Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Stadt Storkow hat für ihre Hausmeister E-Bikes mit Transportbehältern angeschafft / Fuhrpark könnte noch erweitert werden

Mit dem Dienstfahrrad zum Einsatzort in Storkow

Probefahrt auf dem Burghof: Umweltminister Jörg Vogelsänger, Gunnar Heyne vom Naturpark Dahme-Heideseen, Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig und Hausmeister Gerd Reischert mit den neuen E-Bikes der Stadt Storkow
Probefahrt auf dem Burghof: Umweltminister Jörg Vogelsänger, Gunnar Heyne vom Naturpark Dahme-Heideseen, Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig und Hausmeister Gerd Reischert mit den neuen E-Bikes der Stadt Storkow © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 10.09.2017, 06:55 Uhr
Storkow (MOZ) Zum Fuhrpark der Storkower Stadtverwaltung gehören nicht mehr nur Autos, sondern auch mittlerweile sechs E-Bikes. Mit zweien davon können auch Lasten befördert werden. Am Freitag wurde das Projekt "Storkower Stadtrad" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es erfordert durchaus ein bisschen Übung, ein Lastenfahrrad zu steuern. Das wurde deutlich, als sich Umweltminister Jörg Vogelsänger am Freitagmittag auf dem Storkower Burghof eines der neuen, für ein Fahrrad ungewöhnlich schweren Fahrzeuge schnappte, um eine Proberunde zu drehen. Von dieser Erfahrung berichtete auch Gerd Reischert. "Am Anfang ist es schon ein bisschen ungewohnt", sagte der Hausmeister der Stadt Storkow, der sich im Alltag um Einrichtungen wie die Altstadtkita und die Europaschule, aber auch die Kita im Ortsteil Kummersdorf kümmert.

Mittlerweile aber ist der Umgang mit den Lastenfahrrädern für Reischert selbstverständlich geworden. Schon seit einigen Monaten ist er regelmäßig mit den Zweirädern unterwegs. "Es ist praktischer, und teilweise bin ich schneller, als wenn ich mit dem Auto an der nächsten roten Ampel warten müsste", sagte er. In einem großen hölzernen Behälter, der zwischen den Vorderrädern angebracht ist, befördert er Werkzeug zu seinen Einsatzorten oder holt im Baumarkt frisches Material. Bis zu 40 Kilometer am Tag legt Reischert im Dienst auf zwei Rädern zurück, wenn ein Einsatz in Kummersdorf auf seinem Programm steht. Dank des Elektromotors, der den Pedalantrieb unterstützt, geht das ohne viel Kraftaufwand.

Die Geschichte der E-Bikes der Stadt Storkow begann indes nicht mit den Lastenfahrrädern.Vor einem Jahr ging es los, indem für die Tourist-Info auf der Burg zwei herkömmliche E-Bikes angeschafft wurden, um sie an Gäste zu vermieten. "Das entwickelte dann eine Eigendynamik", erzählte der Stadtmarketing-Chef Andreas Gordalla. "Wenn die Räder nicht vermietet waren, kamen die Mitarbeiter auf die Idee, sie für dienstliche Erledigungen in der Stadt selber zu nutzen."

Mittlerweile ist die Zahl der Mieträder angesichts der guten Nachfrage auf vier gestiegen. "Wir beobachten, dass sie auch ausgeliehen werden von Storkowern, die mal ein E-Bike testen wollen", berichtete Gordalla. Und zum ersten Lastenfahrrad für die Hausmeister kam ein zweites hinzu. Nach Ansicht von Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig muss damit noch nicht das Ende erreicht sein. "Vielleicht kaufen wir auch noch ein weiteres Rad für die Mitarbeiter im Rathaus", sagte sie.

Das Storkower Konzept stieß am Freitag auch auf Anerkennung bei Umweltminister Jörg Vogelsänger. "Es gibt schon einige andere Kommunen, die das so machen. Aber Storkow ist mal wieder unter den Vorreitern", sagte er. Jeder Kilometer per Rad statt per Auto helfe der Umwelt. Sogar einzigartig in ganz Brandenburg ist laut Gordalla die Mischnutzung der Rädern, die sowohl an Touristen vermietet als auch von Mitarbeitern der Verwaltung genutzt werden.

Die Mieträder laufen über einen Leasingvertrag mit der Firma "Sonne auf Rädern", die Lastenfahrräder hat die Stadt zu einem Stückpreis von etwa 2500 Euro gekauft. Die hölzernen Transportbehälter wurden von der Pfaffendorfer Firma Jabitte grafisch gestaltet. Geziert werden sie vom Stadtwappen, grafischen Darstellungen von bekannten Storkower Bauwerken und dem Schriftzug "Natürlich unterwegs - Nachahmung erwünscht!".

"Ich muss jetzt nicht mehr für jede Fahrt das Auto herausholen", sagt Hausmeister Gerd Reischert. Beladen kann er sein Lastenfahrrad mit bis zu 100 Kilogramm - bei Bedarf also auch mit mehr als nur Werkzeug und Schrauben aus dem Baumarkt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG