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Ruine wird zum Integrationsprojekt

Noch sieht es nicht danach aus: Doch schon bald entsteht hier ein Bauernhof-Projekt für Menschen mit geistigen und Mehrfachbehinderungen.
Noch sieht es nicht danach aus: Doch schon bald entsteht hier ein Bauernhof-Projekt für Menschen mit geistigen und Mehrfachbehinderungen. © Foto: MZV
Marco Winkler / 16.09.2017, 18:44 Uhr
Hohenbruch (OGA) Die nächste Phase hat begonnen: Die Stadtverordnetenversammlung hat den Bebauungsplan für ein stationäres Wohnprojekt für Menschen mit geistigen und Mehrfachbehinderungen in Hohenbruch durchgewunken. Der Verein "RC Partner für Reintegration und Chancengleichheit" steckt zwei Millionen Euro in das Vorhaben.

Noch wirkt das Areal heruntergekommen. Marode Zäune, eingeschlagene Fenster, von der Natur zurück eroberte Wege und - ein bewohntes Haus. Die Zukunft des Grundstücks ist noch Kopfsache. Doch die Stadtverordneten in Kremmen haben die Vision wieder ein Stück vorangetrieben. Sie votierten einstimmig für zwei Beschlüsse, die die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben schaffen. Einmal wird der Flächennutzungsplan für die ehemalige Hofstelle mit Stall- und Wirtschaftsgebäuden sowie Freiflächen geändert. Bisher war die Fläche für Landwirtschaft ausgewiesen. Der zweite Beschluss bestätigte den Bebauungsplan. Nächster Schritt: Erneute Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden.

"Wir bereiten gerade parallel den Bauantrag vor", sagt Miriam Wappler, Projektleiterin vom Berliner Verein RC Partner für Reintegration und Chancengleichheit. Dieser plant das stationäre Wohnprojekt am Döringsbrücker Weg in Hohenbruch. "Wir bauen im Außenbereich, deshalb sind die B-Planverfahren aufwendig und langwierig", so Miriam Wappler. Immer wenn es Änderungen gibt, müsse der Plan nochmals überarbeite werden und durch diverse Beteiligungsverfahren gehen. "Dennoch sind wir froh, schon so weit zu sein." Miriam Wappler macht deutlich: "Wir wollen das Projekt unbedingt." Ähnliche gibt es im Landkreis schon in Fürstenberg, Menz und Gransee. Einen konkreten Zeitplan oder wann der erste Spatenstich in Hohenbruch erfolgen wird, könne sie aber noch nicht verkünden.

Fest steht: Der ehemalige Pferdestall wird komplett zurück gebaut - und neu als zweigeschossiges Gebäude wieder aufgebaut, sodass der Vierseithof in sich geschlossen sein wird. 28 Plätze für Menschen mit Behinderungen sollen hier entstehen. Aus zwei weiteren, schon vorhandenen Gebäuden werden Wirtschafts- und Werkstatträume. 25 neue Arbeitsplätze können somit für die Betreuungen der Klienten geschaffen werden. "Die Klienten werden hier leben und arbeiten, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", so Miriam Wappler über das Betreuungsprojekt mit Garten und Tieren wie auf einem Bauernhof. "Es war ziemlich schwierig, ein geeignetes Grundstück zu finden."

Auf dem Areal steht auch noch ein ortsbildprägendes Wohnhaus, das einstige Dorfschulzenhaus, in dem mehrere Mietparteien leben. Das bleibe auch so, bestätigt Kerstin Kausche, CDU-Bürgermeisterkandidatin in Oranienburg. Ihr gehört das Wohnhaus. Ihr gehörte auch der Rest des Grundstücks, den sie an Reha Consult verkaufte. "Auch die jetzigen Mieter freuen sich auf eine ordentliche Nachbarschaft", so Kerstin Kausche.

Zudem werden zwei neue Baugrundstücke entstehen, um das Gelände an die Ortslage anzuschließen. "Dort passt jeweils maximal ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung hin", so Kerstin Kausche. Die Grundstücke werden auf dem freien Markt verkauft. Sowohl Kerstin Kausche als auch Reha Consult betonen den integrativen Gedanken des Projekts. In Hohenbruch werde so eine kleine, neue Gegend entstehen, wo behinderte und nicht behinderte Menschen Tür an Tür leben.

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