Ausstellung gezeigt. Seit Sonntag sind Keramiken von Marie-Annick Le Blanc zu sehen. In Rauch-Brand-Technik gearbeitete Vasen und Schalen gilt es für Interessenten zu entdecken - und zu kaufen. Am Sonnabend wird die Ausstellung um 18 Uhr noch einmal offiziell eröffnet.

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