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Landwirt Jan Peter Vogel aus Busch erhält Auszeichnung von Nabu / Weitere Vorkommen der Vögel gesucht

Schwalben und Kühe in einem Stall

Urkunde und Plakette: Astrid Müller (l.) und Jan Peter Vogel in ihrem Kuhstall mit Silvia Schiebert vom Nabu
Urkunde und Plakette: Astrid Müller (l.) und Jan Peter Vogel in ihrem Kuhstall mit Silvia Schiebert vom Nabu © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 29.08.2017, 07:15 Uhr
Görsdorf bei Storkow (MOZ) "Als ich die Tage auf einem Feld an der B 246 Hafer gedroschen habe, habe ich noch 20 bis 30 Stück von ihnen gesehen", sagt Landwirt Jan Peter Vogel aus Busch bei Görsdorf. "Aus meinem Kuhstall aber sind sie jetzt alle weg." Die Rauchschwalben, die in Vogels Stall heimisch waren, sind in Richtung Süden in ihr Winterquartier aufgebrochen. Doch im Frühjahr dürften sie zurückkehren - und Vogel hat schon jetzt eine offizielle Anerkennung als Schwalben-Freund bekommen.

Von Silvia Schiebert, Geschäftsführerin des Nabu-Regionalverbands Dahmeland, erhielt er eine entsprechende Plakette überreicht. Das Schildchen soll künftig von der Straße aus sichtbar Vogels Hof zieren. Als Dreingabe erhielten Vogel und seine Lebensgefährtin Astrid Müller eine Urkunde für ihr Engagement im Schwalbenschutz und einen Gutschein für den Nabu-Shop.

"Dieses Jahr war ein gutes für die Schwalben", sagt Silvia Schiebert. Insgesamt aber werde der Lebensraum für die Vögel weniger. "Immer mehr Landwirte bauen ihre Viehställe zu Werkstätten um, und dort fühlen sich die Schwalben nicht wohl", erläutert sie. Daher honoriert der Nabu das Verhalten von Menschen wie Jan Peter Vogel und Astrid Müller, die die Tiere bei sich dulden.

"Meine Kühe bekommen ihr Futter draußen, daher kommen sie mit dem Schwalbenkot nicht in Berührung", erläutert Vogel. Etwa 20 Nester hat er in seinem Stall gezählt, und am Dreck durch die Ausscheidungen der Vögel stört er sich im Gegensatz zu anderen nicht. Im Gegenteil: "Sie fressen Fliegen und Mücken, sind also sogar eine Hilfe", sagt er. Und Astrid Müller erfreut sich regelmäßig an den Schwalben, wenn sie mit riesiger Geschwindigkeit in das Gemäuer hineinsegeln. "Das sind richtige Flugkünstler", schwärmt sie.

Silvia Schiebert ermuntert andere Schwalben-Gastgeber aus dem Raum Storkow, sich ebenfalls bei ihr zu melden - dann bekommen auch sie eine Plakette. Nach Angaben von Landwirt Vogel sind die Vögel auch in Wochowsee heimisch. Mehlschwalben, die anders als Rauchschwalben ihre Nester nicht in Gebäuden, sondern im Freien bauen, gebe es am Aalhof Köllnitz bei Groß Schauen.

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