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Solarpark der Superlative für 3,4 Millionen Euro

Große Dimension: Erst aus der Vogelperspektive werden die Ausmaße der Buchhorster Anlage deutlich.
Große Dimension: Erst aus der Vogelperspektive werden die Ausmaße der Buchhorster Anlage deutlich. © Foto: MZV
Jürgen Liebezeit / 23.08.2017, 20:51 Uhr
Mühlenbeck (OGA) Als "Solarpark der Superlativen" ist am Mittwoch im Mühlenbecker Ortsteil Buchhorst eine neue Anlage der Firma "Sun Farming" aus Erkner offiziell eröffnet worden. Die Zahlen sind beeindruckend.

Auf einer Fläche von 55 000 Quadratmetern wurden auf dem ehemaligen Deponiegelände, 12 048 Solarmodule verbaut. Die damit produzierte Energie von 3 229 800 Kilowattstunden kann im Jahr 1 000 Zwei-Personen-Haushalte mit Solarstrom versorgen. Darüber hinaus können nach Angaben des Investors jährlich fast zwei Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Das entspricht dem Ausstoß von zirka 750  Mittelklassewagen.

Bis zu 50 Monteure und Techniker haben ein "kleines Wunder" vollbracht und in einer Rekordzeit 5 000 Pfähle in die Erde gerammt, es wurden 516 "Tische" für die Module montiert.

"Sun Farming" investierte von der Planung bis zur Fertigstellung der Anlage 3,4 Millionen Euro. Der Pachtvertrag für die Deponie-Fläche läuft über 20 Jahre mit einer Verlängerungsoption von jeweils fünf Jahren.

Für Hanns-Werner Labitzki, Bauamtsleiter im Mühlenbecker Land, ist die Nutzung der früheren Deponiefläche eine sinnvolle und nachhaltige Nachnutzung, weil wertvolle Ackerflächen geschont werden. Der um die Solaranlage errichtete Sicherheitszaun verhindere zudem, dass Wildschweine alten Unrat hervorwühlen könnten, wie in der Vergangenheit geschehen. Auch Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) freut sich über die Fertigstellung der Anlage: "Die Gewerbesteuereinnahmen der Kommune steigen, und die Gemeinde spart die Kosten für Sicherung und Pflege des Gebietes. Wieder ist ein Puzzlestück auf dem Weg zur grünen Gemeinde Mühlenbecker Land gefunden worden".

"Dank der guten Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und den ausführenden Firmen konnte der Solarpark in Rekordzeit errichtet werden", sagt Sun-Farming-Geschäftsführer Martin Tauschke. Dieses hervorragende Zusammenspiel sei auch notwendig gewesen, denn Anlagen dieser Größe würden ab 2017 laut Gesetzgeber nicht mehr ermöglicht. Erst drei Tage vor Weihnachten 2016 lag die Baugenehmigung vor. Dabei wurde nach langwierigen Vorgesprächen der Bauantrag erst Anfang Dezember beim Landkreis eingereicht. Für den Investor war der Bau der großen Anlage dann auch eine ""sportliche Herausforderung", so Tauschke.

Er bot der Gemeinde weitere Kooperationen an. So wolle die Firma prüfen, ob Dächer von kommunalen Gebäuden für Solaranlage geeignet sind. In diesem Falle würde seine Firma die Anlagen errichten und der Gemeinde mit einem zehnjährigen Festpreis den Strom zehn Prozent günstiger als der Marktpreis verkaufen. Tauschke kündigte auch an, eine eigene Plattform für Ökostrom aufzubauen. "Dann ist es auch irgendwann möglich, Strom aus Mühlenbeck in Mühlenbeck zu nutzen."

Am Rande der Eröffnung des Solarparks äußerte sich der SPD-Bundestagskandidat Benjamin Grimm kritisch zur Landespolitik seiner Parteifreunde. Er könne nicht nachvollziehen, warum die Landesregierung ihre Ziele für den Klimaschutz für das Jahr 2030 senken wolle. Statt eines Rückgangs beim Kohlendioxid von 72 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 solle jetzt nur noch ein Minus von 55 bis 62 Prozent angestrebt werden. Zuständig für das Thema ist das SPD-geführte Wirtschaftsministerium unter Albrecht Gerber. "Das ist das falsche Signal", sagte Grimm.

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