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Sportverrücktes Unternehmerpaar bietet Stand-Up-Paddling am Werbellinsee an

Stehend übers Wasser

Die beiden stehen drauf: Mihajla Babic und Jens Ramin haben sich mit ihrer Leidenschaft fürs Stand-Up-Paddling selbstständig gemacht. Seit Mai bieten sie drei Tage in der Woche am Campingplatz "Am Spring" ihre Kurse und Touren an. Mit Erfolg: "Wir wollen
Die beiden stehen drauf: Mihajla Babic und Jens Ramin haben sich mit ihrer Leidenschaft fürs Stand-Up-Paddling selbstständig gemacht. Seit Mai bieten sie drei Tage in der Woche am Campingplatz "Am Spring" ihre Kurse und Touren an. Mit Erfolg: "Wir wollen © Foto: Andreas Gora
Simon Rayß / 30.08.2017, 06:15 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Paddeln im Stehen? Für manch einen eine merkwürdige Vorstellung. Nicht so für Mihajla Babic und Jens Ramin. Die Berliner haben sich dem sogenannten Stand-Up-Paddling verschrieben. Am Werbellinsee bieten sie drei Tage in der Woche Kurse an. Aber nicht nur das.

Die Idee kam dem Paar im Kroatienurlaub. "Wir hatten das Meer, wussten aber nicht: Wie kommen wir an Boards?", erinnert sich Jens Ramin. Dann die Überlegung: "Eigentlich müsste es sowas geben, dass man eins leiht und für zwei Wochen mit in den Urlaub nimmt." Genau das bieten Ramin und Mihajla Babic seit dem vergangenen Jahr mit ihrem Unternehmen "SUP & Paddel" an, wobei SUP die Kurzform von Stand-Up-Paddling ist.

Doch der Verleih ist nur eine Seite: Noch bis Ende September sind die beiden immer am Freitag, Sonnabend und Sonntag am Campingplatz "Am Spring" zu Gast, um mit Paddel-Freunden Touren zu unternehmen und Einsteigern bei einem Kurs die Sportart zu vermitteln.

Für so einen Kurs müssen die Teilnehmer nicht viel mehr mitbringen als Badesachen oder zumindest Kleidung zum Wechseln. Sportliche Vorerfahrung ist keine vonnöten. "Die Grundvoraussetzung ist, dass man schwimmen kann", erklärt Jens Ramin. Der Rest zeige sich. "Zu 97 Prozent können die Menschen das."

Entsprechend weitgefasst ist auch der Altersrahmen. Die jüngsten Teilnehmer sind zehn Jahre alt. "Wir haben gemerkt: Da ist die nötige Physis und Konzentration bei Kindern da", sagt Ramin. Grenzen nach oben gibt es nicht. "Ich hatte schon eine über 70-jährige Frau, die das sehr gut gemacht hat."

Jens Ramin leitet die Kurse selbst an. Dabei geht der 42-Jährige trotz der guten Erfahrungen mit den Teilnehmern ganz behutsam vor: Erst vermittelt er die Paddeltechniken, bevor er sich mit der Gruppe ins tiefere Wasser vorwagt - kniend auf dem Board. "Das Reinfallen ist vor allem im Flachen gefährlich", erklärt Ramin. Dort könnten die Paddler auf dem Grund aufschlagen.

In tieferen Gefilden stehen die Kursteilnehmer nach und nach auf, ganz in Ruhe, damit sie sich ans Board gewöhnen können. Wenn die Techniken auch im Stehen funktionieren, geht's in eine ruhige Bucht, in der Ramin die Feinheiten erklärt: Wie die Paddler schnell vorankommen und wie sie den Rückwärtsgang einlegen.

Doch die Fortbewegung ist nur ein Aspekt des Stand-Up-Paddlings. Mihajla Babic reizt der Kontakt zur Natur und zum Wasser. "Ich bin total wasserfanatisch", sagt die 37-Jährige. Dass sie dabei auch noch mit wenig Aufwand ihren Körper trainiert, ist natürlich auch ein Pluspunkt. "Man merkt den Effekt am nächsten Tag", erklärt sie. "Das ist ein Ganzkörpertraining", ergänzt Jens Ramin. Auch kleinere Muskelgruppen werden dabei beansprucht, genauso wie der Gleichgewichtssinn. "Physiotherapeuten wissen den Sport zu schätzen", sagt Mihajla Babic.

Die Leidenschaft fürs Paddeln im Stehen ist bei beiden spürbar. Jens Ramin hat vor vier Jahren selbst mit der Sportart angefangen und seine Lebensgefährtin dann mit seiner Begeisterung angesteckt. Dabei bringen beide auch Erfahrungen auf anderen Feldern mit. Die gebürtige Berlinerin Babic macht nebenbei noch Kampfsport. Ramin, der ursprünglich aus Strausberg (Märkisch-Oderland) stammt, hat sich in vielen Sportarten ausprobiert. "Ich war schon immer mit Sport in Kontakt." Nur nicht mit Ballsportarten. "Die liegen mir nicht so", sagt er und lacht.

2016 haben sie ernst gemacht mit dem Stand-Up-Paddling, zunächst am Lehnitzsee bei Oranienburg (Oberhavel). "Aber den Werbellinsee fanden wir schöner", sagt Ramin, "und touristisch ist er besser erschlossen." Also haben sie im Mai im Barnim ihre Zelte am Werbellinsee aufgeschlagen, immer an den Wochenenden. Den Board-Verleih bieten sie auch längerfristig für den Urlaub an. Leben können sie von"SUP & Paddel" allerdings nicht: Beide haben noch einen anderen Job nebenbei.

Der Umzug an den Werbellinsee hat sich für die beiden gelohnt, sagen sie - auch, wenn sie mit dem durchwachsenen Sommer zu kämpfen haben. "Das Wetter war nicht so optimal", erklärt Jens Ramin. "Man merkt es sofort: Sobald die Sonne da ist, ist der Platz voll", ergänzt Mihajla Babic. Dabei sei das stehende Paddeln auch bei bedecktem Himmel sehr schön. Dazu werden sie in den nächsten Wochen bis Ende September sicher noch Gelegenheit bekommen. Vielleicht auch darüber hinaus: "Wenn der Oktober ganz warm wird, blieben wir auch noch länger", kündigt Babic an.

Mehr Infos im Internet unter: www.supundpaddel.de; Anmeldung per Telefon: 0177 4366088

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