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Eichhorster Ortsvorsteher Wulf Gärtner übergibt sein Amt an Stephan Reimann - ganz so, wie vereinbart

20 Monate sind genug

Drei für Eichhorst: Wulf Gärtner, Stephan Reimann und Hann-Dieter Hartwig (v. l.) harmonieren gut.
Drei für Eichhorst: Wulf Gärtner, Stephan Reimann und Hann-Dieter Hartwig (v. l.) harmonieren gut. © Foto: Ulf Kämpfe
Simon Rayß / 01.09.2017, 07:50 Uhr
Eichhorst (MOZ) Im Schorfheider Ortsteil Eichhorst spielen die Ortsvorsteher ein munteres Bäumchen-wechsel-dich-Spiel: Nach 20 Monaten hat Wulf Gärtner sein Amt niedergelegt und an Stephan Reimann übergeben. Der ist nun erster Ansprechpartner in Eichhorst - wiederum für 20 Monate.

Da hat der Ortsbeirat von Eichhorst am Mittwochabend das komplette Prozedere eingehalten. Genau, wie es die Brandenburger Kommunalverfassung vorsieht. Der bisherige Ortsvorsteher Wulf Gärtner erklärt erst seinen Rücktritt. Dann schreiten die drei Mitglieder des Beirats zur geheimen Abstimmung und werfen ihre Stimmzettel in eine Wahlurne. So weit, so formal. Dabei steht schon vorher fest, wer als Sieger aus der Wahl hervorgehen wird: Stephan Reimann.

Der 37-Jährige ist ab heute neuer Ortsvorsteher von Eichhorst - und zwar für die nächsten 20 Monate. Die etwas ungewöhnliche Dauer kommt zustande, da Reimann und seine Beiratskollegen Gärtner und Hann-Dieter Hartwig sich von vornherein auf eine Dreiteilung der fünfjährigen Legislaturperiode geeinigt haben. "Jeder macht das 20 Monate lang, einfach, um die Arbeit zu teilen und der Arbeit auch gerecht zu werden", erklärt Wulf Gärtner. Reimann ist der Letzte im Bunde.

Gärtner, der in Eichhorst als Schornsteinfeger arbeitet, blickt seinem Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. "Die Arbeit macht Spaß, aber die politischen Querelen muss ich mir ehrenamtlich nicht mehr geben", sagt er. Doch dem Ortsbeirat bleibt er vorerst erhalten. Das Vorsteher-Trio rotiert nämlich in seinen Funktionen: Stephan Reimann wird Ortsvorsteher, Hartwig sein Stellvertreter und Gärtner der Schriftführer. "Wir harmonieren in unserem kleinen Ortsbeirat sehr gut", sagt Reimann.

Daher geht der neue Vorsteher seine Amtszeit gelassen an. "Ich erwarte nichts grundsätzlich Neues", sagt er. Von allem nur ein bisschen mehr. Als Ortsvorsteher sei man eben erster Ansprechpartner - einerseits für die Eichhorster, andererseits für die Gemeindeverwaltung.

Bei der kennt sich Reimann ebenfalls aus: Als Mitglied von Bündnis '90/Die Grünen sitzt er in der Schorfheider Gemeindevertretung. Außerdem arbeitet er beim Wasser- und Bodenverband "Finowfließ" in Bernau als Ingenieur, engagiert sich in der Freiwilligen Feuerwehr von Eichhorst als Ortswehrführer und spielt leidenschaftlich gern Handball für den Finowfurter SV.

Nun also auch noch Ortsvorsteher. Zumindest bis zum 1. Mai 2019 - und was kommt dann? "Eigentlich habe ich vor, mich mehr um meine Familie zu kümmern", sagt Reimann. Auch Wulf Gärtner signalisiert: "Ich bin dann über 60 und mache den Weg frei für die Jugend." Doch wer genau diese Jugend sein wird, ist noch nicht raus: "Da drängt im Moment niemand nach", erklärt Stephan Reimann.

Dabei warten auch langfristige Herausforderungen in Eichhorst, vor allem im Hinblick auf die Gemarkung: Der Ortsteil mit seinen rund 450 Einwohnern wird von Groß Schönebeck, Marienwerder und Finowfurt derart umschlossen, dass kein Platz zum Wachsen bleibt. Neues Bauland könnte jedoch auf dem Gebiet des alten Forstferienlagers entstehen, gleich hinter der Forstsiedlung. "Da verhandelt die Verwaltung mit der Forst", sagt Wulf Gärtner. Doch: "Das ist ein langwieriger Prozess." Einer, der wohl auch die 20 Monate des Stephan Reimann überdauern wird.

Der Ortsvorsteher ist zu erreichen per E-Mail ste.reimann@gmx.de und per Telefon 0162 7199832.

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