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Funde in Eichwerder auf 1200 Stücke angewachsen

Arbeiten an einem der neu entdeckten Lehmöfen: Klaus Koschmieder, Doktor der Altamerikanistik, und Grabungstechniker Roman Wadzack
Arbeiten an einem der neu entdeckten Lehmöfen: Klaus Koschmieder, Doktor der Altamerikanistik, und Grabungstechniker Roman Wadzack © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Tim Benesch / 16.08.2017, 10:53 Uhr
Eichwerder (MOZ) Es geht voran in Eichwerder. Fast zwei Drittel der Grabungsfläche, das sind etwa 200 der 300 Meter Bauabschnitt, haben das Archäologenteam um Grabungsleiterin Blandine Wittkopp geschafft. "In den nächsten Tagen werden wir uns dem letzten Drittel der Strecke zuwenden können", sagt die Berliner Archäologin. Auf die Frage hin, was es an nennenswerten Funden und Ausgrabungen Neues gäbe, berichtet Blandine Wittkopp von zwei Lehmöfen, die kürzlich ausgegraben wurden. Diese wurden im fünften und sechsten Jahrhundert vor Christus zur Keramikherstellung gebraucht. Das heißt sie wurden für die Produktion von Alltagsgegenständen wie Trinkschalen oder Gefäßen zur Vorratshaltung eingesetzt. Einmal mehr wird damit die Annahme gestützt, dass sich bereits in der Bronze-Eisenzeit ein Siedlungs- und Handwerkszentrum in Eichwerder befand. Damit sind es schon um die zwanzig Öfen, welche die Archäologen mittlerweile verzeichnen können. Die Anzahl der bisherigen Funde wächst somit zugleich auf zirka 1200 Stücke.

Dass die Konzentration der Fundstücke zum Ende des Bauabschnitts abnimmt, verneint Grabungsleiterin Blandine Wittkopp. Vielmehr hat sich der umgekehrte Fall gezeigt - die Konzentration ist gestiegen.

Am Ortsausgang Richtung Wriezen vermuten die Archäologen noch Palisaden. Dass die Entdeckung dieser zumindest annehmbar ist, haben bereits vergangenes Jahr Überreste von Palisaden bei der Verlegung eines Trinkwasserrohres Richtung Thöringswerder gezeigt. Palisaden verweisen auf die Schutzfunktion der einstigen Siedlung und lassen auf die damalige wichtige Bedeutung Eichwerders schließen. Die Wallanlage ordnet Blandine Wittkopp der gleichen Epoche wie der bereits entdeckten Öfen zu - 1000 bis 500 Jahre vor Christus.

Es bleibt also abzuwarten, welche Schätze sich unter Eichwerders Oberfläche noch verbergen. Zumindest für die archäologisch Interessierten wird somit die Spannung aufrechterhalten.

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