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Ausstellung im Lieberoser Schloss endet / Freiwillige sicherten Öffnungszeiten

Abschied von der Rohkunst

Unterstützten die Rohkunstbau-Ausstellung im Schloss Lieberose: Stefanie Reinke, Joachim Rinza und Klaus Littig (v. l.) gehörten zu den Freiwilligen, die die Öffnungszeiten absicherten.
Unterstützten die Rohkunstbau-Ausstellung im Schloss Lieberose: Stefanie Reinke, Joachim Rinza und Klaus Littig (v. l.) gehörten zu den Freiwilligen, die die Öffnungszeiten absicherten. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 08.09.2017, 06:30 Uhr
Lieberose (MOZ) Die überregional bedeutsame XXIII. Rohkunstbau-Ausstellung im Schloss Lieberose geht am 10. September nach zehn Wochen zu Ende. Dass sie in dieser Zeit an den Wochenenden besichtigt werden konnte, ist der ehrenamtlichen Initiative von Lieberosern zu verdanken.

"Als die Heinrich-Böll-Stiftung und die Brandenburgische Schlösser gGmbH in Lieberose nach Hilfe bei ihrem Vorhaben angefragt haben, stimmte die Bürgermeisterin Kerstin Michelchen sofort zu und übernahm die Koordination", erzählt Stefanie Reinke vom Förderverein Lieberose. Auf diesen kann sich das Stadtoberhaupt ebenso verlassen wie auf die Freiwillige Feuerwehr und den Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Es war Unterstützung nötig, weil die Böll-Stiftung zu wenig Personal hat, um alle Aufsichten an den elf Wochenenden abzudecken. So übernahmen Förderverein, Freiwillige Feuerwehr und DRK mit je vier Personen an je drei Wochenenden immer samstags von 12 bis 19 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr ehrenamtlich den Dienst. Dazu gehörten auch Schlossführungen, das Organisieren des Kunst- und Handwerkermarktes und das Absichern von gastronomischer Versorgung.

Auch das Kassieren des Eintrittsgeldes, die Reinigung der großen Säle, das Blumengießen und Lüften mussten in freiwilliger Arbeit erledigt werden. "Einfach alles, was so anfällt", brachte es Klaus Littig von der Freiwilligen Feuerwehr auf den Punkt.

Für den Lieberoser gehört das Schloss zu seinem Leben. Als Kind war er hier im Kindergarten. Im Feuerwachturm auf dem Schlossgelände tat damals sein Großvater Otto Piesker Dienst, und sein Onkel Helmut Kühler hatte als Hausmeister sogar im Schloss gewohnt. Mit dieser Ausstellung ist er nach mehr als 25 Jahren wieder zurückgekehrt und hat schon beim Aufbau geholfen und dabei humorvoll festgestellt: "Kunst ist ganz schön schwer". Die Aufsicht hat ihm Spaß gemacht. "Ich musste so viel erzählen", freut er sich. Besonders imponiert hat ihm eine Gruppe aus Berlin, die mit dem Zug nach Beeskow und dann mit dem Fahrrad nach Lieberose gekommen war.

Auch Joachim Rinza, dem Vorsitzenden des DRK-Ortsverbandes, hatte es gefallen, dass die Leute viele Fragen stellten. Er staunt immer wieder, wie viele gekommen sind, obwohl Lieberose so weit weg ist von den großen Städten und dazu nicht so einfach erreichbar. Stefanie Reinke hat Zahlen: "300 Besucher waren pro Wochenende eingeplant, 200 sind gekommen, und es ist sehr gut, dass wir so viele Berliner in dieses abgelegene Gebiet ins Grüne locken konnten."

Für alle freiwilligen Helfer ist es wichtig, "den Ort im Gespräch zu halten". "Wir sind interessiert, dass in unserer Stadt etwas stattfindet, etwas ganz Neues, Exotisches", erklärt die Architektin Stefanie Reinke. "Uns liegt das Schloss am Herzen, und wir wollen nicht, dass es wieder im Dornröschenschlaf versinkt." Die Ausstellung "Rohkunstbau" ist mit ihren experimentellen Exponaten allerdings nicht jedermanns Sache. "Ja, diese Kunst polarisiert", weiß Stefanie Reinke, "aber viele Leute finden das spannend, es spricht sich herum, und die Neugierde führt so auch viele Lieberoser in die Ausstellung", sieht sie den ehrenamtlichen Aufwand gerechtfertigt.

Rohkunstbau im Schloss Lieberose im Endspurt: Sonnabend Schloss von 12 bis 19 Uhr geöffnet, Film 19 Uhr in der Darre: Ai Weiwei: Never Sorry (USA 2012, Alison Klayman, 91 Min.). Sonntag Schloss von 12 bis 18 Uhr geöffnet, 17 Uhr öffentliche Abschlussversammlung

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