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13 von 18 Stadtverordneten stimmen fraktionsübergreifendem Antrag zu / Sanierung ist eines von 14 Projekten, für die die Stadt Förderung beantragt

Große Mehrheit will Wiederaufbau des Flakenstegs

Martin Stralau / 03.10.2017, 20:11 Uhr
Erkner (MOZ) Monatelang wurde in den politischen Gremien der Stadt kontrovers diskutiert: Jetzt haben die Stadtverordneten dem fraktionsübergreifenden Antrag, den Flakensteg im Rahmen von Förderprogrammen zu sanieren und wiederaufzubauen, mit deutlicher Mehrheit von 13 Ja- zu vier Nein-Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt.

Anlass für die von Lothar Eysser und Rainer Wenkel von der SPD, Elvira Strauß (Linke) und Jörg Rintisch (CDU) eingereichte Beschlussvorlage sind Pläne der Stadt, in diesem Herbst innerhalb des Programms Aktive Stadtzentren Förderung für 14 Maßnahmen in Erkner zu beantragen. Darunter befindet sich neben der barrierefreien Erweiterung des Gerhart-Hauptmann-Museums und der Umgestaltung des Kirchvorplatzes auch der Wiederaufbau des Flakenstegs über das Flakenfließ. "Mit unserem Antrag wollen wir nur noch einmal auf die besondere Bedeutung der Sanierung des Flakenstegs hinweisen. Er beinhaltet kein Misstrauen gegenüber der Stadt", betonte Lothar Eysser, der auf die Einmaligkeit der Chance für die Wiederinbetriebnahme verwies. Denn Bund und Land beteiligen sich an der Finanzierung von Maßnahmen, die in das Förderprogramm aufgenommen werden, mit je einem Drittel.

Die Kosten für die Stadt dürften trotzdem noch hoch sein. Vor drei Jahren waren die Gesamtausgaben für eine denkmalgerechte Rekonstruktion des Bauwerks bereits auf mehr als eine halbe Million Euro geschätzt worden. Der Flakensteg musste wegen Einsturzgefahr 2006 gesperrt werden. Seit 2009 steht er am Flakenfließ-Ufer und verfällt zunehmend.

Keine Zustimmung für den Antrag gab es von Erik Nickel (CDU). "Es ist Fakt, dass wir uns alle freuen würden, wenn der Steg wieder hergerichtet wird. Ich werde mich aber dagegen entscheiden, weil es eine der teuersten Maßnahmen ist und ich Angst habe, dass deswegen der gesamte Antrag der Stadt hinten runter fällt", sagte er. Sein Fraktionskollege Henryk Pilz unterstützte ihn. "Ich finde es traurig, dass ein Projekt, hinter dem wir alle ohnehin stehen, so in den Vordergrund gestellt wird. Wir machen es uns mit diesem Antrag sehr schwer."

Michael-Erdwin Voges (Linke) brachte Verständnis für den Antrag auf. Für den Fördermittelgeber seien Projekte wie die Umgestaltung des Kirchvorplatzes nun mal auf den ersten Blick förderfähig, "weil es offensichtlich der Stadtentwicklung dient. Das ist bei solch einer Brücke nicht der Fall. Daher ist der Antrag richtig", sagte er. Auch Jörg Vogelsänger (SPD) warb um Zustimmung zu dem Papier, legte aber Wert auf die Feststellung, dass für ihn alle 14 Projekte gleichermaßen sinnvoll seien.

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