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Neuendorfer gestalten die Zukunft mit

Da ist Interesse vorhanden: Gut gefüllt war der Veranstaltungsraum im Neuendorfer Gemeindehaus. Schließlich ging es auch um die Zukunft des Ortes.
Da ist Interesse vorhanden: Gut gefüllt war der Veranstaltungsraum im Neuendorfer Gemeindehaus. Schließlich ging es auch um die Zukunft des Ortes. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 30.08.2017, 08:24 Uhr
Neuendorf (GZ) Wie soll Neuendorf, der kleine und idyllisch im Wald gelegene Ortsteil des Löwenberger Landes in 20 oder 30 Jahren aussehen? Soll sich daraus ein Wohnvorort von Oranienburg beziehungsweise Berlin entwickeln oder der dörfliche Charakter bewahrt werden?

Das beschäftigt die 246 Einwohner schon, wie am Montag bei der Ortsbeiratssitzung im Gemeindehaus zu erfahren war. Immerhin fast 70 Einwohner waren zu der Sitzung gekommen. Die einhellige Meinung der Anwesenden war schnell formuliert: Neuendorf ist so schön und lebenswert, das muss bewahrt werden. Das heißt jedoch nicht, dass die Neuendorfer wunschlos glücklich sind. Es gibt durchaus Kritikpunkte, und auch die wurden während der Versammlung angesprochen und aufgelistet:

¦ Straßen: So gibt es am Zustand der Plötzenstraße nichts zu kritisieren. Sie wurde vor Jahren ausgebaut und mit einer Asphaltdecke versehen. Doch damit hört es auch schon auf. Dass auch die anderen Straße hergerichtet werden müssen, darin bestand unter den Besuchern Konsens. Doch beim Wie gingen die Meinungen weit auseinander. Nicht jede Straße müsse zwingend geteert werden, kam ein Hinweis. Schließlich gebe es auch andere Möglichkeiten, einen Weg in einen befahrbaren Zustand zu versetzen, zumal es sich mehrheitlich um reine Anliegerstraßen handelt, so die Forderung. Das spare Kosten, da die Anwohner das Gros der Baukosten zu zahlen haben, erhalte auf der anderen Seite aber auch den dörflichen Charakter, wenn die Versiegelung der Flächen im Ort auf ein Minimum reduziert werden. Im Protokoll wurde schließlich festgehalten, dass ein Verkehrskonzept erstellt werden soll, welche Straße wie stark und vom wem frequentiert wird. Anhand dessen sollen mögliche Ausbauvarianten mit den Anliegern abgestimmt werden.

¦ Parkplatz: Die Kleine und Große Plötze sind nicht nur beliebte Angelgewässer, sonderen werden gern auch von Badegästen angesteuert. Deren Fahrzeuge stehen dann manchmal kreuz und quer am Straßenrand oder auf den Grünflächen. Ein Parkplatz könnte Abhilfe schaffen. Doch wird damit nicht auch zusätzlicher Verkehr in den Ort gezogen, so die bange Frage einiger Gäste. Insofern soll, bevor überhaupt der Bau in Erwägung gezogen wird, vorab genau geprüft werden, an welcher Stelle, in welcher Ausführung und vor allem in welcher Größe ein Parkplatz gebraucht wird.

¦ Campingplatz und Badestelle: Es gibt einen Campingverein, der die Interessen der Dauercamper vertritt und auch für deren Annehmlichkeiten sorgt. Toiletten müssen sein, ein Waschhaus befindet sich in Bau. Der Vorschlag einiger Einwohner, diese sollten auch den Badegästen zur Nutzung zur Verfügung stehen. Doch bei bis zu 300 Badegästen, die an sonnigen und warmen Tagen gezählt werden, sieht sich der Campingverein damit überfordert. Wer zahlt für Reinigung der Anlagen und die Abfuhr, war nur eine Frage. Ob eine gebührenpflichtige Pachttoilette eine Alternative wäre, konnte niemand beantworten. Deshalb muss auch dieses Problem noch einmal genauer untersucht und besprochen werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

¦ Busanbindung: Gleich zwei Buslinien fahren Neuendorf an. Ausreichend, um die Mobilität in der Woche am Tage zu gewährleisten, so die Meinung der Mehrheit der Gäste. Was fehle, das sei eine Tour, um auch am späten Abend oder am Wochenende noch in den Ort zu kommen.

¦ Allgemeines: Früher gab es im Ort eine Verkaufsstelle, einen Bäcker, es gab eine Arztsprechstunde und auch eine Kinderbetreuung. Dass die Einwohnerzahl von 246 dafür zu gering sei, da herrschte durchaus Konsens. Dennoch müsse nach Alternativen gesucht werden, damit auch ältere Semester oder jene, die eben nicht motorisiert seien, in den Genuss solcher Angebote kommen, war eine Forderung. Regelmäßige Arztsprechstunden oder eine medizinische Versorgung durch eine Gemeindeschwester, ein mobiler Verkaufsstand für Brot und Fleisch, das könnten solche Möglichkeiten sein, kamen Vorschläge. Offen blieb, wie die Umsetzung erfolgen könne.

Das jedoch war auch gar nicht der Ansatz der Veranstaltung. Ein Leitbild für die Entwicklung von Neuendorf zu formulieren, das soll anhand der aufgelisteten Punkte nun erfolgen, herrschte Einigkeit unter den Gästen. Doch nicht die Gemeinde Löwenberger Land, sondern die Einwohner von Neuendorf sind nun dazu aufgerufen, dies in einer Arbeitsgruppe zu machen. Deren Ergebnis soll dann als Leitbild die Grundlage für gezielte Projekte bilden. Insofern war die Ortsbeiratssitzung der gelungene Auftakt für eine öffentliche Diskussion, an deren Ende schließlich tatsächlich ein Ortsentwicklungskonzept steht, das von allen Einwohnern mitgetragen wird.

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