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Senat geht Engpässe bei Geburtshilfe an

dpa / 19.09.2017, 21:01 Uhr
Berlin (dpa) Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hat ihr Ziel unterstrichen, Probleme an Krankenhäusern infolge des Baby-Booms anzugehen. "Wir haben kein grundsätzliches Versorgungsproblem", sagte sie am Dienstag nach einer Senatssitzung. "Es gibt aber Engpässe bei Kreißsälen, Wochenbetten und Hebammen." Sie wolle mit allen Beteiligten hier Lösungsmöglichkeiten erörtern, so Kolat. Nicht zuletzt werde man die Ausbildungskapazitäten steigern müssen. In der Pflicht sei jedoch in erster Linie der Bund: "Hier ist die Bundespolitik gefordert, verbindliche Personalschlüssel für Hebammen festzulegen und die Finanzierung sicherzustellen."

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 42 618 Kinder geboren und damit so viele wie seit der Wiedervereinigung nicht. 2017 läuft es auf ähnliche Größenordnungen hinaus. In der Folge kommt es an den 19 Berliner Geburtskliniken zu Problemen; Schwangere können nicht immer im Wunschkrankenhaus entbinden. Zudem beklagen Hebammen Überlastung.

Die Grünen fordern nach dem ersten Runden Tisch zur Geburtshilfe, zu dem Kolat in der Vorwoche unter anderem Klinikvertreter und Hebammenverband eingeladen hatte, nun zügig einen konkreten Maßnahmenplan. Als Grundlage sei eine umfassende Hebammen-Statistik nötig, sagte Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel. "Nur so weiß man, wo man konkret nachjustieren muss."

Laut Kolat gibt es an Berliner Krankenhäusern 301,2 Vollzeitstellen für Hebammen. Diese Zahl sei in den letzten Jahren gestiegen. Allerdings arbeiteten 80 Prozent der Hebammen Teilzeit, 24,5 Stellen seien unbesetzt. Auf jede Hebammenstelle seien zuletzt 146 Geburten im Jahr gekommen.

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