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Eigentümer will sein Land an der Heidekruger Straße in Kagel für Wohnbebauung entwickeln

Für den Straußenhof wird es eng

Für sie könnte es bald enger werden: Ein Investor will das Gelände an der Ecke Heidekruger / Gerhart-Hauptmann-Straße in Kagel für Wohnbebauung entwickeln. Noch hat Gerd Wirzbicki, der Inhaber des Straußenhofes, es für seine Tiere gepachtet.
Für sie könnte es bald enger werden: Ein Investor will das Gelände an der Ecke Heidekruger / Gerhart-Hauptmann-Straße in Kagel für Wohnbebauung entwickeln. Noch hat Gerd Wirzbicki, der Inhaber des Straußenhofes, es für seine Tiere gepachtet. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 06.09.2017, 18:55 Uhr
Kagel (MOZ) Noch tummeln sich auf der großen Wiese am Ortseingang von Kagel die Strauße von Gerd Wirzbicki. Doch das Bild könnte sich in absehbarer Zeit ändern. Das Land gehört Axel Schafft. Und dieser will auf den gut 10 000 Quadratmetern Wohnbebauung entwickeln. Noch fehlt dafür aber der Bebauungsplan.

Gerd Wirzbicki ist Realist. "Was einem nicht gehört, das ist auf Zeit", sagt der 61-Jährige. "Wir müssen der Sache ins Auge sehen", fügt er noch an. Die jungen Strauße, die in einem Gatter in der Nähe stehen, recken ihre Hälse. Um sie geht es bei "der Sache" auch. Vor 16 Jahren gründete Gerd Wirzbicki seinen Straußenhof. Seit dem hat er sich gut entwickelt. Rund 30 Tiere stehen auf seinem Grundstück und auf den Wiesen daneben. Einmal im Jahr zieht Wirzbicki Jungtiere auf. Außerdem bietet er Führungen über sein Grundstück an. Zwischen 5000 und 8000 Besucher besichtigen den Hof jedes Jahr.

Doch wie lange das so bleibt, ist fraglich. Axel Schafft gehören die gut 10 000 Quadratmeter Wiese neben Wirzbickis Grundstück. Er will sie durch einen Bauträger entwickeln lassen. "Wohneinheiten sollen dort entstehen. In welcher Form, wird sich zeigen. Das richtet sich nach dem Bauträger", erklärt der Hennickendorfer. Er habe das Vorhaben bereits um ein Jahr verschoben, um dem Straußenhof Gelegenheit zu geben, eine andere Lösung für die Tiere zu finden. Jetzt wolle er die Kündigung zu Ende 2017 aber aufrechterhalten. "Herr Wirzbicki hat sie schon Ende 2016 bekommen", verdeutlicht Schafft.

Im April dieses Jahres stellte Schafft den Antrag zur Erstellung eines Bebauungsplans an die Gemeinde Grünheide. Vor wenigen Tagen hatte der Bauausschuss das Thema auf der Tagesordnung. "Was passiert dann mit dem Straußenhof?", war gleich die erste Frage aus dem Gremium. Eine Antwort darauf wusste niemand. "Soll denn die gesamte Tiefe bebaut werden?", erkundigte sich Ausschussvorsitzender Peter Komann. Das wäre möglich, es sei aber auch möglich, nur straßenbegleitende Bebauung zuzulassen, informierte Ulf Dymke aus dem Grünheider Bauamt. Er wäre für letzteres, um das Ortsbild nicht zu verändern, erklärte Ausschussmitglied Oliver Mauske. "Darüber soll sich der Ortsbeirat von Kagel noch mal Gedanken machen", schlug Ulrich Kohlmann vor. Auch dem Investor solle dies empfohlen werden. Diesen Hinweisen folgte der Ausschuss, positionierte sich noch nicht, sondern stellte den Antrag zurück. Ohnehin, schätzt Ulf Dymke, dauere das Aufstellen des Bebauungsplanes ein bis zwei Jahre.

Gerd Wirzbicki hofft darum, dass er seine Tiere noch etwas länger auf dem Pachtland stehen lassen kann. Und sonst? "Wir machen auf jeden Fall weiter", betont er. Notfalls auf deutlich kleinerer Fläche.

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